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Hunderte Verletzte Schwere Ausschreitungen in Athen

30.06.2011 ·  In Athen haben die Krawalle gegen den Sparkurs der Regierung auch in der Nacht zum Donnerstag angehalten. Nachdem das Sparpaket das Parlament passiert hat, müssen die Abgeordneten jetzt noch über konkrete Schritte zur Ausführung abstimmen.

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In der griechischen Hauptstadt ist es in der Nacht abermals zu schweren Ausschreitungen gewaltbereiter Demonstranten gekommen. Hunderte Vermummte randalierten und lieferten sich rund um den zentralen Syntagma-Platz bis in die frühen Morgenstunden Zusammenstöße mit der Polizei. Die aufgebrachten, vornehmlich jugendlichen Protestler warfen Steine, schlugen Fensterscheiben ein und setzten vereinzelt Gebäude in Brand. Die Feuerwehr konnte regelrecht in letzter Minute sieben Menschen aus einem brennenden Gebäude retten und das Feuer löschen, wie das griechische Fernsehen berichtete.

Am Donnerstagmorgen war die Luft im Zentrum Athens wegen des am Vortag eingesetzten Tränengases beißend. Dutzende Schaufenster von Banken und Geschäften wurden zerstümmert, viele Haltestellen und Bankautomaten sind beschädigt.

Laut einer vorläufigen Bilanz der Polizei und des Gesundheitsministeriums wurden 148 Menschen verletzt und mussten in Krankenhäusern behandelt werden, darunter sind 49 Polizisten. Mehr
als 500 Menschen wurden vorübergehend wegen Atemwegsbeschwerden behandelt, wie es hieß. Über 40 gewalttätige Demonstranten wurden nach Angaben des Rundfunks festgenommen.

Nach der Zustimmung des griechischen Parlaments zum umstrittenen Sparpaket der Athener Regierung geht der Streit um eine Rettung des Schuldensünders Griechenland weiter. In Athen muss am Donnerstag noch ein Ausführungsgesetz das Parlament passieren. In Berlin wollen die Chefs von Privatbanken und Versicherern mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ein Modell für eine freiwillige Beteiligung an einem zweiten Hilfspaket für Athen festlegen.

Das Land wartet auf die nächsten 12 Milliarden Euro

Am Mittwoch hatte das griechische Parlament mit seiner Zustimmung zu dem drastischen Sparpaket eine drohende Staatspleite vorerst abgewendet. Nun ist der Weg für weitere Milliardenhilfen nahezu frei. Der sozialistische Regierungschef Giorgos Papandreou will bis 2015 gut 78 Milliarden Euro einsparen. Das ist Voraussetzung für neue Milliardenhilfen, ohne die Griechenland schon in den nächsten zwei bis drei Wochen pleite wäre. Das Land wartet auf die nächsten 12 Milliarden Euro aus dem seit 2010 laufenden 110-Milliarden-Programm von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Außerdem soll ein neues Hilfspaket im Umfang von bis zu 120 Milliarden Euro am kommenden Wochenende von den EU-Finanzministern beschlossen werden. Die Entscheidung löste weltweit Erleichterung aus: Dies sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft Griechenlands, aber auch für die Stabilität des Euro als Ganzes, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Auch die Europäische Union zeigte sich erleichtert. Nötig sei nun noch ein „Ja“ der Abgeordneten zu dem Ausführungsgesetz des Sparprogramms am Donnerstag, teilten EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso mit.

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Von Heike Göbel

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29.05.2012 17:45 Uhr
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