Erstmals hat ein Mitglied der EU-Kommission bestätigt, dass es Notfallszenarien für den Fall eines Euro-Austritts des hoch verschuldeten Landes gibt. EU-Handelskommissar Karel de Gucht warnte in einem Interview mit der belgischen Zeitung „De Standaard“: „Das Endspiel hat begonnen und ich weiß nicht, wie es ausgehen wird.“
Umgehendes Dementi
Die Gefahr, dass in der Folge eines griechischen Austritts andere verschuldete Euroländer wie Spanien und Italien angesteckt werden und Refinanzierungsprobleme bekommen, schätzt de Gucht als verkraftbar ein: „Vor eineinhalb Jahren mag die Gefahr eines Domino-Effekts bestanden haben.“ Er fügte hinzu: „Aber nun arbeiten Abteilungen in der Europäischen Zentralbank und in der Europäischen Kommission an Notfall-Szenarien für den Fall, dass es Griechenland nicht schafft.“ Einzelheiten wollte er nicht nennen.
Ein Sprecher der EU-Kommission wies die Aussagen in Brüssel zurück: „Die EU-Kommission bestreitet, dass sie an einem Austritts-Szenario für Griechenland arbeitet. Die EU-Kommission will, dass Griechenland im Euro-Raum bleibt.“
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte am Freitag dem französischen Rundfunksender Europe 1, Griechenland müsse im Euro-Verbund bleiben, doch müsse das Land selbst auch seinen Teil für eine Gesundung der Wirtschaft beitragen. Das Verhalten der politischen Elite in dem Land löse bei ihm Skepsis aus. Es gehe jetzt nicht um falsche Versprechen, sondern darum, einer verunsicherten Bevölkerung die Realität zu erklären.
„Das Chaos wäre enorm“
Auch de Gucht führte in dem Interview die Folgen eines Euro-Ausstiegs für das Land vor Augen: „Im Fall eines solchen Austritts wäre das Chaos in Griechenland enorm.“ Der Staat werde weder Beamte bezahlen noch Renten anweisen können, die Inflation werde in die Höhe schnellen.
Wegen der schwierigen Regierungsbildung und der Neuwahlen in Athen wird derzeit darüber spekuliert, ob Griechenland aus dem gemeinsamen Währungsraum austritt beziehungsweise austreten muss. Wie schwierig der Umgang mit einer griechischen Regierung würde, die von der radikalen Linken angeführt wird, zeigt auch ein Interview, das das „Wall Street Journal“ mit dem Vorsitzenden der Syriza geführt hat. Darin sagt Alexis Tsipras, er glaube nicht, dass Europa die Finanzierung seines Landes einstellen werde. Komme es jedoch dazu, werde Athen seine Schulden nicht mehr bedienen.
Wir haben das gleiche Problem wie die Griechen
Klaus Schmid (Pinin)
- 21.05.2012, 00:24 Uhr
Jetzt ist auch die Zeit gekommen zu der man sich ernsthaft
überlegen muss, von welchen Ländern
Rüdiger Noll (krn)
- 19.05.2012, 14:13 Uhr
Jahrelang GELOGEN !
Markus Teuber (arathorn)
- 19.05.2012, 13:08 Uhr
„Das Endspiel und ich weiß nicht, wie es ausgehen
wird.“...Eurorituri te salutant!, ein Steuerzahler
Roland Magiera (Roland_M)
- 19.05.2012, 10:48 Uhr
Alexis Tsipras gibt den "Schwarzen Peter" zurück.
bernd ullrich (demokrat2)
- 19.05.2012, 10:41 Uhr