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Euro-Krisenstaaten Ökonom Fuest rechnet mit längerer Stagnation

 ·  Der künftige ZEW-Chef Fuest sieht die Reformbemühungen in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien äußerst skeptisch. Einem neuen Gutachten zufolge rechnet er mit „quälend langsamen“ Fortschritten bei dem Versuch, die Staatsfinanzen zu sanieren.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (16)

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Klaus Schmid
Klaus Schmid (Pinin) - 26.09.2012 14:00 Uhr

Salafisten und Eurofisten

Wo ist der abstrakte Unterschied zwischen den islamischen Fundamentalisten die angeprangert werden und den Euro-Besessenen?

- Beide sehen ihre Anschauung als die einzig wahre an ohne sich auf Argumente einzulassen
- Beide meiden die freie Wahl des Individuums, in Sachen Euro die Volksabstimmung, "wie der Teufel das Weihwasser"
- Beide nehmen Katastrophen für unzählige Individuen leichtfertig billigend in Kauf.

Wobei die islamischen Fundamentalisten wenigstens ehrlich sind, in Gegensatz zu den Eurofisten die von einer Lüge zur nächsten schreiten.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.09.2012 20:13 Uhr
Amal Younis

Luegen haben kurze Beine.

Dem Herrn Schaeuble ist in der gestrigen in der ARD ausgestrahlten Reportage-Sendung ein kurzer, dafuer aber um so wichtiger, Satz entgleitet worden. Er sagte naemlich, dass Deutschland beim Versuch den Euro zu halten am meisten verlieren werde.

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 26.09.2012 13:53 Uhr

Wenn man als einziges Ziel hat den EURO zu erhalten, ergibt sich der sogenannte "Tunnelblick".

Andere Lösungsmöglichkeiten außerhalb dieses begrenzten Gesichtsfeldes werden nicht mehr wahrgenommen. Für alle EUROländer, hauptsächlich aber für die PIIGS+F, wäre eine Rückkehr zu den nationalen Währungen die einzige Möglichkeit gewesen, wieder wettbewerbsfähig zu werden. Die Länder hätten dann wieder die Möglichkeit gehabt abzuwerten und eine eigenständige Geldpolitik zu fahren. Die Entstehung neuer Ungleichgewichte könnte durch die Anpassungsfähigkeit einer eigenen Währung weitgehend verhindert werden (äußere Auf/Abwertung). Stattdessen bekommt Griechenland (wie die anderen PIIGS-Staaten) diese unsägliche "Innere Abwertung" aufgezwungen, welche im Gegensatz zu einer "äußeren Abwertung" sämtliche noch funktionierenden inländischen Wirtschaftsstrukturen zerstört. Die Auswirkungen sieht man in GR und in Spanien- Massenarbeitslosigkeit, Firmenpleiten am laufenden Band, Verlust von Ressourcen und Know How, Not und Elend überall und ohne jegliche Hoffnung für die Menschen auf Besserung.

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Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 26.09.2012 13:41 Uhr

Gutachter sollten schon auf Gründlichkeit und zureichende weite Geltung achten.

Mir ist es unbegreiflich, dass bei Untersuchungen der Wirksamkeit von Reformbemühungen der von dieser Weltwirtschaftskrise besonders betroffenen Staaten Island ausgenommen wird. Außer Meldungen in der FTD (22.8.) und Taz (7.9.) wurde bisher dessen augenscheinlicher Erfolg in unseren Medien ausgeblendet.
Eine derart penetrante Ignoranz lässt Absicht vermuten!

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Mathias Trinks

Deutsche Eliten im "Hurra-EURO-Club" gefangen

Prof. Fuest spricht Banales aus. Das ist sehr mutig heutzutage. Gesunder Menschenverstand a la Prof. Sinn und Sarrazin wird von den europäischen und deutschen Gutmenschen sofort in eine nationalistische Ecke gedrängt. Meinungsfreiheit, Rechtstaatlichkeit und Demokratie sind nur noch soweit geduldet, wie sie dem deutschen Politikprimat der EURO-Erhaltung dient.

