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Eurobonds S&P droht mit Ramschstatus für Euroanleihen

04.09.2011 ·  Die Hoffnungen, die die Befürworter von Euroanleihen hegen, werden durch die Klarstellung von Standard & Poor's gedämpft: Die Ratingagentur würde sich in der Bonitätsbewertung an Griechenland orientieren.

Von Steffen Uttich
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Die Bonitätsbewertung von gemeinsamen Anleihen der Euroländer in der derzeit diskutierten Form würde sich an der Ratingnote des schlechtesten Mitgliedslandes orientieren. Das hat die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) am Wochenende klargestellt. „Wenn wir einen Eurobond haben, bei dem Deutschland 27 Prozent garantiert, Frankreich 20 Prozent und Griechenland 2 Prozent, dann läge das Rating des Eurobonds bei ,CC', was der Kreditwürdigkeit Griechenlands entspricht“, sagte der Leiter des Länderbereichs Europa von S&P, Moritz Krämer, auf dem „Europäischen Forum“ im österreichischen Ort Alpbach. Dabei ging er davon aus, dass es eine gemeinsame Garantie und keine einzelne Gewährleistung der Mitgliedsländer gibt. „Vielleicht könnte dies auf eine andere Art strukturiert werden“, fügte er hinzu. Es sei jedoch nicht die Aufgabe einer Ratingagentur, bei der Strukturierung zu helfen.

In der Systematik von S&P bedeutet die Note „CC“, dass substantielle Risiken vorliegen und ein Engagement extrem spekulativ ist. Eine solche Bonitätseinstufung würde deshalb den Kreis potentieller Abnehmer von Euroanleihen wesentlich einschränken. Viele große institutionelle Anleiheinvestoren wie zum Beispiel Versicherer und Pensionskassen dürfen nicht oder nur sehr eingeschränkt in Schuldtitel unterhalb der Bonitätseinstufung „BBB-“ anlegen.

Risikopuffer von bis zu 20 Prozent

Der Einfluss der Ratingagentur auf das Kaufverhalten von Anleiheinvestoren ist deshalb nicht zu unterschätzen. „Eurobonds wird es nur geben, wenn die Voraussetzungen so sind, dass sie von Ratingagenturen erstklassig bewertet werden“, sagt Asoka Wöhrmann, Chefanlagestratege der größten deutschen Fondsgesellschaft DWS. Umgangssprachlich werden Anleihen mit einer geringeren Bonität als „BBB-“ Ramschanleihen genannt. Bundesanleihen verfügen über die beste Bonitätseinstufung „AAA“. Die Hoffnungen, die die Befürworter von Euroanleihen hegen, werden durch die Klarstellung von S&P empfindlich gedämpft. Mit den neuartigen Anleihen soll sich nach der bislang verbreiteten Vorstellung ein verschuldetes Euroland Geld am Kapitalmarkt leihen können, wobei die Rückzahlung von allen Euroländern garantiert wird. Sie würden dann also nicht wie bisher beim Rettungsfonds EFSF teilschuldnerisch, sondern gesamtschuldnerisch haften.

Die Bundesregierung lehnt die Einführung von gemeinsamen Anleihen der Euroländer ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begründet dies damit, dass sie nicht zu einer Verbesserung der Haushaltsdisziplin führten. Sie nimmt damit eine gegensätzliche Position etwa zum Chef der Eurogruppe, dem luxemburgischen Finanzminister Jean-Claude Juncker, und dem italienischen Finanzminister Giulio Tremonti ein, die beide Euroanleihen gutheißen. Mit Verweis auf diese ablehnende Haltung der Bundesregierung wollte das Finanzministerium keine Stellungnahme zu der klaren Ansage von S&P abgeben. Dagegen setzt sich auch die SPD für Euroanleihen ein. In der vergangenen Woche trat vor ihrer Bundestagsfraktion der frühere Präsident der EU-Kommission, Jacques Delors, auf. Er warb für die Gemeinschaftsanleihe als ein wichtiges Mittel, um das Feuer der Krise zu löschen.

Im Zusammenhang mit dem vorgesehenen erweiterten Rettungsschirm für die verschuldeten Krisenländer machte am Wochenende der Hinweis die Runde, dass Deutschland bei Bedarf möglicherweise weit mehr Garantien bereitstellen müsste als die bislang öffentlich bekannten 211 Milliarden Euro. Das Finanzministerium bestätigte, dass ein schon bisher geltender Passus aus dem EFSF-Regelwerk übernommen werden soll. Der sieht einen zusätzlichen Risikopuffer von bis zu 20 Prozent vor, wenn finanzschwache Staaten bei Hilfen nicht mitziehen können und stärkere für sie einspringen müssen. Auf Deutschland kämen dann im schlimmsten Fall Garantien von bis zu 253 Milliarden Euro zu.

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Jahrgang 1970, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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