17.02.2013 · Eine neue Abkürzung macht die Runde: FISH. Frankreich, Italien, Spanien und Holland bilden das neue Krisenquartett. „Chips her!“, rufen die Angelsachsen. Europa müsse sich unter großzügiger Mithilfe Deutschlands aus der Krise herauskaufen.
Von Winand von PetersdorffRichtlinien für Lesermeinungen
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.....unser vielgeliebter Euro. Das ist wohl allmählich jedem, der auch nur etwas davon versteht, klargeworden. Eines nicht allzufernen Tages werden sich die Leute in der Eurozone entscheiden müssen, ob sie sich selbst aufgeben um den Euro zu retten oder eben umgekehrt. Die andere Alternative wäre nur noch, wieder übereinander herzufallen. Wäre ja nicht das erste Mal.
Bei den Statistikern und Blinden vielleicht und solchen, die sich nicht für Fakten interessieren. In allen Krisenländern steigen die Schulden, und steigen und steigen und... Selbst in Deutschland gehts bergauf - aber auch nur mit der Schuldensumme und immer mehr sollen wir Goldesel für unmotivierte, reformscheue Miteuropäer sein. In Italien steht ein seniler alter Clown vor der Wiederwahl, der nichts tun will abgesehen von irgendwelchen Steuererleichterungen, wo sie eigentlich nicht möglich sind. GRE- Im Osten nichts Neues, könnte man meinen- wenn man Zypern übersehen hat. Überall brodelt es, nur in der Mitte von Mitteleuropa und im Norden klappt's noch halbwegs. Noch. Also, alles halb so wild. Wenn man ein (oder zwei) Augen zudrückt zumindest.
1.) wieso sagt man nicht gips länder?
2.) wieso wird nur in einem halbsatz auf das eingeständnis des iwf
hingewiesen das die sich so jämmerlich verrechnet haben
3.) wieso wird man nur über "dämpfende löhne"
bei polizei, kkh, feuerwehr (=öff. dienst )wettbewerbsfähig?
4.) wieso tituliert man unzählige, nicht dem mainstream angepasste
ökonomen als "linksradikale ideologen?
5.) wieso muss man sein heil in der ganzen globalisierten welt suchen
und versucht noch nicht mal den binnenkonsum durch, ja, festhalten,
höhere löhne anzukurbeln
6.) wieso werden steigende schuldenquoten / arbeitslosenquoten/
selbstmordraten in gr als erfolg verkauft?
7.) wieso ist auf einmal jeder auf die maastrichkriterien so geil, die
hat, bevor banken mit märchenbeträgen gerettet wurden auch
keine sa... gejuckt
„Chips her!“, rufen die Angelsachsen. "Shut up!" sei ihnen zurueckgerufen.
Der oeffentliche & private Schuldenstand gemeinsam hat in GB
inzwischen ein Niveau erreicht, der das Land durchaus krachen lassen
koennte, sollten die Anleihezinsen mal steigen. Daher ist dieser
schulmeisternden Art mit der die Englaender (nicht die Schotten, Waliser
und Nordiren) der Eurogruppe, ungefragt aber staendig, erklaeren, was zu
tun und zu lassen waere, entgegenzuhalten, doch mal vor der eigenen Tuer
zu kehren - da haben sie mehr als genug zu tun.
Davon abgesehen finde ich es, sehr freundlich ausgedrueckt, seltsam,
dass von der Insel Empfehlungen in einer Qualitaet ankommen, die fuer
die Englaender selbst niemals in Frage kaeme - oder hat jemand
inzwischen von einer finanziellen Beteiligung der Briten an der
Eurokrise gehoert ?
Von einem Land, dessen Verstaendnis fuer ein gemeinsames Europa endet,
nur weil deren geheiligte Banken Angst vor der Transaktionssteuer und
der Bankenunion kriegen, brauchen wir keine Ratschlaege entgegenzunehmen
- Forderungen schon gar nicht
Aus Strukturkrisen kann man sich nicht ,herauskaufen'
und das Elend von FISH begann auch nicht in 2008 sondern viel
früher. Die Gründe liegen in Mentalitäts- und erheblichen
Leistungsunterschieden und der späteren Zwangseinführung des
€, der in den Südländern eine Scheinblüte durch
exzessive Kreditaufnahme erzeugt hat.