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Dr. Oliver Strebel

Wir sind alternativlos auf dem guten Weg, wo alle Politikerversprechen ...

bezüglich des Euro seit 1992 gebrochen werden.

Ich schäme mich, in einem Land zu Leben, das ohne Not so vermurkst wurde. Ich schäme mich, daß so viele Menschen die Euro-Illusionisten wählen.

Dieses Land ist so unglaublich herabgedummt worden :-(.

Wer hat denn geglaubt oder glaubt es noch, daß sich die Wirtschafts- und Ausgabenkultur in Südeuropa aufgrund von Verträgen ändern wird? Diese Kulturen sind geprägt durch klimatische und geographische Fakten, die man nicht wegverhandeln kann. Diese Kulturen waren übrigens auch die Grundlage guter wirtschaftlicher Leistungen dieser Länder vor Euroeinführung Wenn man diese Kulturen zerstört, droht das Chaos.

Man kann nicht überall die gleiche Produktivität nach simplen wirtschaftswissenschaftlichen Maßstäben einführen. So etwas halte ich für Grössenwahn und das wird genau so scheitern wie die gutgemeinten Thesen des Sozialismus.

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Rolf Huchthausen

Ich frage mich, wofür die Wettbewerbsfähigkeit wiedererlangt werden soll? Neben € ist EU das Problem

Was produzieren denn die PFIIGS weltmarktfähig? Also andere Kunden als über korrupte EU-Subventionsströme? Kürzlich las ich, dass die GRE-Industrie nur 15 % BIP ausmacht! Wie sieht es denn in den PIIGS sonst aus? Ich habe mich immer gewundert, dass es in den USA keine FRA-Autos gibt!

Wirtschaftspolitik (wettbewerbsfähigster Wirtschaftsraum innerhalb von 10 a lt. Barroso) ist von Subventionen eingeschläfert worden. Oder im weiteren Sinne verlängerte Werkbank der DE-Industrie. In den PIIGS ist aber nicht angekommen, dass es tatkräftige und ehrgeizige neue EU-Mitglieder in Osteuropa gibt.

Ich meine, die Probleme der PFIIGS sind die Konsumausgaben für gehobenen Lebensstil seiner Staatsdiener in weitestgehenden Sinne. Also übermässig lfd. Kosten für Gehälter und Pensionen, denen keine Werte aus volkswirtschafticher Mehrwertschöpfung gegenübersteht! Ein rein auf Pump und offene Rechnung aufgeblasener Selbstbedienungsladen!

Nach 10 a Hängematte reiben die PFIIGS sich die Augen!

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Svenja Sirisee
Svenja Sirisee (Sirisee) - 26.09.2012 12:04 Uhr

Wohltuender Unterschied zu Herrn Bofinger

... Herrn Fuest kann ich bei seinen Äußerungen verstehen, da sehe ich auch keine Ideologie, sondern nur Analyse nachvollziehbarer (realistischer) ökonomischer Zusammenhänge.

Interessant ist der Hinweis, dass die GR usw. irgendwann auf die Idee kommen könnten, den ganzen Laden zu verlassen, weil die wirtschaftlichen Vorteile nicht mehr hinreichend sind. Spanien, Italien usw. werden bislang ja noch mit niedrigen Zinsen in Laune gehalten.

Vielleicht geht ihnen aber auch das anbiedernde "Eurabbe isch unsere Zukunft"-Gerede irgendwann so auf die Nerven, dass sie lieber gehen. Als Italiener oder Spanier würde ich mir das in der Tat überlegen. Warum soll ich immer mehr Selbstbestimmung an seltsame EU-Einrichtungen abgeben, nur weil diese (auch) mit meinen eigenen Seilschaften besetzt sind? Dieser Vorteil verbraucht sich mit der Zeit und wiegt die Nachteile nicht mehr auf.

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Norbert Dr. Leineweber

Es wird nicht nur quälend, es wird die Hölle!

