06.03.2010 · Noch können die Griechen nicht so recht fassen, was mit ihnen geschieht. Ministerpräsident Papandreou ist schon müde, Aufdecker Glynos scherzt noch, und der Taxifahrer Balats sucht dringend eine neue Arbeit. Wie Griechenland mit der Krise umgeht.
Von Michael Martens, AthenRichtlinien für Lesermeinungen
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@ Andreas Triebe:
Was sind schon 300 Milliarden griechische Schulden verglichen mit dem stolzen Spanien, das stattliche 792 Milliarden Schulden bei EU-Banken hat, davon allein 225 Milliarden bei deutschen Banken.
Das hat mit Griechen im allgemeinen nichts zu tun. Pleite sind nicht die Griechen, sondern der griechische Staat, weil die Griechischen Staatsdiener ihrer Mitbewohner noch mehr ausgeplündert haben als im Rest Europas. Leider sieht es hier gar nicht sooo viel besser aus. und wenn die Linken Erfolg haben, die 400.000 neue Jobs beim Staat schaffen wollen, bekommen wir noch 400.000 Plünderer mehr und damit jährliche Zusatzkosten von ca. 40 Mrd.€. Die einzigen, die ansatzweise etwas dagegen unternehmrn wollen ist die FDP - und die wird deshalb von den beiden Staatsangestellten- und Beamtenparteien SPD und CDU bis aufs letzte Messer angegriffen.
Sah ein Video im FAZ!
Mit Frau Bundeskanzlerin Merkel,Herrn v.Boroso,den sehr netten Herrn Sarkoshy aus Paris,Herr Papandreou und Herr Zapatero (auf Deutsch-Schuhmacher, Schuster)aus Spanien.
Ich reagierte mit heftiger Gemuetserschuetterung und eisigem Gefuehl im Magen,
als Herr Schuhmacher mit Mitleid im Blick,Herrn Papandreou kameradschaftlich auf
die Schulter klopfte.Natuerlich habe ich es wieder falsch verstanden,oder stimmt
doch etwas bei den Spaniern nicht? Die sollen anscheinend viel tiefer in der "SCHULD"stecken als die Griechen,was ein hoher französischer Beamter in
Bruessel verlauten liess.Wie auch immer,haben die Spanier auch sicher Möglichkeiten mit Hilfe der EU,Reparationen von Deutschland zu bekommen.
Aber so etwas darf man in der FAZ vielleicht gar nicht schreiben.Meine letzte Einlage wurde zensuriert.Auch Herr Berlusconi kann da solidarisch,wie immer mit helfen.Die italienischen Streitkräfte mischten ordentlich mit und halfen General Franco zum Sieg.
Vom Mythos deutscher Überlegenheit
Vom Mythos deutscher Überlegenheit im Finanzwesen sind noch immer viele Bundesmitbürger überzeugt. Geradezu rührend wollen sie das intime Kuscheln im Deutschländle. Endlich wollen sie wieder die Äuglein schließen, was die Realitäten im Schuldenmachen betrifft. Zurück ins DM-Reich...wo alle noch in die Hände spuckten und wir alles gebaut haben, was unsere Väter mit brachialer Gewalt zerstört hatten. 240 Milliarden Euros (!) sind die auszulagernden "Verbindlichkeiten" der von uns Steuerzahlern geretteten HRE allein, die Rolle des Pilatus steht uns nicht gut.
... der auch mal im Kleinen zeigt, wie sich die Mißstände auswirken; besonders die Ausführungen zur Ausstattung der Provinz mit Universitäten sind sehr erhellend. Aber natürlich kein typisch griechisches Phänomen: in anderen Ländern ist dies gängige Politik der Strukturförderung. Kein Land kann sich auf Dauer Landflucht leisten — dies verlagert Probleme nur in die Zukunft und schafft völlig neue Schwierigkeiten.
Ein Land mit so ungünstiger Geografie kann gar nicht anders, als die Provinz zu fördern. Neben den knapp hundert bewohnten Inseln verschiedener Größe (die bspws. ihr Trinkwasser mit Schiffen heranschaffen müssen) sind mehr als dreiviertel des Landes bergig: dort leben aber Menschen! Soll man Krankenhäuser dort nicht bauen, nur weil der Bau und Unterhalt teurer als in gut erschlossenen, planen Ebenen ist? Was passiert dann mit den Patienten? Sollen die Hunderte Kilometer mit dem Hubschrauber zu einer Not-OP geflogen werden?
