19.02.2012 · Das Leben in Griechenland ist auch nach der Pleite nicht günstiger geworden, wie mitunter behauptet wird. Im Gegenteil: Neue Steuern werden eingeführt, Heizöl wird teurer und die Gehälter sinken.
Von Michael Martens, AthenRichtlinien für Lesermeinungen
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in der griechischen Privatwirtschaft tätige Arbeitnehmer ist ein
ganz armes Schwein.
Er ist weder faul, noch überbezahlt, noch verzehrt er
übermässige Renten. Falls er das Rentenalter erlebt. Das liegt
auch nicht bei 54 Jahren.
Schuld an der Misere ist der Staat und sein
"Führungspersonal" an sich, die es innerhalb fast
zweihundert Jahren neugriechischer Existenz nicht zustande brachten
einen auch nur halbwegs funktionierenden, ehrlichen und nicht masslos
überbesetzten Verwaltungsapparat einzurichten.
Und die staatlichen Betriebe sind das Spiegelbild der Verwaltung.
Vielleicht waren die Griechen zu lange unter orientalischer
Fremdherrschaft. So etwas färbt ab,
nicht nur in Griechenland...
Jetzt werden 107 Mrd. € bereitsgestellt, damit die Griechen ihre Ausgaben bestreiten können. Dazu kommen nochmal Forderungsverzichte von 100 Mrd. € der privaten Geldgeber. Wird das in Athen als Solidarität gesehen? Wie man von dort hört, leider nicht. Die Polemik greift dagegen tief in die verrotteten Nazikisten. Nur um die 107 Mrd. € aufzubringen - die Grie- chenland nie erarbeitet hat - werden die europäischen Steuerzahler zirka 2,15 Mrd. Arbeits-stunden opfern müssen. Auf Deutschland bezogen: Alle dt. Arbeitnehmer (40 Mio.) arbeiten jeweils rund 54 Stunden extra. Ohne Bezahlung versteht sich. Das hat es noch nie gegeben ! Es wird Zeit, dass sich die Griechen revanchieren. Bedauern müssen sie sich noch verdienen.
Die Autozeitschriften sind voll von Anzeigen, in denen große Jeeps zum Verkauf angeboten werden
1. ist das doch eine positive Reaktion - müsste sich jeder
Grüne drüber freuen.
2. Zeigt dies, dass die Griechen vorher nicht gespart haben, sondern
Spritschlucker gefahren sind. Nur für Steuern haben sie kein Geld.
der Staat sollte gleich alle diese Pfänden, wenn die Besitzer
offene Steuerrechnungen haben.
3. kann ich nichts negatives erkennen, wenn die Anwälte etc. heute
nicht mehr die hohen Mieten zahlen. Die Mieten und damit die Preise
werden also sehr bald fallen, und zwar stark. Das ist nicht nur richtig
sondern auch notwendig.
4. mehr No-name-Produkte - ist doch auch positiv. Zeigt aber auch, dass
die Griechen extrem teuer Markenprodukte gekauft haben und dass sie eben
zu viel Geld hatten. Die Umstellung auf no name produkte tut ihnen gut.
Hallo !
Und wer kauft bzw. nimmt nun die grossen Jeeps?
Woran liegt denn die GR-Inflation?
Offensichtlich sind die Preiserhöhungen zu einem großen Teil die Folge von Steuererhöhungen! Und das ist sicher der falsche Weg - Bürokratie und Staatsausgaben müssen runter - dh auch die Gehälter, Privilegien und Zahl der Staatsdiener. Dann sind auch für alle anderen niedrige Löhne akzeptabler und Preise fallen.
Gr ist jetzt in der Hand des internationalen Finanzkapitals... Den Griechen ging es ohne EU gut. Jetzt sind sie der Suendenbock der seine Schulden nicht zurueckzahlen kann und wir schauen auf Sie herab wie auf den Bettler am Strassenrand und denken: selber Schuld! Und wir sind insgeheim froh dass es uns besser geht! Nur, wie lange noch? Wir begreifen nicht was hier eigentlich vor sich geht.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2012 22:34 UhrJa,ja ...
