08.04.2010 · Zustimmung für das Nothilfeprogramm für Griechenland von Jean-Claude Trichet: Der EZB-Präsident sagte, die Aktivierung liege in der Hand der griechischen Regierung. Nach allen Informationen, die er habe, sei ein Kreditausfall für Griechenland keine Option.
Der oberste Währungshüter in Europa, Jean-Claude Trichet, hat das Nothilfeprogramm für Griechenland begrüßt. Das Paket von europäischen Staaten und dem Internationalen Währungsfonds sei für Griechenland sehr wichtig, sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank am Donnerstag in Frankfurt am Main. Zuvor hatte der EZB-Rat entschieden, die Leitzinsen im Euroraum unverändert zu lassen. Auch die Bank of England drehte nicht an der Zinsschraube.
Die Mitglieder der Eurozone wollen Griechenland, das mit einem gigantischen Defizit zu kämpfen hat, im Notfall gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds retten. Diese prinzipielle Garantie sollte an den Finanzmärkten die Spekulationen auf die Pleite Griechenlands stoppen und dem Staat Luft verschaffen. Allerdings sorgen die Haushaltsprobleme seit Tagen für Turbulenzen an den Rentenmärkten. Die Zinsen für Staatsanleihen stiegen am Donnerstag deutlich - damit wird es für die Regierung in Athen teurer, sich Geld an den Märkten zu beschaffen.
Der Abstand zum Zinssatz für deutsche Staatsanleihen vergrößerte sich auf den Rekordwert von 4,4 Punkten. Das ist die größte Kluft seit dem Start des Euros 1999. Für zweijährige Staatsanleihen schnellte der Abstand allein am Donnerstag um 1,2 Punkte in die Höhe, was ein Zeichen für wachsendes Misstrauen von Investoren ist. Auch am Aktienmarkt in Athen war die Stimmung schlecht, und die Kurse lagen deutlich im Minus.
Trichet sagte, die Aktivierung des Rettungspaketes liege in der Hand der griechischen Regierung selbst. Die EZB verfolge die Situation sehr aufmerksam. Nach allen Informationen, die er habe, sei ein Kreditausfall für Griechenland keine Option, betonte Trichet. Zugleich bestätigte der EZB-Präsident, dass die Behörde auch über dieses Jahr hinaus schlechter eingestufte Staatsanleihen als Sicherheit für Bankkredite akzeptieren wird. Dieser Schritt könnte die Nachfrage nach griechischen Anleihen erhöhen.
Angesichts der vergleichsweise niedrigen Inflationsrate und der immer noch schwächelnden Konjunktur bleibt die EZB zudem bei ihrer Politik des billigen Geldes. Der Rat entschied, den maßgeblichen Zinssatz im Euroraum unverändert bei 1,0 Prozent zu belassen. Noch billiger können sich Banken in Großbritannien Geld leihen: Dort liegt der Zinssatz bei 0,5 Prozent. Auch er wurde am Donnerstag nicht verändert.
Angst essen Vernunft auf.
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 08.04.2010, 20:17 Uhr
Und der Unterschied
Edda Kuhlmann (DTaggert)
- 08.04.2010, 20:49 Uhr
Und der Unterschied
Edda Kuhlmann (DTaggert)
- 08.04.2010, 23:41 Uhr
"Nothilfeprogamm"?
Ulla Nachtmann (fatumath)
- 09.04.2010, 01:23 Uhr
Zwickmühle für Europa
Herold Binsack (Devin08)
- 09.04.2010, 14:17 Uhr
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