Für zwanzig Minuten war Peer Steinbrücks Welt wieder in Ordnung. Hatte doch die SPD-Fraktion ihren einstigen Bundesfinanzminister gegen die Kanzlerin in Sachen Euro-Rettung in Stellung gebracht, auf dass sein Auftritt Sendezeit garantiere zum Nutzen der Wahlkämpfer in Mainz und Stuttgart.
Steinbrück genoss das. Er macht längst den Eindruck, ungeduldig auf eine neue tragende Rolle in der Politik zu warten. Sein Problem: Als Gegenspieler jener Kanzlerin, mit der er in großer Koalition die Welt rettete, ist er unglaubwürdig, da hilft auch die alte polternde Rhetorik nicht.
Denn in der Frage, wie man die Schuldenkrise beseitige und die Währungsunion stabilisiere, ist Steinbrück nah bei Merkel. Für den Euro und Europa ist ihm nichts zu teuer, Vertragsbruch kein Thema. Geht es nach Steinbrück, hätte die Kanzlerin nur schneller und freudiger deutsches Geld ausreichen müssen, um den strauchelnden Euroländern beizuspringen.
Und sie hätte für zwingende Beteiligung privater Gläubiger sorgen müssen. "Das im Europäischen Rat jetzt anstehende Paket ist richtig. Es ist notwendig, aber nicht hinreichend", sagte Steinbrück. Mehr Komplimente kann man von der Opposition derzeit wohl kaum verlangen.
ebenfalls nicht wählbar
Michael Berg (Sur-Veyor)
- 25.03.2011, 17:51 Uhr
Steinbrück hätte Deutschland nur noch mehr der Ausplünderung ausgeliefert
Bryan Hayes (bhayes)
- 25.03.2011, 18:13 Uhr
Frau Göbel, pflichtschuldigst.
gisbert heimes (gisbert4)
- 25.03.2011, 18:33 Uhr