14.06.2010 · „Beträchtliche“ makroökonomische Risiken sieht die Ratingagentur Moody's für Griechenland. Nachdem S&P Griechenland-Anleihen bereits auf Ramschniveau herabgestuft hat, folgt Moody's nun in dieser Einschätzung. Nach der letzten Herabstufung hatte sich die Schuldenkrise des Landes beträchtlich zugespitzt.
Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des hochverschuldeten Euro-Staates Griechenland auf Ramschstatus herabgestuft. Die Bonitätsnote sinke um vier Stufen von „A3“ auf „Ba1“, teilte Moody's am Montag mit. Den Ausblick schätzt die Ratingagentur als stabil ein. Dies bedeutet, dass mittelfristig keine weitere Abwertung in Erwägung gezogen wird.
Moody's-Analystin Sarah Carlson begründete die Absenkung mit „beträchtlichen“ makroökonomischen Risiken und Umsetzungsgefahren, die mit dem Hilfsprogramm im Zusammenhang stünden. Zwar habe der gigantische Rettungsschirm von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) jegliche Risiken in der kurzen Frist beseitigt. Allerdings seien die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Programms substanziell und nur mit einer geringeren Bonitätsnote zu vereinbaren. Risiken sieht die Agentur vor allem beim Wirtschaftswachstum. Diese Ungewissheit sei besser mit einem „Ba1“-Rating in Einklang zu bringen. Dieses berücksichtige das „größere, obgleich niedrige Risiko einer Pleite“.
S&P senkte Rating schon Ende April
Moody's folgt mit seiner Entscheidung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), die die Bonität Griechenlands bereits Ende April auf Ramschstatus gesenkt hatte. Nach diesem Schritt hatte sich die Schuldenkrise des Landes deutlich zugespitzt.
Die Ratingagentur Fitch wiederholte am Montagabend Aussagen von Anfang Mai, wonach die derzeit keine Pläne hat, Griechenlands Rating zu senken. Derzeit stuft Fitch Griechenland mit BBB-minus ein, was bei Fitch gerade noch Investment-Status bedeutet. Eine Herabstufung auf „Junk“ ist auch deshalb problematisch, weil dann einige Investoren aufgrund ihrer eigenen Vorgaben gezwungen werden, sich von solchen Papieren zu trennen
Aus Athen kam umgehend Kritik an der Entscheidung. „Das spiegelt nicht die Fortschritte, die wir in den letzten Monaten erzielt haben“, erklärte unter anderem das griechische Finanzministerium am Montagabend. Athen bleibe konzentriert auf sein Spar- und Reformprogramm, hieß es weiter. Auch die Bank von Griechenland (Bank of Greece) charakterisierte den Beschluss als „unerklärlich“, berichtete der griechische Rundfunk.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |