08.10.2012 · Deutschland steckt in der Target-Falle, sagt Ökonom Hans-Werner Sinn. In seinem neuen Buch erklärt er, wieso ein kompliziertes Zahlungssystem der EU uns dazu treibt, mit immer mehr Geld den Euro zu retten. Ein Vorabdruck.
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Der Euro ist eine Erfolgsgeschichte, in Ewigkeit, amen! Ach ja: Natürlich hat Deutschland...
.. am meisten profitiert, der Satz darf nicht fehlen, denn er dient zur Rechtfertigung für eine Politik, die man nur als ökonomischen und politischen Suizid beschreiben kann, der natürlich alternativlos ist. Das Problem, das sich hier und in anderen Foren, aber auch privat in meinem Freundeskreis manifestiert: Wie soll man mit Menschen diskutieren, die nicht mal begreifen, das Export-"erfolge", bei denen der Exporteur selbst die Rechnung begleicht, gar keine Erfolge sind. Das gilt übrigens auch für Wirtschaftsführer, die sich diese "Erfolge" mit fürstlichen Boni honorieren lassen und folgerichtig dafür sind, dass der tolle Euro "gerettet" wird, immer wieder. Wenn man dann noch bedenkt, dass dieser Irrsinn nicht mal dazu führt, dass sich nennenswerter Widerstand regt, sei es parlamentarisch oder in Form von Protesten, kommt man zu dem Schluss, dass unser demokratisches System sich gerade galloppiernd selbst abschafft zu Gunsten einer Diktatur dieser absurden Euro-Ideologie. Tragisch!
Nach Wechsel ins Draghi-Lager sind Merkel u. Schäuble taub gegenüber Target-Warnungen
Die gravierenden Risiken von D aus den riesigen Target-Salden, gut
nachvollziehbar von Prof. Sinn u. Weidmann wiederholt dargelegt, werden
von Merkel u. Schäuble dummerweise ignoriert.
Beide erliegen dem Irrtum, dass die regelwidrige dragische
Wundertüte, von ihrem unverantwortlichen Schöpfer mit
unbegrenzter Gelddruckkraft ausgestattet, gut geeignet sei, um für
die Sorglosstaaten ein unkomliziertes Wünsch-Dir-was-Leben auch in
Zukunft zu ermöglichen. Und zwar ohne Auflagen, bitte schön,
wie das z.B. Rajoy für sein Land gerade erpokert.
Den Deutschen, Hauptzahler u. -Bürgen der EU, sind, ist die
Target-Problematik bis jetzt nicht aufgefallen, zu sehr vertrauen sie -
noch - blind ihrer Kanzlerin u. Schäuble, wurde dieser doch - trotz
Unfähigkeit u. Draghi-Bewunderung - für sein Wirken in der
Schuldenkrise ausgezeichnet.
Schummelunionsprinzip anstatt No bailout: Die Dummen geben, die
Sorglosen leben, unter Aufsicht der €-Spitzen-Dilettanten inkl.
Merkel u. Schäuble!
Das wird allerdings nicht dazu führen, daß sich Politiker,
allen voran Frau 'Alternativlos' als promovierte Physikerin dem Fachmann
anschließen wird.
Diese ökonomisch fachfremde und damit ungebildete Dame verfolgt
eigene Ziele.
Ist Professor Sinn eigentlich der Einzige, dem das auffällt? Welche Fachkunde haben Andere? Oder welche Vorteile muß man vermuten bei Denjenigen, die dem Bürger diese Probleme vorenthalten?
Bekommen wir endlich die eigentliche, grundsätzliche Systemdiskussion?
Trotz tiefgründiger Beiträge in den letzten 10 Jahren in der
FAZ, SüddtZtg, FTD, SPIEGEL, Handelsblatt u.a. wird uns von der
Politik eine nur vordergründige und das Volk einnebelnde Propaganda
vorgeführt, abzielend auf die Stützung des
angelsächsischen Turbo-Kapitalismus und des US$ als 'Leitwährung'.
Die von Politik und Medien bewusst nicht gebündelte Diskussion
über "Geldschöpfungen, Zins- + Zinseszinsproblematik,
Target2, stetes Beschäftigungs- und Wirtschaftswachstum,
Ressourcenendlichkeit pp." muß eine zentrale Aufmerksamkeit
in der Öffentlichkeit finden! Erst die professionelle Analyse der
Zusammenhänge erlaubt einen konsolidierenden ReStart statt
hektischer kapital- und existenzvernichtender (Banken-)'Rettungsschirme'!