Dies sind genau die Details, die ich in der bisherigen Berichterstattung — auch in der FAZ — vermisst habe: eine Relativierung der Problematik, eine vorurteilsfreie Darstellung der SPEZIFISCHEN Schwierigkeiten, mit denen dieses Land zu kämpfen hat. Mehr Details bitte, und mehr Augenmaß!
Recht haben Sie. Unsere Bundesänschie erscheint mir als Änschie die Verstopfte, die keine Mittel nimmt, sondern abwartet bis alles seinen "natürlichen" Gang geht.
Ich kann es nicht mehr hören. Auch wenn man es noch so oft wiederholt, es wird einfach nicht wahrer: Die Griechen gehen nicht mit 50 in die Rente. Das Rentenalter beträgt 65 (für Männer)! Und noch was: Der Anteil der Rente am BIP beträgt in GR 13% und in D: 13,4%. Aber mit Vorurteilen ist's halt einfach leichter.
Was jetzt in verschiedenen Berichten ans Licht kommt, lässt den griechischen Staatsbankrott in einem anderen Licht erscheinen: Unternehmen zahlen keine Steuern und führen keine Sozialabgaben ab; die Sozialversicherung hat kein Geld und kann die Krankenhäuser nicht bezahlen; die Krankenhäuser bezahlen ihre Lieferanten nicht; die Lieferanten finanzieren sich mit Bankdarlehen; die Regierung bezahlt die Staatsausgaben zum großen Teil aus Darlehen.
Aberwitzig oder absurdes Theater, in jedem Fall magelt es Griechenland offenbar an den einfachsten und grundlegenden Mechanismen, um einen funktionierenden Staat zu haben. Hier helfen keine Überweisungen, hier muss erst einmal die Basis gelegt werden, um Einnahmen entsprechend den gesetzlichen Grundlagen beizutreiben und so das ganze kranke System vom Kopf auf die Füße zu stellen.
Deflation=Gesundschrumpfen, oder aber man verläßt den Euro und kehrt zu einer abwertbaren Drachme zurück.
Was in Griechenland unvermeidlich ist, wird in den großen Industrie-Staaten des Westens nur aufgeschoben.
Die Herrschenden wissen, das die Sause, die nur möglich durch zuviel Papiergeld der USA ( und auch anderen ) war, eigentlich auf ein gesundes Maß zurückgenommen werden müßte. Stattdessen versucht man das ganze mit noch mehr Fiat-Geld zu übertünchen. Denn enteignet werden am Ende, wie immer, nur die Massen.
Ging es Deutschland gut, könnte man vielleicht das Volk davon überzeugen die Schulden G. zu sozialisieren. Davon kann nicht mehr die Rede sein.
Aber, an einer Weltzentralbank mit einer Zwangswährung, mit der man alle Länder in Haftung nehmen könnte, wird schon eifrig gebastelt.
Die Welt bewegt sich konsequent in Richtung Sozialismus.
das Wunder des EPIKUR-Projekts ante portas
Die Staatsfinanzkrise Griechenlands ist nach der Pleite von LehmanBrother ein weiterer Krisen- und Aufschaukelungs-Schub im Ancien Régime des 2%Wachstumszwang-Regime der KAPITALSTOCKMAXIMIERER. Die zunehmende finanzielle Dimension der Schübe bereiten den Exodus aus der alten Ordnung vor. Staatliche Finanzierungskrisen sind klassische Auslöser von Ordnungsübergängen, d.h. von machtstürzenden Revolutionen. Ein solches geschichtlich bekanntes Prozessmuster läuft z.Zt. vor unseren Augen ab. Fast alle Abwehroptionen gegen den Sturz sind aufgebraucht.
Um das Ancien Régime zu stürzen, benötigt man nach klasssischer Revolutionstheorie jetzt nur noch eine sog. revolutionäre Gruppe, die das projektfähige Wissen über die nachfolgende Fortschrittsordnung drauf hat und nutzt. Die Regierung Papandreou verfügt über dieses Übergangsprojektwissen (unter 'EPIKUR-Projekt' zu googeln) und könnte die Rolle der revolutionären Gruppe übernehmen. Sollte sie in Griechenland entstehen?
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Dann wäre das altgriechische Befreiungsprojekt ins Reich der Freien und KREATIVEN unter dem Namen des geistigen Vaters des Liberalismus 'EPIKUR' vollendbar. Rd. 2300 Jahre war es unterwegs. Im Jahr 306 v.Chr. startete es in Athen - vom Garten der EPIKUREER aus.
Gut ausstaffiertes Griechenland
kallewestrich - Allein, es fehlt das ansprechende Gehalt. Ob alle die Maßnahmen etwas verändern? Der deutsche Beraterstab und abermals Geld zur Förderung, billige Kredite, hilft es? Kommen sie auf die Beine? Oder brauchen sie Neuwahlen? Und wieder nichts?
