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Hedgefonds-Manager Soros „Kein Angriff auf den Euro“

26.06.2010 ·  Der Hedgefonds-Manager George Soros hat es in der Krise zu Bekanntheit gebracht: Einer seiner Mitarbeiter soll mit anderen Hedgefonds-Managern einen „Angriff auf den Euro“ ausgeheckt haben. Soros bestreitet das. In turbulenten Zeiten gebe es eben „Leute, die Glück haben, während die Mehrheit leidet“.

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Der Hedgefonds-Manager George Soros hat das Gebaren der Spekulanten in der Euro-Krise verteidigt. „Es ist jederzeit völlig in Ordnung, wenn man mit seiner Firma Geld verdienen will“, sagte Soros der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Ein Mitarbeiter von Soros hatte sich im März mit anderen Hedgefonds-Managern getroffen und dabei über eine Abwertung des Euro diskutiert. Dieses Treffen war vielfach als Verschwörung gegen den Euro gesehen worden. Soros sagte der F.A.S., die Hedgefonds hätten keinen Angriff auf den Euro ausgeheckt. „Das war nicht etwa ein Geheimtreffen, sondern fand öffentlich in einem Restaurant statt. Solche Treffen gibt es jeden Tag. Bei diesem Essen ging es nur drei Minuten um den Euro.“

Die Hedgefonds seien nicht schuld an den Schwierigkeiten des Euro. „Tatsächlich sind die Zentralbanken auf der ganzen Welt die größten Euro-Spekulanten. Die Hedgefonds haben nur versucht, sich darauf einzurichten, dass die Zentralbanken das Vertrauen in den Euro verlieren würden.“

„In turbulenten Zeiten gibt es Leute, die profitieren“

Soros verteidigte die Gewinne der Spekulanten in der Euro-Krise, die entstehen, obwohl andere Menschen leiden. „Es ist eben so: In turbulenten Zeiten gibt es Leute, die Glück haben und profitieren, während die Mehrheit leidet. Darüber ärgert sich die Mehrheit verständlicherweise“, sagte Soros der F.A.S. „In solchen Situationen müssen bessere Regeln geschaffen werden. Es ist nämlich schon in Ordnung, Geld zu verdienen, wenn man sich an die Regeln hält.“

Der Euro müsse sich auf Dauer ändern, forderte Soros. „Die Regeln müssen auf Dauer geändert werden. Der Euro ist ein fehlerhaftes Konstrukt.“ Der Maastricht-Vertrag mit seinen Obergrenzen für die Staatsverschuldung hätte durchgesetzt werden müssen. Derzeit allerdings dürfe man die Maastricht-Kriterien nicht durchsetzen, sondern müsse warten, bis die Zeit wieder besser ist.

Darum sei das deutsche Sparpaket falsch. „Die anderen europäischen Länder müssen mit Deutschland konkurrieren können“, sagte Soros der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Wenn aber Deutschland jetzt spart, müssen die anderen noch mehr sparen - und das drückt sie noch tiefer in die Deflation.“ Soros forderte eine Politik der zwei Phasen: „Zuerst müssen Sie die Balance im Euroraum wiederherstellen, dann können Sie den Euro umbauen und sparen.“

Das vollständige Gespräch mit George Soros lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 26. Juni 2010.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
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