13.06.2010 · Die Lage am spanischen Bankenmarkt spitzt sich zu. Nach Informationen der F.A.Z. sollen vor allem EU-Kommissionspräsident Barroso und EZB-Präsident Trichet für Hilfen plädieren. Eine Schuldenkrise in Spanien wäre für die EU deutlich schwieriger zu bewältigen als in Griechenland.
Von Kerstin SchwennDie Länder der Europäischen Union bereiten sich darauf, Spanien mit Krediten aus der sich verschärfenden Finanz- und Schuldenkrise zu helfen. „Wir werden in der kommenden Woche in Brüssel Gespräche dazu führen“, hieß es am Sonntag in Regierungskreisen in Berlin. „Dabei werden wir uns im Rahmen des Vertragswerks und der ökonomischen Vernunft bewegen.“ Offenbar hat sich die Lage so verschärft, dass die Staaten nicht bis zum EU-Gipfel am Donnerstag warten wollen. Dem Vernehmen nach schließt sowohl die Spitze der EU-Kommission als auch die Europäische Zentralbank (EZB) eine Unterstützung nicht aus.
Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Madrid hatte noch am Freitag ein Interesse der spanischen Regierung unter José Luis Rodriguez Zapatero dementiert: „Es gibt keine Rettungsaktion.“ Man habe nicht um Hilfe nachgesucht, und das werde man auch nicht tun. Ähnliche Äußerungen hatte es allerdings im Frühjahr auch in Griechenland gegeben, bevor die Athener Regierung die EU-Partner dann doch um Hilfe bat.
Die Lage könnte eskalieren
Verantwortlich für die Zuspitzung ist offenbar die Lage am spanischen Bankenmarkt. Dort rollt derzeit eine Konsolidierungswelle. Die Institute versuchen, durch Zusammenschlüsse die Folgen der Immobilienkrise in den Griff zu bekommen. Dennoch ist das Vertrauen stark gesunken, die Kreditgewährung im Interbanken-Handel stockt seit Tagen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet berichtete von „anhaltenden Spannungen in einigen Segmenten des Finanzmarkts“. Falls die Schwierigkeiten eskalieren, könnte Spanien als erstes Land Mittel aus dem Hilfspaket von 750 Milliarden Euro erhalten, das die Länder der Eurozone und der Internationale Währungsfonds (IWF) kürzlich vereinbart haben.
An diesem Montag wollen die EU-Kommission und die Statistikbehörde Eurostat über Empfehlungen für Spanien beraten. Viele Euro-Partner halten die Sparbemühungen Zapateros für ungenügend. Eine Schuldenkrise in Spanien wäre für die EU schwieriger zu bewältigen als die Griechenlands. Griechenland trägt nur 2,5 Prozent zum europäischen Bruttoinlandsprodukt bei, Spanien fast zwölf Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.752,57 | +0,06% |
| FAZ-INDEX | 1.507,40 | +0,09% |
| TecDAX | 769,84 | −0,49% |
| MDAX | 10.306,50 | −0,10% |
| SDAX | 4.973,94 | +0,17% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.514,25 | +0,05% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,01 | +0,05% |
| Dow Jones | 12.855,30 | −0,22% |
| Nasdaq 100 | 2.542,66 | −0,12% |
| S&P500 | 1.349,96 | +0,22% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3273 | +0,18% |
| Rohöl Brent Crude | 117,72 $ | −0,11% |
| Gold | 1.746,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 137,38 € | −0,26% |