Fundgrube Internet: finance-watch.org, monetative.de, ftd.de, dradio.de,
einzelne Onlineprints u.v.a. Der 'heiß diskutierte' Beitrag Sinn's
muß für die MEDIEN insgesamt Ansporn sein, in die Tiefen
dieses vielschichtigen Finanzthemas informierend einzutauchen!
Also, das Bild hätte ich nicht genommen...
.. ansonsten ist es mal wieder schön, von Herrn Sinn zu hören.
Er zeigt, dass es immernoch massive Probleme der EU gibt, die man mal
wieder veruscht unter den Teppich zu kehren oder mit dummen Parolen zu überdecken.
Tja, Angst packt viele. Und dann: Nationalstaat! Zurück, alles falsch, die Olivenländer und alle anderen ausser uns verbockten es. Wichtig wäre eher etwas Verständnis für Geschichte. Dafür, dass nationalstaatliche Selbstbeschränkung nicht funktioniert. Wichtig wäre zu begreifen, dass viele Menschen, Institutionen, Instanzen Kohle abschröpfen - von vielen ehrbaren Foristen hier, die selbstverständlich bereits sind dem Isolationismus zu fröhnen. Prof. Sinn veröffentlicht ein Buch und die Nation geht in Furcht baden. Schlage vor, alle Verantwortlichen, alle, die Verantwortung tragen, lernen etwas von Ehrlichkeit. Also: Keine Korruption, keine Bestechlichkeit, keine Kompromisse. Hier wie dort unter Olivenbäumen. - Wird nicht funktionieren, übrigens. Wir sind so wie wir sind. Und daher werden wir uns gleichsam die Köpfe einschlagen. Irgendwann. Das muss sein, damit Vernunft einkehrt.
ist das wir Deutsche auf die Strasse gehen .Am 30 November 2012 in der ganzen Bundesrepublik Deutschland z.b Köln,Berlin ,Frankfurt,Stuttgart da müsst ihr euch schlau machen sind Protestmärsche angesagt wir sehen uns in Köln
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.10.2012 11:27 Uhrwo?
Das sind aber sehr geheime Protestmärsche! Das Internet bietet mir
für den 30.11. in Köln die WDR2 Night of the Proms, cosi fan
tutte oder auch den 9. Workshop Photovoltaik-Modultechnik. Aber von
einer Demonstration ist nirgends die Rede.
Allerdings ist mir auch schon aufgefallen, dass die politische Elite in
aller Seelenruhe scheibchenweise Deutschland auflöst und niemand,
wirklich niemand geht hin. Es zeigt sich mal wieder, dass wir uns
für Revolutionen nicht so richtig interessieren, solange die Kiste
flimmert und das Aldi-Bier lacht, kann's doch nicht so schlimm sein, oder?
Die Forderung ist schon richtig.
Wer nicht warten will, muß auf die Straße. Es fehlt jedoch noch sehr am Mobilisierungspotential für das Thema. Ich war bisher auf zwei Demos gegen die Euro-Rettungspolitik. Mit ernüchterndem Ergebnis. Berlin, 09.04.2011: 50 Teilnehmer. Karlsruhe, 08.09.2012: 800 Teilnehmer (Berichte lesen Sie auf "eurodaemmerung").
Haha Protestmärsche...
In Deutschland mögen ja zehntausende auf die Strasse gehen zur
Rettung von seltenen Käfern in Stuttgarter Stadtparks oder für
allerlei Gestrüpp am Rande des Frankfurter Flughafens (Startbahn
West) aber nicht Sicherheit nur ein armes Häuflein zu Sicherung der
Spareinlagen, wollen wir wetten ??
...habe ich das Gefühl, etwas verstanden zu haben. Zum Glück ist mein Verständnis nicht wichtig. Bei denen, die unser Land regieren, ist das leider anders.
Manche Kommentatoren erwähnen hier die Einführung des Sozialismus. Mitnichten.
Er ist schon seit Jahrzehnten, in seinen ersten Ursprüngen seit 99
Jahren eingeführt: der Geldsozialismus. Mit dem Fiat-Money System
der Zentral- und Großbanken schafft man Geld aus dem Nichts,
finanziert Kriege, Wohlstands-, Öko-, Hypothekenblasen und
läßt die arbeitenden Bürger kräftig dafür
bezahlen. Nicht wenige dieser Bürger machen - einem treudoofen
Dackel - auch fleißig mit. Diese sind mit
"Neidpropaganda" leicht ruhig zu halten. Der Propaganda der
Nazis (und Linken) nicht unähnlich.
