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Dienstag, 18. Juni 2013
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Nach Zypern-Hilfspaket Italiener kennen den Zugriff auf ihre Konten

 ·  Italiens Wirtschaft gehe es viel besser als der von Zypern, sagt der Chef der Börsenaufsicht. Aber gerade die Italiener haben 1992 erlebt, dass der Staat einen Teil ihrer Einlagen kassierte.

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Italiens Anleger und Bankkunden bleiben im Moment ruhig. Obwohl die Börse schlecht gestartet ist und der Spread zu deutschen Staatstiteln ein wenig gestiegen ist, liegt er immer noch unter dem Wert von 340 Basispunkten, der nach dem Wahltag erreicht wurde. Der Chef der italienischen Börsenaufsicht, Giuseppe Vegas, drückte das Gefühl der Italiener aus: Zypern sei doch ganz anders, Italien habe viel bessere fundamentale Wirtschaftsdaten.

Dennoch überdecken solche Äußerungen kaum die Sorge, dass Italien drei Wochen nach der Parlamentswahl weiter unregierbar bleiben könnte. Im Moment haben aber weder die Italiener, noch die Finanzmärkte die Geduld mit den italienischen Politikern verloren. Wenn das geschieht, kann die Reaktion schnell und dramatisch werden. Denn die Italiener haben schon schmerzhafte Erinnerungen an einen Zugriff des italienischen Staates auf ihre Konten: Über Nacht hatte im Herbst 1992 die damalige Regierung von Giuliano Amato verfügt, dass von jedem Girokonto 6 Promille des Kontostandes als Steuer eingezogen werden. Der Stichtag lag dabei in der Vergangenheit, um Kapitalbewegungen vor der Steuer zu vermeiden.

Die privaten Einlagen der Italiener belaufen sich derzeit auf rund 1,44 Billionen Euro (Stand Januar), das sind rund 400 Milliarden Euro mehr als es im Oktober 2008 gewesen waren. Ausländer haben gut 140 Milliarden Euro auf Konten italienischer Banken deponiert - das sind weniger als früher: Im August 2008 beispielsweise waren es noch gut 230 Milliarden Euro gewesen.

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Jahrgang 1962, Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

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