Und jetzt soll Deutschland ,großzügig' - Staaten haben
(wirtschaftliche) Interessen und dabei gibtnes keine
Großzügigkeit - helfen. D.h. Doch nur, dass die Deutschen
noch mehr arbeiten, Steuern zahlen, sich noch mehr zum Wohle Fremder
verschulden sollen.
Hollande als ,Musterknaben' zu bezeichnen ist eine Zumutung, will der
kurz geratene Clown jetzt doch auch noch BARGELD ab € 1000 ,verbieten'.
Tatsache:,wer mit Hilfe unpassender Währung unhaltbare
Schuldenberge angehäuft hat, muss abbauen - auch den Lebensstandard
- bis Vertrauen hergestellt ist.
Der GR ,Primärüberschuss' ist manipuliert + der FinMin spricht
schon vom nächsten Schnitt als quasi ,Belohnung'.
Weitere keynesianische Schuldenmacherei? Wo sind Strukturreformen?
Wir sollten ganz schnell viel Geld drucken...
Jeder so viel, wie er kann oder braucht...
Aber jeder sein EIGENES natürlich!
Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mir Krugman und seine Jünger auf
den Zeiger gehen. Dämliche Idioten...
Nichts als Ärger und Verlust der Lebensqualität - alles Dank des Euros! Merk nur ich das?
Natuerlich haben Sparmassnahmen das Problem verschlimmert,
aber die eigentlichen Probleme lagen nicht in dem Umstand, dass Staaten verschuldet waren, sondern warum sie verschuldet waren. Unflexible Arbeitsmaerkte, Buerokratie, ein ausufernder Staatsapparat, Vetternwirtschaft, der Unwille, Steuern zu zahlen, ein hoher Wechselkurs- um nur einige Probleme zu nennen. Durch die Euroretterei wurden die Zinsen kuenstlich gesenkt und massenhaft Gelder bereitgestellt, dadurch konnten die eigentlichen Probleme grosszuegig uebersehen und dringend notwendige Strukturmassnahmen auf den Sankt Nimmerleinstag hinausgezoegert werden. Das Schimpfen auf Sparmassnahmen mit gleichzeigem Ruf nach weiterer hemmungsloser Geldausgeberei ist lediglich ein weiterer Versuch, von den eigentlichen Problemen abzulenken und weiterzumachen wie bisher. Bloss nichts, was irgendwie wehtun koennte. Und wenn wir alle ueber die Klippe gehen ist jemand anders dran Schuld.
Krugman scheut die Frage nach den Ursachen des Desasters: seinen Empfehlungen
Was hat denn die PIGS’s, die FISH’s aber auch die USA, Japan
und uns in diesen Krisenstrudel gebracht? Dieser Frage verweigern sich
Krugman wie alle Radikalkeynesianer konsequent und fordern stattdessen
ein Weiter-so und Mehr-davon.
Und warum? Weil es gerade ihre Rezepte einer hemmungslosen und mit
Schulden finanzierten Staatsnachfrage waren, die fast alle
Industrieländer an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht
haben- und manche ein Stück weiter; weil es der durch sie immer
wieder genährte Irrglaube an einen allmächtigen Staat war und
ist, der genau diese Staaten über die Kredite auf der einen und die
Geldemission auf der anderen Seite zum Bestandteil einer wuchernden
Finanzwirtschaft macht.
Marktwirtschaft sieht anders aus. Lasst Staaten pleitegehen und Banken
auch. Die wirklichen Verlierer wären dann die heutigen
Nutznießer der Verschuldung.
Und Marktwirtschaft heißt auch Eigenverantwortung der Staaten und
nicht Euro-„Solidarität“. Aber das ist ein weiteres Thema...
die pelitebanken
hatten damit ja rein gar nichts zu tun oder?