Wie auch immer. Wenn das Heer der Unmündigen groß genug ist,
dann haben Despoten jeglicher Couleur leichtes Spiel. Die wenigen
Versprengten, die warnen, lösen bei den Despoten nur einen
lästigen Juckreiz aus. Gibt es so etwas wie einen
"demokratischen Despotismus"? EUdSSR? Schon Jefferson mahnte:
Wer nicht täglich um die Freiheit kämpfe habe sie auch nicht
verdient. Kant äußerte sich nicht unähnlich, dass
nämlich stets nach der der Mündigkeit zu streben sei. Sie muss
immer neu erworben werden.
Warum hat die Politik das zugelassen?
Die von Sinn zu recht gerügten Tatbestände haben Vermögens-, Beschäftigungs-, Allokations-, und Verteilungswirkungen. Er beleuchtet vor allem die Auswirkungen auf das Volksvermögen. Daneben führt das Ganze jedoch temporär zu mehr Beschäftigung in der Export- und Gesamt-Industrie. Ausserdem zu einer Fehlallokation, die sich wegen der Exportlastigkeit in der Krise negativ auswirkt. Und zu einer temporären Erhöhung der Arbeits- und Gewinn-Einkommen. Diese Effekte muss man quasi gegenrechnen, wenn man über die Targetsalden streitet. Und sie sind wohl auch der Grund, warum die Politik die ganze Chose zu gelassen hat. Also, nach der Devise, mit dem Spatzen in der Hand. Trotzdem glaube ich, unsere Politiker sind zu weit gegangen und hätten früher bremsen müssen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.10.2012 14:33 UhrWarum hat die Politik das zugelassen?
Um weiter zu regieren.................wir haben Vollbeschäftigung
und jeder Bürger bezahlt seine Beschäftigung selbst mit einer
höheren Pro-Kopf - Verschuldung..................
das kleine 1 x 1 der Verschuldungspolitik....................................
Der Verfasser uebersieht die Umkehrbarkeit
des Zahlungskreislaufs durch Rueckgriff der Glaeubiger bei den Schuldnern. Die Falle ist ein Trugbild.
Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.10.2012 09:50 UhrMitforisten Sichart und Ulherr ,
die Worte des Mitforisten Brilleaux aufgreifend: man muss nur WOLLEN,
naemlich eingreifen und gestalten wollen.
Weder die Waehrungsunion noch die Schritte zu ihrer 'Rettung' haben
etwas zwangslaeufiges und unabaenderliches an sich.
Eure gereizte Reaktion zeigt, wie verlegen Euch dieser einfache Ansatz
zur konstruktiven Abhilfe macht. Wuerde er verfolgt und wahrgenommen,
braeche die Kampagne zur Verunglimpfung Europas und des Euros
schlagartig zusammen. Die Kampagne lebt geradezu vom Trugbild der
Opferrolle Deutschlands.
IHerr Siegen, das ist Irrsinn!
Wie soll das funktionieren? Dazu müssten diese Target2-Schuldner-Länder über viele Jahre massive Leistungsbilanzüberschüsse gegenüber Deutschland erzielen!
Sie übersehen da etwas
1.Es ist im Target-System keine Begrenzung des Targetrahmens vorgesehen.
2. Es ist kein Mechanismus vorgesehen die Kreditnehmer zum Ausgleichs
des Kredits zu zwingen.
Daraus folgt ganz einfach -
1. Die Staaten können unbegrenzt weiter über Target bestellen.
2. Es gibt kein Mittel wenn man weiter den treudoofen Deutschen spielt
diese Mittel einzutreiben.
Also, ohne eine richtig harte Gangart werden die doofen Euro-Deutschen
mal wieder bezahlen. Wir sollten uns mal ein Beispiel an einigen
Luxemburger Politikern (von Franzosen ganz zu schweigen) nehmen. Die
haben ja die deutsche Gurkentruppe sehr professionell abgekocht. Unter
lauten Europa Rufen. Solidarität ! jawoll ! Das Europa für
Frankreich und Co. durchaus zuallerst ein Mittel zum eigenen Vorteil ist
kapieren unsere Eurofans wohl nie. Und wenn ich mir dann dieses unselige
Gequatsche anhören muss das wir davon "profitieren" weil
wir die Waren die wir quasi kostenlos liefern selbst herstellen durften
kriege ich Brechreiz.