Strukturprobleme, die sich in einem Jahrzehnt aufgestaut haben, können nicht so leicht beseitigt werden. Nach 10 Jahren Schlendrian müssten jetzt 10 Jahre Durststrecke folgen. Die Länder sind nicht exportfähig. Was liefern Spanien, Italien, Griechenland Portugal usw. denn in den Nicht-EU Raum? So gut wie nichts. Und genau außerhalb der EU müssten sie ihre Devisen erwirtschaften, um die eigene Ölrechnung usw. bezahlen zu können, vgl. fortunanetz. Der Euro hat diesen Anpassungszwang genommen. Man ist eigentlich dort angelangt wo die DDR einst war. Zusammenbruch wegen Devisenmangel. Was für Bulgarien, Rumänien und Ungarn die ökonomische Realität ist (Einfuhr=Ausfuhr) wurde mit dem Euro ausgehebelt. Damit gab es allenfalls den Anreiz die Löhne massiv nach oben zu fahren und sich zu deindustrialisieren. Das hat Fuest noch vergessen. Und diese Probleme (es handelt sich um Fehlallokationen) soll jetzt eine auf 2 Billionen geheblter ESM "durchfinanzieren." Deutschland hat 10x DDR an der Backe!

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Matthias Schwarzer

Falsche Rezepte und Diagnosen

Ich wundere mich nur noch über das, was von Politikern und Experten über die Eurokrise, Wettbewerbsfähigkeit usw. gesagt wird. Meiner Ansicht nach sind das alles Nebelkerzen, die dazu führen, dass die richtigen Lösungen nicht angegangen werden.

Es sind doch folgende Fakten zu beachten:

1. Würden in GR, Italien usw. alle ihre Steuern zahlen, hätten diese Länder doch gar keine Probleme. Warum wird dieser Steuerbetrug nicht viel massiver angegangen? Warum fasst man Steueroasen wie die Schweiz, Liechtenstein, Andorra, Luxemburg, Isle of Man usw. immer noch mit Samthandschuhen an? Sind unsere Politiker dermaßen mit den Steuerbetrügern verstrickt, dass sie dieses Problem nicht angehen wollen?

2. Warum sollte es für GR besser sein, mit einer wertlosen Drachme zu wirtschaften als mit einem stabilen Euro? Ich habe doch lieber ein Monatseinkommen von 800 Euro (anstelle von vorher 1400 Euro) statt ein Einkommen von 2000 wertlosen Drachmen. Interne Abwertung ist doch besser als Euro-Ausstieg.

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Wulf Hermann
Wulf Hermann (wuhe) - 26.09.2012 11:39 Uhr

quälend langsamer“ Fortschritt bei dem Versuch, die Staatsfinanzen zu sanieren.

So ist es auch bei uns. Bestes Beispiel: Das Betreuungsgeld - finanziert mit neuen Schulden! Wann wächst auch bei uns die Einsicht, dass man neue Sozialwohltaten nicht machen kann, wenn die Mittel nur mit neuen Schulden aufgebracht werden?

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Amal Younis

Zwar ist Frankreich de jure ein haftender Staat, doch, wenn.....

......es wirklich darauf ankommen sollte, einen dreistelligen Milliardenbetrag zu zahlen, werden die Franzosen dafuer nicht bereit sein, weil sie weder das Geld haben noch sei denen der Verbleib des einen oder anderen Staates im Euroraum so wichtig. Man wird Deutschland mal wieder zwingen alles ganz allein aufzuschulter.
Dem Herrn Schaeuble ist in der gestrigen in der ARD ausgestrahlten Reportage-Sendung einen kurzen, aber umso wichtigen, Satz entgleitet worden. Er sagte naemlich, dass Deutschland beim Versuch den Euro zu retten am meisten zu verlieren werde.

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Dieter Zorn

Die Stimme der Vernunft.

