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Euro-Rettungsschirm Irlands Rettung ein Gewinn für Deutschland?

02.12.2010 ·  Die Euro-Retter werben um Vertrauen: Die erste Anleihe des Rettungsfonds über 5 bis 8 Milliarden Euro soll im Januar kommen. Fondschef Klaus Regling hofft auf Nachfrage in Asien - und meint Irlands Rettung sei für Deutschland wahrscheinlich ein Gewinn.

Von Christoph Hein, Singapur
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Die Euro-Retter werben rund um die Erde um Vertrauen. „Was sich im Finanzmarkt abspielt, spiegelt nicht die wirtschaftliche Realität in Europa wider“, sagte Klaus Regling, Vorstandschef des Rettungsfonds European Financial Stability Facility (EFSF), bei einem Vortrag in Singapur. Seine Institution, die im August in Luxemburg ihre Arbeit aufgenommen hat, muss das Rettungspaket in Höhe von bis zu 440 Milliarden Euro für angeschlagene Euro-Länder aufbringen. Dazu wird EFSF Mitte Januar erstmals Anleihen ausgeben. Starke Länder wie Deutschland und seine Steuerzahler könnten von der Hilfe sogar profitieren. „Die Deutschen stehen den Hilfszahlungen nicht positiv gegenüber, weil sie das System nicht vollständig verstehen. Es handelt sich um Kredite, die zurückgezahlt werden müssen“, sagte Regling. „Die Zinsen, die Griechenland oder Irland zu zahlen haben, liegen höher als die Kapitalkosten. Also ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Deutschland damit einen Gewinn macht, als dass es einen Verlust schreibt.“

Regling sprach von „Fehlern des Marktes“ bei der aktuellen Bewertung von Staatsanleihen. Vor der Krise seien die Risikoaufschläge für Anleihen aus Risikoländern zu niedrig gewesen, derzeit seien sie zu hoch. „Wir stecken mit Blick auf die Bewertung von Risiko noch in der Phase eines überschießenden Marktes“, meinte er. Verlässliche Investoren warteten noch ab, der Markt sei ausgesprochen dünn und auch von Spekulanten bestimmt.

Die Anleihen der EFSF sollen einen Zinssatz in etwa auf dem Niveau deutscher Staatsanleihen haben. Ausgegeben würden sie ab Mitte Januar, zunächst nur in Euro, sagte Regling. Eine erste Tranche werde 5 bis 8 Milliarden Euro umfassen. Das Geld wird für die Stabilisierung Irlands eingesetzt. Regling betonte, dass er „insbesondere in Asien und im Mittleren Osten“ Nachfrage verspüre. „Diese Länder müssen ihre Überschüsse investieren.“ In Amerika hingegen sieht Regling wenig Interesse. In den vergangenen Wochen hat der ESFS-Chef bei rund 150 globalen Investoren für die europäischen Anleihen geworben. Die EFSF, die eigentlich ihre Arbeit im Juni 2013 habe einstellen sollen, werde nun bis 2020 arbeiten, entsprechend der Laufzeit der Anleihen.

„Am Ende der Krise wird es weniger Banken in Irland geben als heute“

Irland werde seien Bankensektor restrukturieren und verkleinern müssen, sagte Regling. „Ich bin sicher, dass es am Ende der Krise weniger Banken in Irland geben wird als heute.“ Neue Stabilität in den Krisenländern werde auch den deutschen Banken helfen, die dort „stark engagiert“ seien.

Regling betonte, dass die Konditionen, an die die Kredite für die überschuldeten Länder gebunden sind, schärfer seien als diejenigen, die während der Asien-Krise durch den Internationalen Währungsfonds für Südkorea, Indonesien oder Thailand verhängt wurden. „Sie aber führten zu einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung in den Folgejahren. Ich bin überzeugt, dass wir dasselbe in Europa erleben werden: Die Länder, die nun Bedingungen vorgeschrieben bekommen, werden in der Zukunft wirtschaftlich besser dastehen.“ Allerdings hatten die asiatischen Länder neben einer inneren Abwertung durch Lohnkürzungen auch ihre Währungen abwerten und so ihre Exporte verbilligen können.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

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