Immer mehr Nachrichten aus Athen zeigen die Dramatik, in der Griechenland steckt. Es scheint, als sei die einzige Frage, wie lange das Land noch durchhalten kann. Am Freitag hat die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit von acht griechischen Banken um zwei Stufen gesenkt. Die Nationalbank von Griechenland, EFG Eurobank Ergasias, Alpha Bank, Piräus Bank, Landwirtschaftsbank von Griechenland und Attika-Bank wurden von B3 auf CAA2 abgewertet. Emporiki Bank und General Bank wurden von B1 auf B3 herabgestuft. Als Begründung nannte Moody's die schwache Wirtschaft Griechenlands und sinkende Einlagen bei den Instituten. Die griechische Wirtschaft steckt in einer tiefen Rezession, die Kritikern zufolge vom Sparkurs der Regierung verschärft wird. Griechenland kann nur mit internationalen Hilfen eine Zahlungsunfähigkeit verhindern.
Angesichts solcher Nachrichten hält der neue niederländische Notenbankgouverneur Klaas Knot einen Staatsbankrott für möglich. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Griechenland in eine Insolvenz schlittere, sagte er der Zeitung „Het Financieele Dagblad“. „Das ist eines der Szenarien“, sagte das Mitglied im Erweiterten Rat der Europäischen Zentralbank (EZB). „Ich war lange überzeugt, dass eine Insolvenz nicht notwendig ist. Aber die Nachrichten aus Athen sind manchmal nicht ermutigend. Alle Anstrengungen richten sich darauf, eine Insolvenz zu verhindern, aber ich bin mir nun viel weniger sicher als vor einigen Monaten, dass eine Insolvenz ausgeschlossen werden kann“, sagte Knot in seinem ersten großen Interview seit Amtsantritt.
Auch Griechenland diskutiert die Möglichkeiten, die dem Land noch bleiben. Finanzminister Evangelos Venizelos soll eine geordneten Insolvenz mit einem Schuldenschnitt von 50 Prozent als Szenario nennen. Die griechischen Zeitungen „Ethnos“ und „Ta Nea“ berichten, dass er dies vor einer Rede vor Abgeordneten gesagt habe. Sie berufen sich dabei auf anwesende Personen. Gleichzeitig habe er einen Antrag auf einen Schuldenschnitt von 50 Prozent gefährlich genannt. Dies würde die Zustimmung und die Zusammenarbeit vieler voraussetzen. Als weitere Szenarien nannte er demnach eine ungeordnete Insolvenz oder die Umsetzung der Beschlüsse vom 21. Juli. Damals wurde ein zweites Rettungspaket für Griechenland in Höhe von 109 Milliarden Euro vereinbart.
Der stellvertretende Regierungssprecher Angelos Tolkas dementierte die Berichte am Freitag. Griechenland werde die Beschlüsse vom 21. Juli umsetzen. „Die große Herausforderung ist, jede Art von Insolvenz oder Zusammenbruch zu vermeiden“, sagte er. Auch die sozialistische Abgeordnete Theodora Tzakri sagte, es gebe kein Szenario für einen Schuldenschnitt von 50 Prozent. „Ich dementiere das kategorisch. Ein solches Szenario gibt es nicht“, sagte sie.
Experten plädieren schon länger für einen Schuldenschnitt. Gläubiger müssten dann auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Wer heute seine griechischen Staatsanleihen verkaufen möchte, bekommt am Markt schon jetzt weniger als die Hälfte des Ausgabepreises.
Die Personalie Asmussen / marcus stegmann (spiegel66)
Gerold Keefer (solaris21)
- 24.09.2011, 18:36 Uhr
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Gerhard Rohlfs (gerhardrohlfs)
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Gerhard Rohlfs (gerhardrohlfs)
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@Lars Köhler
Klaus Dischinger (SilvaH)
- 23.09.2011, 21:06 Uhr