26.04.2010 · Am Montag steigen die Renditen griechischer, portugiesischer und irischer Staatsanleihen deutlich. Die Märkte fürchten sich vor einem weiteren Schock für das Finanzsystem wie vor der Lehman-Pleite 2008.
Zentralbanken und Regierungen haben mit extrem lockerer Geldpolitik und Ausgabenprogrammen auf Pump zwar für eine kurzfristige wirtschaftliche Erholung und einen Boom an den Finanzmärkten gesorgt. Allerdings werden Sparer quasi enteignet, Anleger förmlich zur Spekulation gezwungen und risikoreiches Verhalten wird einmal mehr durch implizite Staatsgarantien gefördert.
Auf dieser Basis bilden sich in kürzester Zeit neue Vermögenspreisblasen, die das nächste Desaster schon absehen ließen, erklären erfahrene Marktstrategen wie etwa Jeremy Grantham vom Vermögensverwalter GMO in Boston. Wer rettet dann die überschuldeten Staaten? Diese Frage stellen sich die Märkte unter anderem während der laufenden „Rettungsaktionen“ nicht nur mit Blick auf das überschuldete Griechenland, sondern auch auf Irland, Portugal, Spanien und Italien.
Stark steigende Renditen und Risikoprämien in Griechenland und Portugal
Die Skepsis der Marktteilnehmer zeigt sich am Montag in Form fallender Rentenmarktkurse und steigender Renditen in genau diesen Staaten. Die Staatsanleihen Griechenlands mit einer Laufzeit von zehn Jahren verlieren am Vormittag 4,9 Prozent ihres Wertes auf ein neues Tief von 79,2 Prozent und die Rendite liegt inzwischen bei 9,4 Prozent und damit satte 6,3 Prozentpunkte über jener deutscher Staatsanleihen. Deutliche Renditeaufschläge von etwas mehr als zwei Prozentpunkten sind inzwischen bei den Staatspapieren Portugals zu verzeichnen. Die Preise für die Absicherung gegen Zahlungsausfälle bei solchen Papieren steigen immer weiter an.
Am Devisenmarkt gerät gleichzeitig der Kurs des Euro gegen den Dollar unter Druck. Nach 1,34 Dollar am frühen Morgen ist der Wert bis zum späten Vormittag auf bis zu 1,3292 Dollar gefallen, während an den Aktienmärkten die allgemeine Euphorie etwas gedämpft wird.
Diese Tendenzen laufen allen Bemühungen durch die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds (IWF) entgegen, für eine Beruhigung zu sorgen. Die Euro-Staaten hatten Griechenland, das im Mai rund zehn Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen muss, für dieses Jahr bis zu 30 Milliarden Euro Notkredite in Aussicht gestellt. Weitere 15 Milliarden könnten demnach vom IWF kommen. Deutschland, das bis zu 8,4 Milliarden Euro der Hilfen an Griechenland verleihen muss, hat sich allerdings gegen voreilige Kredite ausgesprochen und eine genaue Prüfung der Zusagen der Regierung in Athen gefordert. Sollten Deutschland und die anderen Euro-Staaten Griechenland nun Notkredite gewähren, müsste das Land dafür rund fünf Prozent Zinsen zahlen - das wäre deutlich weniger als die hohen Renditen die der Markt verlangen würde.
Ein weiterer „Minsky-Moment“?
Skeptiker vergleichen die Entwicklung in Europa in Bezug auf Griechenland mit den Ereignissen vor der Lehmanpleite und reden von einem weiteren „Minsky-Moment“. Damals „rettete“ man zwar zunächst Bear Stearns, allerdings wurden die systemischen Risiken und Probleme nicht angegangen und gelöst. Die Solvenzrisiken der europäischen Defizitstaaten schaukelten sich nun schon seit Monaten immer stärker auf, ohne dass es politisch zu überzeugenden Lösungen käme, heißt es.
Eine überzeugende Lösung müsste „moralische Versuchungen“ verhindern, erklären Experten. Das sei nur möglich, wenn die Lasten nicht wieder voll von den Steuerzahlern getragen würden, sondern in maßgeblicher Weise auch von den Gläubigern. Ferner müsse absehbar sein, dass Griechenland sich bald wieder selbst refinanzieren könne, ohne auf Hilfe von außen angewiesen zu sein und ohne sich auf sie verlassen zu können. Das sei aber nicht nur nicht absehbar, sondern je stärker die griechischen Renditen stiegen, desto größer werde die Wahrscheinlichkeit für eine Restrukturierung der Schulden, erklären zum Beispiel die Analysten der ING Groep.
Wir Deutsche lamentieren nicht ...
Sabine Mersmann (Sabine2772)
- 25.04.2010, 18:56 Uhr
ähhh, was will uns die Autorin mit diesem Artikel sagen????
Willi Werner (w-werner)
- 25.04.2010, 19:08 Uhr
D´land und der EURO
Michael Bohnert (Bohnert)
- 25.04.2010, 19:37 Uhr
Man wünscht sich eine bessere Analyse
Holger Höfling (hhoeflin)
- 25.04.2010, 19:53 Uhr
Frau B.Schulz scheint......
wolf haupricht (emilgilels)
- 25.04.2010, 19:53 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.529,30 | +0,60% |
| EUR/USD | 1,2482 | −0,47% |
| Rohöl Brent Crude | 106,67 $ | −0,55% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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