Dass sich Kennzahlen in Griechenland wertmässig verbessern
gegenüber den Vergangenheitswerten, zeigt nicht, dass sich die
Situation in Griechenland verbessert hat, sondern dieses Phänomen
ist lediglich eine Funktion der Rezession in diesem Land.
Selbst wenn die immer noch viel zu hohen Preise in dem Land sich wie die
unter Regierungsdruck zwangsweise gesenkten Löhne ebenfalls
reduzieren würden, fragt sich, ob am Ende ein Nutzen für die
Griechen damit eintritt, da die Schulden auf dem Niveau verharren und
nicht abwerten. Wie sollen die mit geringeren Löhnen und
Wirtschaftsleistung nach einer errreichten inneren Abwertung bedient
werden ?
Das gleiche Problem haben auch die FISH Staaten, die ihre
"strukturellen Reformen" mit Rezessionen auslösenden
Steuererhöhungen und Einschnitten bei den Sozialleistungen begonnen
haben, wobei sich dabei kaum Effekte des Haushaltsausgleichs eingestellt
haben. Das sich abzeichnende Ziel sind Staats- und Privatpleiten der
EURO Länder von PIGS bis FISH.
die letze Mohikanerin, die noch austerity fordert, ist Eure Superspezialistin aus der Uckermark;
am naechsten Sonntag waehlt Italien, die einzigen uneingeschraenkten EU-EURO-Enthusiasten finden sich in der lista civica von Monti; selbst erweitert um die Katholiken von Casini und die Altfaschisten um Fini bestehen gute Chancen, dass dieser Menschenschlag an der 8%-Huerde des Senates scheitert; Bersani liegt in etwa zwischen der SPD und der Linken in seinen Ansichten; alle anderen, von Vendola ueber Berlusconi und Maroni bis zu Ingroia und Grillo, haben EU-Vorstellugen, die von der veroeffentlichten Berliner und Bruesseler Blockfloeten-Propaganda als ketzerisch gebrandmarkt wuerden; Italien hat die hoechste private Sparquote in Europa, wenn koennten uns selbst finanzieren, wie Japan, wenn wir nur wollten; aber wenn wir wollten, waere es auch das Ende des Euro und der Bruesseler Diktatur.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.02.2013 17:25 Uhrwir waeren doch dumm, wer glaubt denn noch an einen sauberen Ausgang fuer den Euro ? Aktien und
Immobilien mit dem italienischen Vermoegen .... und den Rest nicht imponibile werden lassen, von wegen condono. Ich versuche seit einem halben Jahr 11 Pressen, Stanzautomaten etc. zu verkaufen, aber im Block, ohne die Demontage lange hinzuziehen, Sie wissen schon ... 7 der Anlagen sind von Gasparini, da haette ich noch 2007oder 2008 keine Probleme gehabt; heutzutage kommen die Angebote nur aus Russland oder der Tuerkei, die Party ist vorbei, es tut mir leid fuer meinen Sohn, aber zumindestens will ich ihm die Chance geben, irgendwo auf der Welt neu anzufangen. In Europa kommt der grosse Schuldenschnitt ... und ich habe schon einmal erlebt, dass die Regierung Amato, in der letzten italienischen Waehrungskrise, ueber Nacht mit einem Dekret auf unsere Konten zugegriffen hat.
BITTE, Herr Krause
,Italien hat die hoechste private Sparquote in Europa, wenn koennten uns
selbst finanzieren, wie Japan, wenn wir nur wollten; aber wenn wir
wollten, waere es auch das Ende des Euro und der Bruesseler Diktatur'
.
Tun Sie es!
Wir dummen Deutschen mit dem inkorporierten Kadavergehorsam schaffen es
offensichtluch nicht.
Wir kommen dann auch alle wieder nach bella Italia in Urlaub. Da geht
man doch alleweil lieber hin als nach Spanien oder Frankreich.
