26.04.2011 · Die EZB nennen eine Umschuldung Griechenlands ein hochriskantes Unterfangen. Dass sie versucht, Panik für den Fall einer Umschuldung zu schüren, erscheint geradezu verantwortungslos.
Von Gerald BraunbergerDie Führung der Europäischen Zentralbank hat schon souveräner agiert als in diesen Tagen. Mehrere Mitglieder des Direktoriums haben in einer zum Teil sehr drastischen Wortwahl eine Umschuldung Griechenlands als ein hochriskantes Unterfangen für die Stabilität des Banksystems bezeichnet.
Dass die EZB sich gegen eine Umschuldung wendet, sei ihr unbenommen, zumal sie als Besitzerin einer großen Portion griechischer Staatsanleihen ohnehin nicht länger im Ruf einer unparteilichen Beobachterin der europäischen Anleihemärkte steht. Aber dass sie versucht, Panik für den Fall einer Umschuldung zu schüren, erscheint geradezu verantwortungslos.
Griechenland ist, anders als es Vertreter der EZB suggerieren, nicht einfach illiquide. Das Land ist insolvent, und in einer solchen Situation stellt sich naturgemäß die Frage nach einer Umschuldung. Niemand behauptet, ein solches Verfahren wäre frei von jeglichen Risiken. Umschuldungen sind aber auch keine Geheimwissenschaft. Die Aufgabe einer Institution wie der EZB sollte darin bestehen, durch ihre Politik und ihre Kommunikation zur Stabilität an den Märkten beizutragen. Alarmismus steht ihr schlecht.
Gerald Braunberger Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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