16.09.2011 · Eine Gruppe prominenter Wirtschaftsprofessoren hat sich hinter die Überlegungen von Wirtschaftsminister Rösler gestellt. Sie seien „der Meinung, dass eine Staatsinsolvenz in Betracht gezogen werden sollte“.
Von Philip PlickertRichtlinien für Lesermeinungen
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Betreffend den IWF, gibt es da eine Sache an die wir uns nicht gleich erinnern.
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..."The source of the senators' concern is an emergency provision, approved by the Group of 20 industrialized nations in 2009, granting the IMF broad powers to expand its lending authority. That could leave American taxpayers on the hook for any IMF loans that later go bad.
In July, Geithner sought to reassure the senators that won't happen."...
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"US taxpayers could be on hook for Europe bailout" (msnbc, bottomline)
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Da die USA blank sind, der Kongress eine Pep. Mehrheit hat, weiß ich nicht wo Lagarde noch mehr Geld herholen würde.
Selbst in China ist inzwischen eine Diskussion über "collateral" (siehe die Finnen!) gegen "Hilfe" für europäische Schuldnerstaaten aufgekommen!
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Der IWF soll momentan noch $ 390 Milliarden verfügen. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt dass es auch noch andere Länder in dieser Welt gibt, die vielleicht Hilfe brauchen.
@Georg Krähling
Mit Ihrer Behauptung, ein Staat sei nichts anderes als ein Unternehmen haben zumindest Sie bewiesen, dass Sie von Ökonomie nicht viel verstanden haben. Ein Unternehmen betrachtet oder richtet sich nach betriebswirtschaftlichen Regeln, ein Staat nach makroökonomischen bzw. volkswirtschaftlichen. Das ist ein riesiger Unterschied. Ein Staat kann nicht insolvent gehen, insoweit reden Sie und Herr Rösler Unsinn.
Der IWF wird sicher bald aussteigen
Der IWF wird seinen Mitgliedern auf Dauer nicht vermitteln können, ständig Gelder in ein Fass ohne Boden zu pumpen. Es kann nicht mehr lange dauern, dann zieht sich der IWF aus diesem "Projekt" zurück. Das ist unter anderem auch ein Grund dafür, dass die Politik mit aller Macht versucht, die Erweiterung des EFSF und den ESM durchzudrücken. Wenn der ESM dann steht, wird die Bankrotterklärung der ganzen EU-Zone nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Frage an die wenigen Großeuropa-Enthusiasten hier:
Was sind eigentlich die gemeinsamen Interessen von Island und Zypern?
Und noch ein anderes Thema: Ein vereinigtes Großeuropa würde doch auch eine gemeinsame Armee brauchen; wer hat nun den Oberbefehl über diese Streitkräfte?
So wie unsere wunderbare Transferunion zur Zeit abläuft, vermute ich, daß die Deutschen dann Hilfstruppen für die die Kolonialkriege gewisser Staaten stellen dürfen!
Und das alles im deutschen Interesse, falls man bie einem solchem entgeistertem Trümmerhaufen noch von einer Nation sprechen kann?
In Ermangelung eines Hauptfaches Ökonomie an unseren Schulen...
...gilt das Wort "Insolvenz" schon im relativ kleinen, innerdeutschen Raum als der Inbegriff des Bösen, schuld an Arbeitslosigkeit mit allen Folgewirkungen bishin wahrscheinlich sogar noch zum angeblich schlechten Sommerwetter 2011. Und nun das Ganze auch noch in groß, das kann ja nichts Gutes sein.
