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Griechenlands Staatsschulden Domino

02.09.2011 ·  Griechenland war der erste Dominostein, der fiel. Täglich wandern jetzt über die EZB und andere einseitige Tauschgeschäfte immer mehr schlechte Schulden von Privaten zur öffentlichen Hand. Das Spiel ist erst zu Ende, wenn der letzte Stein fällt.

Von Holger Steltzner
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Griechenland ist nicht Portugal oder Irland, auch nicht Spanien oder Italien. Aber Griechenland war das erste Euroland, das sich nicht mehr in der Lage sah, seine Schulden alleine zu tragen; es war der erste Dominostein, der fiel und andere Eurostaaten mitriss. Griechenland, so hieß es, sei klein, könne leicht von der Gemeinschaft aufgefangen werden, wenn nur rasch mit viel Geld geholfen werde. Im April 2010 beantragte die griechische Regierung Hilfe – der Albtraum begann. Es kippte ein Dominostein nach dem anderen. Deshalb lohnt der Blick zurück.

Teil I der griechischen Tragödie, dass Hellas nicht mehr zahlen kann, wurde fast so lange geleugnet, wie an der Legende gestrickt wird, nur noch mehr Geld unterbinde das Dominospiel. Erst in diesem Sommer gestanden die Rettungseuropäer ein: Griechenland ist pleite. Flugs schnürten sie noch ein Kreditpaket, obwohl die im Gegenzug für die Milliarden versprochenen Reformen auf sich warten ließen. Nun verfehlt Griechenland seine Sparziele abermals. Die Ausgaben des Staates steigen kräftig, die Einnahmen sinken sogar. Die Staatsschulden seien „außer Kontrolle“, gibt jetzt das griechische Parlament zu. Wann stellt sich die Gemeinschaft dem zweiten Teil der griechischen Wahrheit, der noch härter ist? Öffentlicher Dienst und Privatwirtschaft sind durch das Leben auf Pump aufgebläht und nicht wettbewerbsfähig, weshalb „Rettungsmilliarden“ im griechischen Fass ohne Boden verschwinden. Was macht die EU mit einem Land, das zum Wandel, zu Strukturreformen nicht bereit ist, weil es am politischen Willen, an funktionierender Verwaltung und an der Zustimmung in der Bevölkerung fehlt?

Dem offensichtlichen Scheitern in Griechenland steht der Entschluss der Staats- und Regierungschefs gegenüber, mit verdoppeltem Einsatz und mittels Staatsfinanzierung durch den Euro-Krisenfonds die Märkte in die Knie zu zwingen. Es ist nicht riskant, auf das Gegenteil zu wetten. Während sich Parlamentarier in den Euroländern den Kopf zerbrechen, wie sie mit dem kleinen Finger noch auf ihr Haushaltsrecht pochen können, wandern täglich über die Europäische Zentralbank und andere einseitige Tauschgeschäfte immer mehr schlechte Schulden von Privaten zur öffentlichen Hand. Das Spiel der Banken heißt Domino; es ist erst zu Ende, wenn der letzte Stein fällt.

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Jahrgang 1962, Herausgeber.

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