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Lars Feld zu Griechenland Wirtschaftsweiser dringt auf Umschuldung

12.04.2011 ·  Der Ökonom Lars Feld fordert eine schnelle Umschuldung Griechenlands. „Wenn wir bis 2013 warten, dann ist fraglich, ob es überhaupt noch private Gläubiger Griechenlands gibt“, sagte der Wirtschaftsweise der F.A.Z.

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Das neu ernannte Mitglied des Sachverständigenrats („Wirtschaftsweise“) Lars Feld hat eine Umschuldung Griechenlands angemahnt. „Eine Umschuldung wäre ein Signal an die Finanzmärkte, dass man zu einer Staatsinsolvenzordnung kommt“, sagte der Freiburger Finanzwissenschaftler bei einem Besuch der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Für Griechenland sieht er keine andere Möglichkeit als eine Umschuldung: Die Belastungen seien zu hoch, die wirtschaftliche Entwicklung zu schlecht.

Eine Umschuldung, die entweder durch einen Schuldenschnitt oder eine Verlängerung der Laufzeiten für griechische Anleihen vorgenommen werden könnte, beteiligte die Gläubiger Griechenlands, die von hohen Zinsen profitiert haben, an den Verlusten. So würde verhindert, dass die Steuerzahler anderer Länder für das griechische Schuldendebakel mithaften. Allerdings sieht Feld mit Sorge, dass staatliche Institutionen immer mehr griechische Schuldtitel halten. „Wenn wir bis 2013 warten, dann ist fraglich, ob es überhaupt noch private Gläubiger Griechenlands gibt“, sagte er.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat für 77 Milliarden Euro Anleihen von angeschlagenen Eurostaaten aufgekauft, zudem akzeptiert sie solche Anleihen trotz schlechter Bonität als Sicherheiten. Auch die deutsche KfW-Bankengruppe sowie einige Landesbanken halten griechische Anleihen. Bei einer Umschuldung träfen die Verluste diese staatlichen Institutionen, also indirekt den Steuerzahler. Feld vermutet, dass es in der Amtszeit des EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet bis Ende Oktober nicht mehr zu einer Umschuldung Griechenlands kommen werde. „Trichet will vermeiden, dass in der EZB-Bilanz Abschreibungen der Staatsanleihen hochverschuldeter Länder vorgenommen werden müssen“, sagte Feld.

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Von Heike Göbel

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