Würden wir alle insolventen Unternehmen mit irgendwelchen Rettungsschirmen auffangen hätten wir in Kürze Zustände, wie in der ehemaligen DDR zur Zeit des Mauerfalls. OK, wir hätten keine Arbeitslosen, zumindest keine, die sich so nennen, beim Friseur kämen wir sofort dran, könnten uns sogar noch eine von den 10 wartenden Friseusen aussuchen, nur der Staat wäre halt pleite, so wie es uns die DDR ja auch vorspielte. Fazit: Die Insolvenz ist ein zwingend notwendiges Instrument zur "Trennung" ineffektiver Produktionen von effektiven, schafft somit (sichere) Arbeitsplätze und steigert sogar noch unsere "Konsumentenrente".
Ein Staat ist grundsätzlich nichts anderes als ein Unternehmen. Bedeutet, wir unterstützen mit den Rettungsschirmen ineffektive Strukturen zu Lasten der effektiver arbeitenden Länder. Da muss es zwingend erlaubt sein, über eine Insolvenz zu diskutieren und zwar ergebnisoffen.
Danke Herr Rösler.
Fuehrende Oekonomen!
Bofinger sieht vieles anders, aber nur weniges richtig ;-)
@Körnel Börton: "Populistische Überschrift - "Einige Ökonomen" müsste es heißen"
Die Wahrheit ist: Es muss heißen: ALLE Ökonomen, die kompetent und Bürger-orientiert sind (!) und nicht verblendet, unfähig oder bestimmte Ausbeutungskartelle unterstützen.
Herrn Bofingers diversen Aussagen zufolge würde ich ihn ganz klar nicht in diese Gruppe einordnen, sondern in die Gruppe derer, die knallhart die Interessen der Parteifunktionäre - nach immer mehr Geld drucken etc. - vertritt und die Bevölkerung mit Pseudoanalysen usw. dazu überreden soll, nichts zu tun bzw. den Kurs der Funktionäre zu unterstützen.
K. Börten - sicher gibt es auch andere Ökonomen, wie den Bofinger
wichtig ist allerdings, welchen Wert eine Aussage hat. Haben diese Ökonomen, deren Meinung sie jetzt in Zweifel ziehen, nicht vor zehn Jahren das Fiasko des EUR vorhergesagt? Hat damals, als der Umtausch der DM, FF, Lira usw. gut über die Bühne ging, nicht Herr Sinn zu recht darauf hingewiesen, dass dies jedes 3.Weltland genauso hinkriegt, und das dies eben kein Beweis für die Stabilität und Fähigkeit des EUR darstellt?
Haben nicht Herr Sinn, Herr Fels, ... das Scheitern des 1. Griechenlandrettungspakets vorhergesagt? Haben sie damit recht behalten? oder hat der Bofinger mit seinen Utopien recht behalten?
Wem sollten wir also mehr glauben? Einem Traumtänzer namens Bofinger? oder Ökonomen, die sich an der Realität orientieren?
Ich wäre dafür, daß der Rösler übernimmt
Wenn ich soviel Spielgeld hätte, um auf den desaströsen Ausgang zu wetten.
Populistische Überschrift - "Einige Ökonomen" müsste es heißen
So bekommt man den Eindruck, da wäre eine generelle Übereinstimmung. Selbst Peter Bofinger als Mitglied des Sachverständigenrates sieht das sicher anders. Stichwort Synergieeffekte.
Sie alle wären doch eine tolle Truppe um eine Demo von der Frankfurter Hauptwache zur ECB anzuführen um dann einen großartigen Vortrag/Aufruf zu geben? Bitte überlegen Sie ob Sie das für Kinder, Enkel und uns alle tun könnten.
Nicht wahr, Herr Plickert, sie wären doch auch dabei?
Danke für Ihren erhellenden Artikel.
Wie mögen sich wohl die Rettungspolitiker die endgültige Lösung des Problems vorgestellt haben, falls sie sich überhaupt darüber Gedanken machen? Soll das nicht sanierbare Griechenland auf Dauer alimentiert werden, so wie wir in Deutschland den “Stadtstaat“ Bremen durchfüttern (Pro-Kopf-Verschuldung höher als in Griechenland)?