"Umkehrbarkeit des Zahlungskreislaufs" @ Siegen
Sie meinen vermutlich die Eintreibung der Schulden bei den Schuldnern.
Da wird zwar kein Zahlungskreislauf umgekehrt, aber Ihr Spruch klingt
halt nicht so brutal. Nur: Wer soll diese Schulden denn wie bei den
betreffenden Zentralbanken eintreiben? Fliegt wieder eine "Legion
Condor" nach Spanien? Wann stellen Sie sich endlich den
Realitäten?
Die große Masse der Bürger in Europa wird von diesem
stümperhaften €uro-System in Krise und Schulden getrieben -
und alle glotzen blöd, merken scheinbar wenig bis gar nix, gehen
wenn überhaupt gegeneinander in Stellung. Die Herren der
(Finanz)Märkte lachen, die angestellten Büttel in den
Verwaltungen und Ministerien fühlen sich bestärkt und zu
weiteren Großtaten ermutigt - schöne neue €uro-Welt!
Das Trugbild ist die EU, mit allem, was dazugehört !
Ein Lug und Trug, und keine Aussicht auf Erfolg. Ich freue mich auf das Ende.
Deutschland aufkaufen mit deutschen, nichtrückzahlbaren Krediten
Wenn ich Herrn Sinn richtig verstanden habe, ist es also theoretisch möglich, dass das kleine Griechenland so nach und nach alle Güter und Dienstleistungen, alle Grundstücke und Immobilien, einfach alles, was Deutschland besitzt und ausmacht, aufkaufen kann mit Geld, das sie dazu von Deutschland als Kredit erhalten, den sie niemals zurückzuzahlen brauchen!
Sich an anderen abzuputzen ist immer leicht.
"Griechenland bezieht also die Ware und lässt anschreiben,
ohne selbst eine Ware zurückliefern zu müssen."
Heißen müsste es: "zu dürfen"! Deutschland
puscht seit den letzten ca. zehn Jahren den Export durch künstlich
niedrig gehaltene Lohnstückkosten in einer Weise, dass sich ein
ständiger Handelsbilanzüberschuss ergeben hat.
Wenn man will, dass die Salden im TARGET-Clearingsystem zwischen
Deutschland und den GIPSZ-Staaten wieder ausgeglichen werden sollen,
dann bedeutet das, Deutschland müsste über einige Jahre
Handelsbilanzdefizite generieren, sprich: mehr aus diesen Staaten zu
importieren als dorthin zu exportieren.
Das Problem hat nichts mit der Zahlungsmoral oder sonst was der
Bürger der GIPSZ-Staaten zu tun, sondern mit dem Umstand, dass wir
einen gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsraum gegründet
haben ohne eine (wirtschafts)politische Dimension. So konnten sich die
Ungleichgewichte aufblähen und im Zuge der Weltfinanzkrise zur
Krise des gesamten EURO-Systems werden.
Google is your friend und so weiter
Eine einfache Internet-Suche nach "griechische
Exportgüter" o. Ä. wäre wohl nicht zu viel verlangt.
Das "Drehen" an der Lohnstückkosten-Schraube (auch oft
genannt: "interne Abwertung") wurde in Deutschland durch die
Agenda 2010 und folgende Maßnahmen vorgenommen. Zwar hat diese
(Unter-)Entwicklung der Löhne vordergründig betrachtet
Deutschland auf einen Pfad zum wirtschaftlichen Wachstum - vor allem
durch den gesteigerten Export - gebracht. Tatsächlich hat man
jedoch die durch das EURO-System verbesserten Exportchancen
(aus-)genutzt, aber gleichzeitig verdrängt, dass durch die
ständigen Exportüberschüsse Imbalancen innerhalb der
EURO-Zone entstehen, die irgendwann das ganze Währungssystem
bedrohen. Diese Art von Beggar-thy-neighbour-policy war niemals ein
nachhaltiges Wirtschaftsmodell. Auch das zunehmend steiler werdende
Wohlstandsgefälle in Deutschland, nicht zuletzt durch die falsche
Lohnentwicklung forciert, kann kaum das Ziel einer Politik der
"sozialen Marktwirtschaft" sein.