...und das intern. Finanzkapital beutet dieses ranzige Ländchen nun
aus ? Und ich dachte, die
Privatkapitalisten verzichten gerade auf fast 100 Mrd. € ? Das ist
rund das 2,5 fache, was die ehem. DDR 1989 an Schulden hatte. Mit 42
Mrd. € ist sie wegen Untilgbarkeit pleite gegangen.
Gesellschaft und damit auch Wirtschaft funktioniern nicht ohne ethischen, moralischen Fundament
Überall das gleiche Problem, die Reichen die lange vom Staat und der Arbeitskraft ihrer Landsleute profitiert haben und den Staat retten könnten haben ihr Geld in Sicherheit gebracht ( Schweiz u.s.w.) und stehen nicht für ihre Landsleute ein. Die Ärmeren zahlen die Zeche. Wir sind zwar noch nicht in einer solchen Situation aber ich bin mir sicher es würde bei uns genau so ablaufen. Ohne Ethik, Moral und Empathie funktioniert keine Gesellschaft und keine dem Menschen dienliche Wirtschaft. Die Gesetze des Geldes sind der schlechteste Ersatz. Der Kapitalismus funktioniert nur gut wenn ihm die richtigen Grenzen zugewiesen werden. Geschieht das nicht wie es heute der Fall ist, leiden die Meschen wie in Grichenland.
Keiner bezweifelt dass Griechenland jetzt kein Schlaraffenland mehr ist
Alles was die Griechen derzeit konsumieren und was davon importiert wird, muss jetzt auch zumeist bar bezahlt werden, weil die Lieferanten keinen Kredit mehr gewähren. Nur wenn die Griechen wieder mehr exportieren, haben sie das Geld auch wieder etwas zu importieren. Weil der Preis der im Inland erzeugten Waren von Kosten, Angebot und Nachfrage bestimmt wird und das Geld im Lande bleibt, muss sich Griechenland wieder mehr auf seine eigenen Resourcen konzentrieren, die dann auch bezahlbar bleiben. Durch den permanenten Geldfluss in das Land wurden die eigenen Resourcen vernachlässigt weil man mehr und mehr importierte. Mehr Eigeninitiative und wieder mehr Selbstständigkeit helfen aus der Kriese herauszukommen. Es wird schmerzlich sein und mehrere Jahre dauern, aber da muss der Grieche durch. Man sollte sich Argentinien zum Beispiel nehmen, denn dort mussten nach dem Staatsbankrott alle nochmals von vorne anfangen.
Mitleid ist ein schlechter Ratgeber
Offenbar soll mit diesem Artikel wieder einmal Mitleid fuer die armen Griechen aufgebaut werden. Das geht an den Realitaeten vorbei. Die Griechen haben viele Jahre massiv ueber ihre Verhaeltnisse gelebt und tun es immer noch. Die Anpassungen sind moderat verglichen mit dem, was erforderlich waere und verglichen mit dem Sparprogramm, dass z.B. Lettland durchmachte. Die genannten Gehaelter sind fuer ein Land wie Griechenland viel zu hoch, als wenn sie etwas anderes nahelegen sollen.
Um nahe des Zentrums Athens einen Ladenmietvertrag überhaupt in Aussicht gestellt zu bekommen, durfte man früher 30-50 Tausend Euro abdrücken. Eine Taxi-Lizenz kostete das Zehnfache. Die griech. Gesellschaft ist durchseucht von Korruption, Vorteilswirtschaft und Betrügereien. Das fängt oben an und ... hört nirgendwo auf. Das Land produziert nicht, es lebt von Beziehungen. Das Geld stammt zu 1/3 aus dem Ausland. Jetzt soll das beendet und gedreht werden. Ob das geschafft werden wird?
Reihenweise Kleinstädte in D in ähnlicher Lage - trotz boomender Wirtschaft.