Ja, so wird es kommen: Nach jahrelangem Retten werden sowohl die Retter als auch die Krisenstaaten erschöpft sein, aber ausser noch mehr Schulden nicht viel gewonnen haben. Für die Krisenländer wird es dann Schuldenschnitte geben, dh. Private Investoren und Banken werden einen Teil der Zeche bezahlen und am Ende die Steuerzahler durch mehr Steuern und Zwangsabgaben. Dann werden Sp, Gr und Po vorübergehend aus dem Euro ausscheeren, um über Abwertung endlich wieder an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen. Im Grunde haben wir dann den Nordeuro plus Italien, das sich wie immer, auch aufgrund der Wirtschaftsstärke Norditaliens, durchwursteln wird. Wenn das sooo klar ist, wieso können wir dann nicht die Abkürzung nehmen? Gute Journalisten können dazu beitragen, indem sie Politikern genau diese Frage stellen! P.S. Im Euro-sozialistischen Verkündigungblatt DIE ZEIT wäre dieser Kommentar zensiert worden mit dem Hinweis: Sie ergehen sich in Spekulationen!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.09.2012 12:52 Uhr
Rolf Huchthausen

Ich habe mir am Wochenende mal den Spaß gemacht, ...

.. die Eskalation über die FAZ-Artikel seit Mai 2010 nachzuschlagen.

Ich glaube, die versammelte Gemeinde kann es nicht glauben, dass wir hier einem Coup d'Etat feudaladliger, etatistischer und auf persönlichen Vorteil einer zahlenmäßig geringen Bande von Schmarotzern in den Parteien, der Politik und der Verwaltung sowie der lobbykorrupt verbundenen Bande aus Konzernen und Banken aufsitzen.

Die Eskalation in der Sache und die Analyse sowie Tonlage der FAZ-Kommentare und die jeweiligen Leser-Reaktionen darauf sprechen eine eindeutige Sprache. Immer wieder bestätigt durch die tatsächliche Entwicklung. Warum werden weltöffentlich klarste Erkenntnisse aus laufenden und unabwendbaren Entwicklungen ignoriert?

Auf der Anklagebank in den Nürnberger Prozessen saßen auch nur vermeintlich seriöse Staatsdiener, die sich auf den Befehlsnotstand beriefen, als sie die Befehle für das Verbrennen von Existenzen unterschrieben.

Die €URO-Krise, die Krise der EU macht fassungslos!

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Elisabeth Dreier

Medienfreiheit steht beim Thema Euro nur auf dem Papier.

Denn man erinnere sich an die Berichterstattung noch Tage vor dem Urteil zu dem ESM Fond in ARD/ZDF. Nichts kritisches, nur Jubelraketen bzw. wie kann man den Euro retten,... Der öffentlich rechtliche Rundfunk tat sich da besonders hervor.
Ich erinnere mich an das Interview von W. Schäuble kurz nach dem ESM Urteil im Heute Journal. Hier sah/hörte ich das erstmalig auch kritische Fragen zu dem Thema im TV, aber sah auch das Aufatmen von K. Kleber nach dem Interview, als fiele ihm ein Stein vom Herzen. Ich fragte mich warum? Weil er sich so forsch fühlte oder weil er endlich das fragen durfte was er wollte.
Die F.A.Z. begann etwas früher kritisch zu berichten, schon seit ca. einem Jahr.
Im Großen und Ganzen war die Berichterstattung in den deutschen Medien eine Schande, ein Grund warum es so wenig protestierende Menschen gibt.

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Klaus Schmid
Klaus Schmid (Pinin) - 26.09.2012 09:43 Uhr

Warum Reformen?

Es wird keine „quälend langsamen“ Fortschritte geben, sondern überhaupt keine, denn inzwischen haben alle mitbekommen dass der unselige Euro "um jeden(!) Preis" gerettet werden soll, und dass der Austritt eines Landes aus den Euro ausgeschlossen wird.

Gibts also noch einen Grund für Reformen? NEIN!

Solange es keine vollautomatischen harten Konsequenzen für Fehlverhalten gibt wird es immer wieder Parasitentum zu Lasten anderer geben, aber genau dies werden die Betreffenden in der üblichen EU-Hinterzimmer-Kungelei immer verhindern.

Ist übrigens genauso wie im Leben einzelner Bürger - hier weiß jeder dass an diesem Automatismus kein Weg vorbei führt, aber im Großen wirds geleugnet. Einzelne Bürger müssen sich nach anerkannten Regeln verhalten, Staaten brauchen das nicht, sie können lügen, betrügen, stehlen und erpressen. Das nennt sich dann einfach Politik. Und auf diesem Feld ist Deutschland notorisch schwach besetzt.

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