So viele Oliven, Herr Moser,
können Sie Ihr Lebtag nicht essen.
Hauptsache, die ideologische Weltsicht stimmt: "Die Leistungsfähigen sind schuld!"
"künstlich niedrig gehaltene Lohnstückkosten"?
Korrekt heißt das "Effizienz" - und effizientes
Wirtschaftshandeln hat eben (z.B.) in Deutschland ein paar Generationen
Tradition - in Griechenland (z.B.) hat man damit noch nicht angefangen.
Oder kennen Sie andere exportfähige griechische Produkte, als die,
die von alleine an den Bäumen wachsen?
Normalerweise freuen sich die Länder in die das Kapital flieht, nur in Deutschland ...
sorgt das dank Prof. Sinn auch für Empörung. Die Schweiz,
Luxemburg und andere freuen sich dagegen über Fluchtkapital und
wirtschaften damit sehr erfolgreich.
Sicher haben m.E. die Foristen recht, die sagen, daß die
Bundesbankforderungen uneintreibbar sind. Aber das sind EZB-Moneten, die
in den Zentralbanken der Südländer belassen wurden, damit
diese nicht kollabieren.
Heutzutage haben wir fast nur noch elektronisches Geld und das hat nur
einen Wert, wenn die Leute daran glauben. An welches Geld glauben die
Kapitalflüchtlinge, wegen denen die Bundesbank Targetforderungen in
Höhe von über 700 Mrd Euro hat. An das Geld, das bei einer
deutschen Bank liegt. Deswegen haben sie es hier her geschafft. Dieses
Geld kann bei einem Austritt Deutschlands aus dem Euro m.E. problemlos
von der Bundesbank garantiert werden, denn die Kapitalflüchtlinge
werden es so schnell nicht abziehen, weil sie ja glücklich sind, es
hier sicher untergebracht zu haben.
@Herr Metzger: Danke für die interessanten Gedanken.
Jedoch denke ich, daß der Gütersektor, auf dem D seine
Überschüsse erwirtschaftet, einigermassen getrennt vom
Finanzsektor läuft, der sich verselbstständigt hat. Und um
Himmels willen sollte man die Erxportgewinne nicht im Finanzbereich versenken.
Vielmehr finde ich, wie Sie vorschlagen, es besser, sie für
Zukunftsinvestitionen einzusetzen, die bewirken, daß ein
resourcenarmes Land wie Deutschland seinen Energiebedarf
selbstständig decken kann.
Auch halte ich es für sinnlos, Griechenland Milliarden zu geben, um
die marode Finanzindustrie zu retten. Besser wäre es, das Geld in
Griechenland zu investieren, damit es sich selbst mit Energie versorgen
kann oder gar Energie exportieren kann.
Allerdings sieht es mit unserer Schuldenquote von über 80% des BSP
schlecht aus um die Fähigkeit zur Zukunftsgestaltung. Hier haben
die im Bundestag vertretenen Parteien gewaltig versagt.
Herr Dr Strebel
Sie schreiben, was ich ebenfalls versucht habe in meinen Kommentaren auszudrücken:
Die Zentralbank finanziert über Target 2 Salden, direkt und
indirekt, den Exporterfolg der BRD Wirtschaft.
Aber ich sehe eben nicht wie Sinn diese Exportweltmeistermentalität
hinterfragt: Welchen rationalen Zweck verfolge ich mit dem Export von
Produkten, für die ich zudem Rohstoffe und Vorprodukte importieren
muss, wenn ich keinerlei Anlagestrategie für das erwirtschaftete
Vermögen besitze?
Bisher haben wir unglaubliche Geldsummen in vielen Blasen versenkt - sei
es die Dot.com Blase, Subprime, Cross-Border-Leasing, Staatsanleihen...
etc. pp.
Doch sobald wir diese Fragen stellen, rütteln wir an den
Grundsäulen der modernen Ökonomie: "Effizienz der
(Finanz)märkte".
Für mich ist das EEG diese Anlagestrategie - schlechter investieren
als in den USA kann man sein Geld nicht.
Ich würde mich sehr über Ihre Meinung zu diesem Themenkomplex freuen.
@Herr Zorn: Ihre Sorge bezüglich der Warenströme auf Kredit teile ich!
Siehe hierzu meine Beiträge von 14:29 und 17:39. Man kann in 1000
Zeichen eben nicht alles unterbringen.