Der von unserer alternativlosen Staatsratsvorsitzenden verhängte Maulkorb soll nur die Fakten unterdrücken. Die unvermeidliche Pleite Griechenlands wäre unterm Strich nicht nur die preiswertere Lösung, sondern sie wäre auch für Griechenland hilfreicher. Nach weiterer kostspieliger Konkursverschleppung wird die Pleite am Ende aber doch kommen. Die involvierten Banken sollte man dann nicht schon wieder herauskaufen, sondern ebenfalls in den Konkurs schicken. Dann wäre die Bankenbranche endlich bereinigt und geläutert, besser als alle Regulierungen dies vermögen. Wir haben noch genügend gesunde Banken. Luxuriöse Beschäftigungsgesellschaften wie die WestLB braucht kein Mensch.
Es gibt keine Denkverbote, Frau Merkel
Natürlich muß man sorgfältig über das Für und Wider und die eventuellen Modalitäten einer griechischen Staatsinsolvenz nachdenken. Sie ist sicher kein Allheilmittel.
Aber die Dauerfinanzierung diese Landes, "koste es, was es wolle", setzt die zahlenden Länder weiteren Erpressungen aus und ermutigt andere Länder, es Griechenland gleich zu tun.
Es ist auch nicht Deutschlands Aufgabe, französische Banken zu finanzieren, die zu viel Griechenland-Papiere halten. Wer sich aus Gier verspekuliert, muß eben zahlen.
Und die gute Laune Sarkozys möge Frau Merkel mit Geld aus ihrer Privatschatulle und nicht mit dem des deutschen Steuerzahlers erkaufen.
Es gibt keine Denkverbote, Frau Merkel
Natürlich muß man sorgfältig über das Für und Wider und die eventuellen Modalitäten einer griechischen Staatsinsolvenz nachdenken. Sie ist sicher kein Allheilmittel.
Aber die Dauerfinanzierung diese Landes, "koste es, was es wolle", setzt die zahlenden Länder weiteren Erpressungen aus und ermutigt andere Länder, es Griechenland gleich zu tun.
Es ist auch nicht Deutschlands Aufgabe, französische Banken zu finanzieren, die zu viel Griechenland-Papiere halten. Wer sich aus Gier verspekuliert, muß eben zahlen.
Und die gute Laune Sarkozys möge Frau Merkel mit Geld aus ihrer Privatschatulle und nicht mit dem des deutschen Steuerzahlers erkaufen.
Auch hier hilft wieder einmal nur der klassische Staatsbankrott
Man fragt sich wirklich, was für Gecken auf der Welt gegenwärtig das Sagen haben: Einzig in Island erblickt man Licht am Ende des Tunnels, weil dort das Volk die Haftung für den Bankenunfug abgelehnt hat; aber sonst von Portugal über Griechenland bis hin nach Irland und Weißrussland machen die Möchtegernstaatsmänner zuerst gewaltige Schulden, anstatt entweder die Ausgaben zu senken, dem Staat neue Einkünfte – in der alten Zeit erzeugten sich Staaten wie Preußen oder Rom einen Teil ihrer Einkünfte durch Staatsdomänen, welche entweder selbst bewirtschaftet oder verpachtet worden sind - zu erschließen oder schlicht die Steuern zu erhöhen; um dann, wenn das Ende der Fahnenstange erreicht ist bei internationalen Schröpfvereinen wie dem IWF oder der Weltbank betteln zu gehen; diese vorordnen dann den zahlungsunfähigen Ländern eine Rosskur, welche dem Staat seines letzten Besitzes beraubt, die Volkswirtschaft schwer schädigt, das Volk verarmen läßt und zu inneren Wirren bis hin zum Bürgerkrieg führen. Dies alles bloß, um dann am Ende doch einen Staatsbankrott, der nun wirklich kein Beinbruch ist, machen zu müssen und fortan mit gegebenen Mitteln zu wirtschaften: Denn kein Volk wird sich dauerhaft der Zinsknechtschaft beugen…
Die Bundesregierung wünscht die Transferunion?