Trotz boomender Wirtschafts verändern sich die Deutschen
Innenstädte, besonders die kleineren Stäte, dramastisch.
Da gibt es viele Stadtviertel, wo Hatz IV fast das
Durchschnittseinkommen ist. Auf das Preisgefüge - außer
Mieten und Gründstückspreisen - hat das keinen Einfluss. Wie
sollte das auch gehen??? Billigeinkauf gleich 2 km neben den boomenden
Einkaufszentren auf der Wiese?
Die Lebenshaltungskosten (Energie, Lebensmittel, sonstiger Grundbedarf)
KÖNNEN gar nicht wesentlich billiger sein. Es besteht freier
Warenhandel. "Arbitrage" findet auch für diese Produkte
grundsätzlich statt, natürlich nicht in der Perfektion des
Wertpapierhandels.
Allein die erwähnten Immobilien, die Abgaben (z.B. Steuern auf
Benzin in Spanien) oder wenige Ausnahmeprodukte (z.B. Oliven in
Süditalien) begründen unterschiedliche Preisniveaus. Ansonsten
würde ich zum umfangreichen "Klamottenkauf" ja nach
Athen und nicht nach USA fliegen .....! Aber GR geht nicht. Die nehmen
nur Euronen.
Griechenland Lohnniveau ist deutlich höher, als das der meisten
Ostblockländer. mit welcher Berechtigung? Für Investments
ausländlischer Unternehmen muss die Lage, der Markt und das
Lohnniveau attrakriv sein. Zudem muss es Rechtssicherheit und und
Transparenz in der Verwaltung geben. In all diesen Punkten ist
Griechenland deutlich unattrakriver als z.B. Polen.
Allein das Lohnniveau eines einfachen griechischen Arbeiters liegt fast
drei mal über dem eines Polnischen! Wenn dann auch die anderen
Aspekte wie Korruption, Bürokratie, teures Transportwesen und der
Hang zu Streiks hinzukommen - wer soll denn dort investieren?
Griechenland könnte leicht mit der Türkei im Urlaubssektor
konkurrieren, wenn das Lohnniveau (und die Preise für Urlauber)
halbwegs günstiger wären. Dies alles ist nur mit einer eigenen
Währung zu erreichen, ein EURO-Austritt mag "schrecklich"
sein, aber besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende...
die Entwicklung ist verständlich
wenn nicht Euro bedingt, die billigen Gelder das Land fluten, muss alles teurer werden. Wie haben wir von den Ökonomen gehört: Der billige Euro hat in den Südländern alles billig gemacht, weil die günstigen Zinsen verfrühstückt wurden und nicht gespart.
Mit solchen Anpassungsschwierigkeiten schlagen wir uns hier rund 10 Jahren herum. Sinkende Reallöhne, Rentenkürzungen, befristete Arbeitsverhältnisse, Abbau der Privilegien und Planstellen beim ÖD, ständig wachsende Steuerbelastungen, Hartz IV, Privatisierungen usw. usw.. Wollen wir wirklich jedes Jahr 3stellige Milliardensummen verbrennen, damit der Gymnasiallehrer keine Gehaltskürzung um gerade mal €400 hinnehmen muß, 13. und 14, Monatsgehalt nicht getrichen wird, Immobilienbesitzer ihre Heizöltanks füllen können und Autobesitzer mit ihren Statussymbolen auf 4 Rädern herumkurven können ? Gemessen an der mit Sizilien vergleichbaren Wirtschaftskraft leben die Griechen immer noch auf zu großem Fuß.