Weiter habe ich mir fest vorgenommen, unseren Politikern wieder und
wieder die Targetkredite unter die Nase zu reiben, wenn sie sich wegen
der Exporterfolge Deutschlands auf die Schulter klopfen. Denn hier denke
ich, daß Prof. Sinn recht hat: neben den Fluchtgeldern sind auch
die deutschen Exportüberschüsse unter den Targetsalden zu
finden.
Aber eine Verrechnung der Targetsalden mit deutschen Spareinlagen oder
Steuereinnahmen, wie manche sie vornehmen, halte ich für abwegig.
Diese Fluchtgelder sind Vermögen von Wirtschaftssubjekten aus
Südeuropa, die m.E. keinerlei Probleme bereiten, wenn die
Bundesbank sie garantiert.
Es geht doch nicht um Fluchtkapital.
Es geht um Warenströme auf Kredit der BuBa und die daraus resultierenden Forderungen sind uneinbringbar. Monetaristen haben damit ihre Probleme. Man muss güterwirtschaftlich denken, um das zu verstehen, oder wie die Österreichische Schule sagt, den "Geldschleier" wegziehen!
Alles "Roger", verehrter Herr Professor, und besten Dank
für Ihr Buch, das wieder einmal genau zur rechten Zeit kommt. Aber
zur Sache: Weshalb läßt die Bundesbank nicht durch ein paar
Strohmänner alle Infrastruktur und Immobilien in GR aufkaufen,
derer sie habhaft werden können, egal was sie kosten, und diese
über das Targetsystem bezahlen, d.h. verrechnen, sozusagen den
Gerichtsvollzieher nach Griechenland schicken ? Damit würde sie
ihren Saldo schnell verringern, den "Spieß" vielleicht
sogar umkehren, und sie hätte die gewünschten Sicherheiten.
Weshalb sie das nicht tut ? Sehr einfach, weil dann die ganze Welt
sofort merken würde, daß in Europa der inverse Clausewitz im
Gange ist, die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Und
daß die nächsten Reparationen wieder den Deutschen aufgeladen
werden sollen ? Wem denn sonst, sie waren dumm genug und haben es genau
so gewollt. Man wartet darauf, verehrter Herr Professor, daß Sie
dies einmal bald aussprechen !
Wenn die BRD den Spieß rumdreht und seine Importe aus dem Euroraum über Target2 bezahlt ...
Vorläufige Ergebnisse des Statistische Bundesamt (Destatis) am
08.10.2012, u. a.:
In die Länder der Eurozone wurden im August 2012 Waren im Wert von
30,4 Milliarden Euro (– 3,1 %) geliefert und Waren im Wert von
31,5 Milliarden Euro (+ 1,1 %) aus diesen Ländern bezogen.
Wenn Deutschland jetzt den Spieß rumdrehen würde und die
Importe aus den Euro-Ländern (im August 2012 : EUR 31,5 Mrd)
über Target2-Buchungen bezahlen würde, also diesmal mit von
der Dt. Bundesbank selbst gedrucktem Geld, würde sich die
800-Mrd-Target2-Forderung der BRD etwas reduzieren, aber der Aufschrei
gegen die BRD wäre groß.
Tschuldigung, war leider zu simpel gedacht. Die Bezahlung deutscher
Importe aus dem Euro-Raum über Target2 gestattet keine Frau Dr.
Merkel, kein Herr Dr. Schäuble und auch kein Herr Dr. Weidmann,
auch nicht der EZB-Rat. Schon der Gedanke ist Frevel.
Wir sind irgendwie auch hier zu blöd.
Sinns Manipulation - als kurzer, einfacher Klartext zusammengefasst
Zentralbanken können FIAT Geld per Knopfdruck erschaffen - d.h.
Geldscheine und Münzen.
Zentralbanken können sogar die Währung änder - Heute DM,
morgen Euro, übermorgen Globalo, Bancor, DM 2 etc. pp.
Zentralbanken legen zudem fest, wieviel Mindestreserve etc. pp die
Geschäftsbanken halten müssen.
Geschäftsbanken können keine Geldscheine drucken, oder
Münzen prägen ABER Sie können Kredite vergeben. Diese
Kredite sind NICHT die Spareinlagen der Kunden, sondern sind ein RECHT
der Banken und entstehen aus dem NICHTS! Lediglich einige Regeln
müssen eingehalten werden: z.B. muss für 100 € Kredit der
vergeben wird, 1 € an Spareinlagen vorhanden sein, oder 1 €
Eigenkapital zurückgestellt werden.