Europa hat eine Strukturkrise. Die kann man nicht mit Konjunkturprogramme a la Krugman lösen
Wenn die Radikalkeynesianer sich durchsetzen und Europa eine expansive
Ausgabepolitik betreibt, wird das das Ende für den Euro sein: da
unter der kurzen Kickwirkung der erhöhten Ausgaben das Wachstum ein
Paar Quartale florieren wird, aber danach die Rezession umso toller
toben wird und die Schulden und die Zinsen exponentiell steigen werden.
a.
Ökonomisch ist einfach zu erklären, wenn Europa nicht erkennt,
dass die Globalisierung mehr Wettbewerbsfähigkeit verlangt, wird
Europa verarmen.
Die radikalkeynesianische Ausgabenpolitik a la Krugman und Wolf erkennt
nicht das Wettbewerbsproblem Europas und glaubt an ein Perpetuum Mobile,
das man mit Hilfe von immer mehr Ausgaben aufrechterhalten wäre.
Da für die Radikalkeynesianer anscheinend keine Strukturkrisen gibt
und nur Konjunkturprobleme möglich sind ist ihr Lösungsansatz
ganz einfach gestrickt, man gibt immer mehr aus und dann sind alle
Wachstumsprobleme gelöst (was natürlich wahr ist, bis dann
kurz darauf die Ausgabeblase platzt).
Was naechst fuer FISH & PIGS ?
Fish and Chips sind kaum gut genug um die FISH & PIGS zu retten.
Wie so ueblich scheint die Loesung fuer jegliche Finanzprobleme, mehr
Geld auf das Problem zu werfen in der Hoffnung dass sich etwas verbessert.
Das Resultat war bis jetzt nur ein grosses Wachsen des Schuldenberges.
Wie lange kann man so weiter machen?
Kommt dann so eine "Currency Reform" oder massive Waehrungs
Devaluation?
Dazu noch die Frage: Wer will wohl die PIGS und FISH retten?
The money cupboard is bare.
Pax vobiscum
Man muss in dramatischen Zeiten sorgsam unterscheiden zwischen den Lippenbekenntnissen und dem, was hinter den Kulissen vorgeht. Die USA können so viele Dollars drucken, wie sie wollen, weil sie ihnen noch abgenommen werden müssen. Außerdem haben sie kaum Sparer, die über die Inflation enteignet werden könnten. Solange sie die Aktienkurse hochhalten, ist an dieser Front alles in Ordnung. Und ihre Währung verbilligt sich auch noch, was gut ist für den Export. Da kann man dann gut ein neues Freihandelsabkommen mit der EU verhandeln wollen, natürlich etwas einseitig. Das Fiscal Cliff ist dann nur Show. Die EU kann diesen Weg nicht gehen. Sie ist ein Flickenteppich bei der jeder einzelne Staat Pleite gehen kann und andere wirtschaftliche und finanzielle Möglichkeiten hat. Also hilft nur eine gewisse -Austeritätspolitik unter dem Schutz der EZB, die durch Gelddrucken und Inflationierung den Kurs absichert. Bezahlen tun hier die Sparer und die Exportnationen, da ihr Papiergeld nix Wert ist.
...immer wieder neu gesungen, der alte Wahnsinn, beharrlich, unbelehrbar
und uneinsichtig mit immer den selben Mitteln andere Ergebnisse
(Europasozialismus) herbeiführen zu wollen. Und immer wieder das
Staunen darüber, daß der Zauber nicht gelingen will. Wie
wäre es einmal wieder mit klassischem Kapitalismus, mit klassischer
Marktwirtschaft, vor allem mit Eigenverantwortung, jeder ist für
sich selbst verantwortlich, das gilt für den einzelnen Menschen wie
auch Regierungen. Vor allem: zurück zu den nationalen
Währungen, zum friedlichen Miteinander der Nationalstaaten in einer
europäischen Freihandelszone. Sie hat sich bewährt, keine
Furcht vor Wechselkursen, auch im privaten Leben des einzelnen gibt es
ein Auf und Ab. Das gegenwärtige Europa einsamer Eliten gehört
auf den Müllhaufen der Geschichte!
Winand von Petersdorff-Campen Jahrgang 1963, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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