08.12.2009 · Die Finanzmärkte zweifeln an der Kreditwürdigkeit Griechenlands. Nach der Herabstufung durch die Ratingagentur Fitch befindet sich das Land nun auf einer Stufe mit Südafrika. Der Fall wird zum Härtetest für die Währungsunion.
Von Markus FrühaufDie Finanzmärkte zweifeln an der Kredit- und Glaubwürdigkeit Griechenlands. Nun stufte die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote auf „BBB+“ herab. Das ist die niedrigste Bewertung für ein Mitgliedsland der Euro-Währungsunion. Wegen der desolaten Haushaltslage befindet sich Griechenland in der Kreditwürdigkeit nun auf einer Stufe mit Südafrika.
Die Hellenen hatten sich mit geschönten Haushaltszahlen den Beitritt in die Währungsunion erschlichen. Vor kurzem musste die neue Regierung das erwartete Haushaltsdefizit auf 12,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes glatt verdoppeln.
Nicht nur an den Märkten, sondern auch in der eigenen Bevölkerung schwindet das Vertrauen in Griechenlands Regierung. Für seine Staatsanleihen muss das Land hohe Risikoaufschläge zahlen.
Manche Akteure an den Kapitalmärkten spekulieren darauf, dass große Euro-Länder wie Deutschland schon zu Hilfe eilen werden, wenn Griechenland seine Schulden nicht mehr aus eigener Kraft bedienen kann. Das aber sehen aus gutem Grund die europäischen Verträge nicht vor. Dennoch dürfte Griechenland zum Härtestest für die Währungsunion und damit für den Euro werden.