16.04.2010 · Die griechische Regierung will mit der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds über ein „mehrjähriges Wirtschaftsprogramm“ sprechen. Damit steht die Finanzhilfe der Euro-Staaten und des IWF für Griechenland unmittelbar bevor.
Die Finanzhilfe der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Griechenland steht unmittelbar bevor. Die griechische Regierung hat am Donnerstag die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank und den IWF um die Aufnahme von Gesprächen über ein „mehrjähriges Wirtschaftsprogramm“ gebeten, das in Einklang mit den Hilfszusagen der Euro-Gruppe stehen solle. Zuvor waren die Kurse griechischer Staatspapiere stark gesunken.
EU-Währungskommissar Olli Rehn bestätigte das griechische Gesuch. Das gewünschte Programm könne durch „finanzielle Unterstützung der Euro-Staaten begleitet werden“. Die griechische Regierung legte zwar Wert auf die Feststellung, dass sie um diese Hilfe noch nicht gebeten habe. In Brüssel wurde aber damit gerechnet, dass der griechische Finanzminister George Papaconstantinou am Treffen der Euro-Gruppe am Freitag den Antrag stellen werde. Rehn kündigte an, die Gespräche mit den Griechen würden am kommenden Montag in Athen beginnen.
Nächster Finanzierungsbedarf Mitte Mai
Das Gesuch der griechischen Regierung kam zu einem Zeitpunkt, da die Verunsicherung über die Schuldenkrise einem neuen Höhepunkt entgegenstrebte. Spekulationen über mangelnde Nachfrage für eine geplante Dollar-Anleihe der Griechen hatten die Risikoaufschläge für deren Staatsanleihen am Donnerstag zunächst in die Höhe getrieben. Zweijährige Titel verloren mehr als 2 Prozent an Wert, wodurch sich die Rendite auf fast 7 Prozent erhöhte. Nachdem an den Märkten die bevorstehenden Verhandlungen über mögliche Unterstützung für Griechenland bekannt wurden, erholten sich die Kurse. Zweijährige griechische Anleihen verzeichneten gegenüber dem Tiefpunkt Gewinne von rund 4 Prozent, wodurch die Rendite in kurzer Zeit um 0,7 Prozentpunkte auf 6,25 Prozent gedrückt wurde.
Die Euro-Staaten bieten Griechenland Geld für einen Zeitraum von drei Jahren zu einem Zins von 5 Prozent an. Dies haben die Finanzminister des Euro-Raums am Sonntag festgelegt. Mögliche bilaterale Kredite sollen sich im ersten Jahr auf bis zu 30 Milliarden Euro belaufen. Hinzu kämen Hilfen des IWF, deren Volumen noch offen ist. Das Programm ist auf drei Jahre ausgelegt. Insgesamt könnte das Volumen der Hilfen von Euro-Staaten und IWF nach Spekulationen an den Märkten bis zu 80 Milliarden Euro betragen.
Der nächste Finanzierungsbedarf entsteht für Athen Mitte Mai, wenn Anleihen zurückgezahlt werden müssen. Falls Griechenland dafür fremde Hilfe in Anspruch nehmen sollte, müssen vor allem die Konditionen – also das „Wirtschaftsprogramm“ festgelegt sein.
IWF blickt erstmals in griechische Bücher
Der IWF kündigte an, nächste Woche ein Team nach Athen zu schicken, das zusammen mit der EU und Griechenland über Höhe von möglichen Finanzhilfen und Konditionen mehrjährigen Programms beraten werde. Dabei werde es um eine angemessene Mischung von Finanzierung und wirtschaftspolitischen Korrekturen gehen, sagte eine Sprecherin. Der Fonds verwies darauf, dass Griechenland nicht um finanzielle Unterstützung gebeten habe.
Der Währungsfonds hat in den griechischen Wirren Athen bislang nur in technischen Fragen etwa der Steuer- und Haushaltspolitik geholfen. Nun erhält er erstmals Einblick in die griechischen Bücher und kann mit der Regierung über notwendige wirtschaftspolitische Maßnahmen im Rahmen eines Hilfsprogramms sprechen. Die Sprecherin ließ offen, wann mit einem Ergebnis der IWF-Mission zu rechnen sei. Der Fonds werde bei einer Kreditvergabe sicherstellen, dass angemessene Auflagen erfüllt werden. Über einen Kredit des IWF müsste nach einer formalen Anfrage Athens das Exekutivdirektorium entscheiden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.789,02 | +0,60% |
| FAZ-INDEX | 1.514,75 | +0,58% |
| TecDAX | 772,89 | −0,09% |
| MDAX | 10.351,90 | +0,34% |
| SDAX | 4.989,11 | +0,48% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.518,88 | +0,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,14 | +0,21% |
| Dow Jones | 12.884,00 | +0,04% |
| Nasdaq 100 | 2.545,72 | +0,54% |
| S&P500 | 1.349,96 | +0,22% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3245 | −0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 117,58 $ | −0,23% |
| Gold | 1.746,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 137,72 € | −0,01% |