Was deutschen Kommentatoren oft unangenehm aufstösst ist weniger die beklagenswerte Situation der griechischen Bevölkerung, als Vielmehr der nach aussen gerichtete Unmut, der sich in vielfältigen Medienberichten gegenüber den Helfern niederschlägt. Unabhängig von den drastischen Erhöhungen der Preise des alltäglichen Lebens in GR bleibt ein Staat der nicht nur, wie fast alle anderen Staaten der EU, deutlich über seinen Möglichkeiten konsumiert hat, sondern der das Vertrauen der Geldgeber verloren hat. Die deutsche Bevölkerung hätte sicher auch gerne einen Staat, ohne funktionierende Finanzverwaltung, um mehr vom Lohn zu behalten. Zumindest bis der aktuelle griechische Zustand eintritt. Eine Gemengelage aus Angst und Beleidigtsein ist aus der belehrend, gutmeinenden Hilfsbemühungen entstanden. GR Souverän muss entscheiden, im Rahmen der eigenen staatl. Möglichkeiten.
Was denn, noch keine Kommentare hierzu?
Wo sind denn auf einmal die ganzen Griechenland-Basher hin?
Die Rührstory hört sich gut an, ist aber schlagseitig
Beispiel Heizöl: Ach, wie traurig die Preiserhöhung ! Die
Wirklichkeit sieht aber so aus: Heizöl wird ganz überwiegend
als Treibstoff für die allgegenwärtigen Diesel-Kfz genutzt!
Kontrollen: Symbolisch, denn privat fahren die Kontrolleure selbst mit
Heizöl. Beispiel Haussteuern: Es ist ein Augiasstall ohnegleichen,
dass für die meisten Häuser überhaupt keine Steuern
gezahlt werden! Auch nicht auf Ferienhäuser. Da sieht die Sache so
aus: Der Finanzbeamte kommt, um den Eigentümer festzustellen. Es
wird ihm ein Fakelaki übergeben und er notiert
"Eigentümer nicht ermittelbar". Damit ist die
Steuerpflicht erledigt bis zum nächsten Besuch und dem
nächsten Fakelaki.
In Griechenland die Steuern zu erhöhen ist das Sinnloseste, was man
machen kann. Denn damit trifft man ausschliesslich die wenigen Dummen,
die Steuern zahlen. Es wäre längst an der Zeit, in schweizer
und luxemburger Konten Einsicht zu nehmen, wie es der deutsche Fiskus
tut. Aber da stellt sich wohl Herr Juncker quer. Skandal !
In Estland beträgt der Mindestlohn 250 Euro, und Estland zahlt auch Geld in die diversen Griechen-Rettungsfonds ein. Und in Estland wird es im Winter sehr kalt.
Und woran liegt es, daß es so wenige Discounter gibt ?
Vermutlich sind daran auch wieder die Deutschen schuld. Oder haben die Griechen dafür gesorgt, daß auch hier kein Wettbewerb herrscht ?
„Nicht allen in Baku ist zum Feiern zumute.“
Liebes Griechenland,
ich persönlich hätte diesen Bericht hier nicht gebraucht, um
wissen zu können wie sehr eure Bürger leiden!
Unter diesem EUROPA (all inklusiv!) leiden sogar Menschen fern
ab… Fast kann man sich alleine für das Wort
„Europa“ schon schämen!
Leyla Yunus:
„Ich möchte dass Sie wissen, dass der ‚Eurovision Song
Contest' nichts ist, was den Menschen in Aserbaidschan Freude bringt. Er
hat neue Tragödien gebracht. Was soll das für ein
Eurovisions-Konzert werden - in einem Land, wo es Folter gibt,
politische Gefangene? Keine freien Wahlen, keine Versammlungsfreiheit,
keine Meinungsfreiheit, nichts!
In den Gefängnissen sitzen zahlreiche politische Gefangene. Die
Korruption hat Politik und Wirtschaft im Griff. Wirkliche Pressefreiheit
gibt es nicht.
Ein Problem hat der Song Contest sogar noch verschärft: den
Bau-Boom. Stadtbewohner werden enteignet, ihre Häuser abgerissen.
Journalisten, die offen über diese Probleme berichten, werden bedroht.“
EUROVISION, mir graut vor dir!
Michael Martens Jahrgang 1973, politischer Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Istanbul.
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