21.04.2010 · Die jüngste Auktion von Schuldtiteln ist Griechenland gelungen. Die Regierung signalisiert, neue Schulden nicht auf Dauer zu hohen Zinsen aufnehmen zu wollen. Die Bundesbank fürchtet, die notwendigen Hilfen könnten 80 Milliarden Euro erreichen.
Griechenland kommt weiterhin an Geld. Die jüngste Auktion von kurzfristigen Schuldtiteln brachte am Dienstag knapp 2 Milliarden Euro ein. Dafür zahlt Griechenland bei einer Laufzeit von nur 13 Wochen 3,65 Prozent Zinsen, mehr als doppelt so viel wie zu Beginn des Jahres.
Dennoch bezeichnete der griechische Schuldenmanager Petros Christodoulou die Emission als Erfolg. Die Nachfrage habe das Angebot um das 4,6fache überstiegen. Günstig habe sich ausgewirkt, dass die am Montag wegen des eingeschränkten Flugverkehrs abgesagten Gespräche mit Fachleuten des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Kommission nun an diesem Mittwoch beginnen könnten.
Käufer griechischer Anleihen fordern Rekordrenditen
Gleichwohl stiegen allerdings am Dienstag abermals die Renditen, die Käufer griechischer Anleihen forderten, auf neue Rekordwerte. Zweijährige Titel rentierten mit 7 Prozent, zehnjährige mit 7,75 Prozent. Bis Mai braucht Griechenland mehr als 12 Milliarden Euro, um fällige Schuldtitel zu tilgen und das Haushaltsdefizit zu finanzieren. Da ein Teil des Geldes schon vorhanden ist, müssen bis Ende Mai noch etwas weniger als 10 Milliarden Euro geliehen oder anderweitig aufgebracht werden.
Auf die Frage, ob Griechenland bereit sei, die derzeit von Investoren geforderten Zinsen für neue Anleihen zu zahlen, sagte Christodoulou dieser Zeitung: "Das ist allenfalls kurzfristig für eine Auktion denkbar", langfristig seien derart hohe Zinsen aber nicht tragbar. Die anderen Euro-Mitglieder stünden bereit, kurzfristige Finanzierungen zu übernehmen, sagte der griechische Finanzminister George Papaconstantinou. Ein Paket von Notkrediten könne rasch aufgenommen werden. Die bevorstehenden Rückzahlungen von Schuldtiteln werde Griechenland entweder über die Kapitalmärkte finanzieren oder durch die Auslösung der von den Euro-Staaten und dem IWF in Aussicht gestellten Finanzhilfen, sagte Papaconstantinou auf einer Pressekonferenz in Athen. Die von den Euro-Staaten angebotenen 30 Milliarden Euro seien ein sehr großes Sicherheitsnetz.
Möglicherweise wird diese Summe aber bei weitem nicht ausreichen. Bundesbankpräsident Axel Weber beziffert die vermutlich notwendige Hilfe für Griechenland auf bis zu 80 Milliarden Euro. Diese Zahl nannte er in einer Klausurtagung der FDP-Fraktion. Wie Teilnehmer berichteten, wies er darauf hin, dass die Bankenrettung gezeigt habe, dass stets etwas nachkomme. Die griechische Regierung brauche in den nächsten drei Jahren 80 Milliarden Euro, die sie woanders kaum erhalten werde. Dies komme dann auf öffentlich-rechtliche Institutionen zu. Das heißt, dies hätten die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds zu finanzieren.
Finanzhilfe für Griechenland würde in Form von gepoolten Krediten erfolgen
Die Finanzminister der Euro-Zone haben sich darauf verständigt, Griechenland im ersten Jahr eines auf drei Jahre angelegten Hilfsprogramms bis zu 30 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Für die Jahre 2012 und 2013 haben sie keine Summen genannt. Wie Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen am Dienstag in Berlin berichtete, wird dies über Kredite und nicht über den Ankauf von Anleihen der Regierung in Athen geschehen. "Wenn es zu Finanzhilfen an Griechenland kommt, wird der gewählte Weg aller Euro-Zonen-Staaten sein, dass man Griechenland einen gepoolten Kredit zur Verfügung stellt", sagte er.
Der Bund werde für das entsprechende Darlehen der Staatsbank KfW eine Garantie aussprechen. Kredithilfen könne man besser mit Auflagen versehen. Der deutsche Anteil am Hilfsprogramm kann allein im ersten Jahr 8,4 Milliarden Euro betragen. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will den Bundestag in die Entscheidung einbeziehen. Eine Überlegung ist, dem Gesetzentwurf zur Abschaffung des Finanzplanungsrates einen Artikel anzuhängen, mit dem der Garantierahmen erhöht und die Kriterien auf den griechischen Fall erweitert werden.
Die Griechen sollen endlich...
D. Gucker (dippegucker)
- 20.04.2010, 20:31 Uhr
Athen will hohe Zinsen nicht auf Dauer zahlen
gerhard Stolte (Gerhard.Stolte)
- 20.04.2010, 20:48 Uhr
..was sind wir blöd, wenn wir diese Griechen-Clique finanzieren...
Michael Meier (never1)
- 20.04.2010, 22:08 Uhr
Strohdumme Anlegern wird noch das Geld ausgehen
Dietrich Reimold (Reimold)
- 20.04.2010, 22:24 Uhr
Ich will und werde hohe Zinsen nicht auf Dauer zahlen
Robert Zimmermann (Rozi)
- 20.04.2010, 22:43 Uhr
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