Ob Merkel und ihr Kabinett wohl wirklich die Transferunion wünschen? Ob der Dicke wohl wirklich die Abschaffung der Mark will, haben wir uns in den stürmischen Zeiten der Wiedervereinigung gefragt. Heute kennen wir den Preis für die Einheit, den der Herr des Elysées damals forderte. Vom der Transferunion kennen wir nur den Preis.
Und eure Zensur auf Kommentare, liebe FAZ, ......
...die die Auslieferung der Quelle fordern, ist einfach klasse. Danke.
Würde mich trotzdem freuen, die Auslassungen der Herren Ökonomen ohne journalistische Übersetzung zu lesen. Warum die Pappnasen es an die Presse schicken, statt von ihrer massig vorhandenen Kohle ganzseitige Anzeigen oder dergleichen zu schalten, nun, ein Schelm....
"Ein „Denkverbot“ über eine Insolvenz Griechenlands zu erlassen sei ein Rückfall in obrigkeitsstaatliches Denken, kritisieren sie. "
War der Papst schon da, oder wer hat hier was erlassen?
„Wenn Deutschland bei seiner Politik der ,Euro-Stabilisierung‘"
Haben Merkel und Rössler etwa was unternommen? Habe ich was verpasst?
"eine Staatsinsolvenz eines Mitgliedslands nicht in Erwägung zieht, ist es durch die Gläubiger beliebig erpressbar“
Aha, Weil Angela und Phiip voll am stabilisieren sind und eindeutige Signale an die Mägde senden, sind sie zum Spielball geworden? Klingt logisch.
"Diese Politik"
die der kompromisslosen Eurostabilisierungspolitik oder des - de facto - rumdümpelns auf Sicht??
"provoziere eine ständige Erweiterung der Rettungsschirme und lenke den Euroraum auf direktem Wege in eine Transferunion."
Wie jetzt? Merkel hat eine Vision? Die, der knallharten Eurostabilisierung, auch auf Kosten einer Transferunion? Merkt man zwar nicht, aber dass diese Richtung Philip nicht gefällt, ist klar.
„Wenn aber Teile der Bundesregierung ..."
Ist Angie doch eine App von Schavan?
"Peter Bernholz, Norbert Berthold, Axel Börsch-Supan, Friedrich Breyer, Johann ... etc. etc."
Tolles Telefonbuch. Beeindruckend!
@Martin Hofmann-Apitiu
Sie begreifen oder wollen offenbar nicht sehen, dass wir nicht auf einer Insel leben. Uns werden, wenn wir Griechenland nicht helfen und Eurobonds einführen, noch ganz schön die Brocken um die Ohren fliegen. Wenn der Schuldner Griechenland pleite ginge, weil viele das für das Beste halten, was wird dann mit den Gläubigern? Schuldner und Gläubigere bilden eine Einheit. Der eine will, was ein anderer ihm versprochen hat. Es ist doch naiv zu glauben Euroland sei keine Transferunion. Allein die Tatsache, dass die Staaten unterschiedliche Summen in das Unions-Budgets einzahlen und Leistungen daraus erhalten, zeigt dies sehr deutlich. Nur weil einige Stabilitätsfanatiker durchdrehen, weil der Rest der Welt ihren Unsinn nicht gut findet. Die Schuldner und Gläubiger sind weltweit so miteinander verwoben, dass die Vorstellung, wir trennen uns von den Schuldnern und der Steuerzahler ist gerettet, so erkenntnisfremd ist, dass man sich wundert, warum intelligente Menschen für makroökonomische Zusammenhänge so wenig Vernunft zeigen. Da spielen ein paar verschnupfte Ökonomen verrückt und wollen den Menschen heute erzählen, was richtig oder falsch ist, obwohl sie noch wenige Tage vor der Finanzkrise nichts geahnt haben.