Sinns Manipulation: Er argumentiert, als ob Zentralbanken, wie
Geschäftsbanken Verluste REALISIEREN müssten. Er argumentiert
so, als ob der Bundeshaushalt beim Ausfall der Target 2 Foderungen Geld
an die BuBa überweisen müsste.
Sinn manipuliert, weil er weis wohin eine tiefere Analyse führen muss.
Ich manipuliere nicht
ich verweise lediglich auf die Widersprüche in Ihrer Argumentation
bzw. der von Herr Sinn bzw. auf die Lücken.
Wer Exportweltmeister sein möchte muss wissen was er mit dem
verdienten Geld anfangen möchte - nämlich wie er investieren möchte.
Die aktuellen Europrobleme sind tiefgreifend und eine Überlagerung
von vielen Krisen. Sinn versucht bei der Target 2 Diskussion die
Geldordnung auszusparen, und diskutiert viele wichtige Punkte nicht -
z.B. wieso Banken vom Staat gerettet werden, diesem aber Geld per
Staatsanleihen leihen sollen - zu höheren Zinsen.
Bis zum Bankenbailout war die Argumentation immer: Die Banken sind der
Garant für die Disziplinierung der Staaten.
Nach dem Bailout brauchen auch die Banken eine Disziplinierung! Ich
spreche hier nicht von Sparkassen oder Volksbanken. Nicht nur die
Griechen leben auf Kosten der Euro - Gemeinschaft - auch der
Bankensektor. Das berührt AUCH die Steuer CD Käufe.
Aber was erwarten wir auch von einer korrupten Elite -> Stichw. Vortag
Tiefblickend
Ich denke sie haben Sinn nicht verstanden. "FIAT per Knopfdruck" ist dann entsprechend entlarvend und beschreibt was wohl kommen wird. Es geht hier auch ums Vertrauen in eine Währung. Und dieses ist irgendwann einmal bei diesen "Spielchen" nicht mehr vorhanden. Target, ESFS,ESM, Anleiheaufkauf über die EZB sind alles Signale das hier eine Währung künstlich am Leben gehalten wird. Sinns Angst ist das wir mit immer größeren Summen etwas "retten"zu müssen. Letztendlich trifft es bei einer wohl kommenden Währungsreform immer die Schwächsten. Das Vertrauen das hier verspielt wird mündet dann wie immer in Not und Elend. Sinn warnt davor und leider bestätigten sich seit Jahren die Prognosen dieser Mahner(siehe Griechenland).
These: Das Target-System wurde vorsätzlich installiert, um die Maastricht-Verträge zu unterlaufen
Das ist auch der Grund, warum es so kryptisch und schwer nachvollziehbar ist.
Wenn sich das bestätigt, dann haben wir einen echten Skandal.
Target2-Salden sind potentielle Devisenreserven!
Die Target2-Salden sind keine Forderungen gegen ausländische
Geschäftsbanken, die pleite gehen können. Sondern gegen
ausländische Notenbanken.
Bei einem Zerfall der Eurozone wären sie Devisenreserven. Das
(zweifellos nicht geringe!) Verlustrisiko der Bundesbank beschränkt
sich auf den vorhersehbaren Kursverfall der Drachmen und Pesetas, die
dann in ihren jeweiligen Ländern ggf. den Euro ersetzen
würden. (Oder die Aufwertung eines evtl. Nord-Euro).
Das ist alles: so einfach (aber natürlich nicht billig) ist das!
@ Jörg Addicks: Schon klar, aber ...
... bei einem Zerfall der Eurozone müssten die Forderungen und
Verbindlichkeiten zwangsläufig wieder den einzelnen
Länder-Notenbanken zugeordnet werden. Insoweit SIND die
Target2-Salden WIRTSCHAFTLICH betrachtet nichts anderes als potentielle
Devisenreserven: Forderungen der BuBA gegen eine andere Notenbank.
Dass sie im Moment keine Devisenreserven sind, ist unerheblich; ebenso,
ob derzeit ein Dreiecksverhältnis hinsichtlich der Forderungen
besteht. Worum es geht ist ja schließlich, was passiert, wenn sich
der ganze Saustall auflöst.