Herr Papandreou sollte Fr. Merkel einmal zeigen, wie man "sparen" buchstabiert
Griechenland hat eine Volkswirtschaft, die von der Groesse her 10% der Deutschlands entspricht. Wenn Hr. Papandreou EUR 5 Mrd. sparen kann, dann ist die Zielvorgabe fuer Fr. Merkel EUR 50 Mrd. Stattdessen scheint die Regierung schon auf eine Reduzierung der Neuverschuldung von EUR 85 Mrd. auf EUR 80 stolz zu sein -- sehr amuesant.
Griechenland ist der Spiegel ....
... der BRD - nur zeitversetzt. Die Auswirkungen der Schuldenpolitik, beginnen in den 70-iger Jahren, die Zinslasten, die immer weiter steigenden schon bald nicht mehr finanzierbaren Sozialausgaben, die demografische Entwicklung weisen auf die Endlichkeit eines stabilen Staatssystem hin. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es bei uns ebenso knallt. Warum sollte es besser werden? Welche Faktoren weisen denn darauf hin?
Je länger mit deutlichen Einschnitten- siehe Beispiel "Blaues Wunder Griechenland" jetzt - bei ALLEN gewartet wird, desto eher wird dieser Big Bang kommen. Welche Einstufung nach Basel II wohl würde unser Staaten neben vielen anderen erfahren? Ich jedenfalls erhielte nicht einen einzigen Cent.
Eine gespielte, falsche Empörung!
Denn es war allgemein bekannt, dass bei der Schaffung jener widernatürlichen Währungsunion die Länder des Südens allesamt, von Italien bis Portugal, reichlich geschummelt haben! Damals sah man darüber hinweg, da die Währungsunion das Herzstück des Vertrages von Maastricht ist, und damit ein Grundstein des despotisch-bürokratischen Molochs zu Brüssel; hat man damals versäumt die gemachten Angaben zu überprüfen und hat alle Warnungen und Anzeichen in den Wind geschlagen, so muß man nun auch den Schaden tragen! Freilich, das liebe Geld könnte den despotisch-bürokratischen Moloch zu Brüssel, dessen Aufrichtung durch den Lisabonvertrag eine wahre Metamorphose erfahren sollte, insgesamt zu Fall bringen: Die wirtschaftliche Vereinheitlichung- und Zentralisierung sollte ja die politische präjudizieren! Nun aber sind die Staatskassen leer, die öffentliche Empörung ist große und die Aussichten sind düster; weder kann Griechenland sich eine Rosskur verordnen, die den Euro retten würde, noch können die anderen Staaten helfen, ohne ihre Bürger zu verärgern. Außerdem ist Griechenland nur der Vorbote: Spanien, Irland, Portugal und Italien werden folgen. Wird der Euro aber zum inflationären Spielgeld, so dürfte dies hierzulande auch innere Folgen haben.
Frau Merkel, die Wahrheit bitte!
Im Fernsehen redet die Merkel immer davon, daß
1.) keine deutschen Steuergelder nach Griechenland gehen und
2.) Griechenland auf dem richtigen Weg sei.
Beides stimmt nicht! Und das weiß sie selber am besten. Es wurden bisher nur Reformen angekündigt, die aber jetzt schon Proteste auslösen. Griechenland hat mit größter Mühe mal 5 Milliarden Euro zusammengekratzt, was nur eine Atempause bedeutet. Bis Ende Mai benötigen die Griechen insgesamt 20 Milliarden Euro. Und nach dem Mai kommt der Juni, der Juli, der August usw. usw. Insgesamt betragen die Schulden unglaubliche 300 Milliarden! Wahrscheinlich noch mehr, wenn mal unabhängige Prüfer die Bücher durchgehen. Was bedeuten da schon 5 Milliarden und kleine "Reförmchen".
Nach Prof. Sinn (Ifo-Inst.) gibt es für uns nur 3 Möglichkeiten:
a) Wir müssen die griech. Schulden komplett übernehmen. Das bedeutet massive Sozialkürzungen bei uns, damit die Griechen weiterhin mit 55 in Rente gehen können u. Beamte nicht auf ihr 14 Monatsgehalt verzichten müssen.
b)eine indirekte Finanzierung durch allgemeine Inflation. Das heißt, schon eine geringe Inflation von 4 % bedeuten, daß meine Ersparnisse in 10 Jahren nur noch halbsoviel wert sind !!!!
c) Griechenland verläßt die Eurozone (am besten!)
Michael Martens Jahrgang 1973, politischer Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Istanbul.
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