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Griechenland Merkel relativiert Bedenken der Ratingagenturen

05.07.2011 ·  Bundeskanzlerin Merkel will sich Lösungen für eine Beteiligung privater Gläubiger am Rettungspaket für Griechenland nicht allein von den Ratingagenturen vorschreiben lassen. Damit reagierte sie auf die Warnung von S&P vor einem Zahlungsausfall.

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„Es ist wichtig, dass sich die Troika die eigene Urteilsfähigkeit nicht wegnehmen läßt“, sagte Merkel am Dienstag in Berlin. „Ich vertraue vor allem den Bewertungen dieser drei Institutionen“, sagte sie mit Hinweis auf die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die weltgrößte Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte am Vortag den französischen Vorschlag abgelehnt, mit dem private Gläubiger an der Rettungsaktion beteiligt werden sollen (siehe ). Beide Varianten des Modells seien als begrenzter Zahlungsausfall (selective default) zu bewerten - was deutsche Banken und Versicherer auf jeden Fall vermeiden wollen, um massive Abschreibungen zu verhindern.

EZB schaut offenbar auf die beste Note

Schon vor etwa zwei Wochen hatte Merkel mit Blick auf die skeptischen Ratingagenturen gesagt: „Kein Mensch zwingt uns, deren Einschätzung zu glauben.“ Der IWF und die Politik hätten eigene Einschätzungen. Der IWF werde beurteilen, wann ein Zahlungsausfall beziehungsweise ein Kreditereignis drohe, sollten private Geldgeber einbezogen werden.

Einem Pressebericht zufolge will die EZB griechische Staatsanleihen nur dann ablehnen, wenn alle drei großen Ratingagenturen einen Zahlungsausfall feststellen. Das berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf hochrangige Finanzkreise. Demnach will sich die EZB auf die höchste Bonitätsnote stützen, die griechische Papiere von Standard & Poor's, Fitch oder Moody's erhalten. Solange wenigstens eine der drei Agenturen keinen Default konstatiert, könnten griechische Anleihen also bei den Repogeschäften der EZB als Sicherheit akzeptiert werden.

Beratungen über Rettungspaket dauern an

Am Mittwoch trifft sich Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos mit seinem deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble zu Beratungen über die Schuldenkrise. Die beiden Politiker kämen in Berlin zu einem Abendessen zusammen, teilte das griechische Finanzministerium am Dienstag mit.

Die Politiker im Euroraum arbeiten derzeit an dem zweiten Rettungspaket für Griechenland, das den Kapitalbedarf bis 2014 decken und die Beteiligung privater Gläubiger enthalten soll. In Frankreich wurde bereits eine Einigung darüber erzielt, in welcher Form sich die Banken an den Kosten der Krise beteiligen sollen. In Deutschland dauern die Gespräche noch an.

Quelle: FAZ.NET mit Reuters, Dow Jones
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