Home
http://www.faz.net/-gqu-73fwn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

„Die Target-Falle“ So wurden die Euro-Retter erpressbar

 ·  Deutschland steckt in der Target-Falle, sagt Ökonom Hans-Werner Sinn. In seinem neuen Buch erklärt er, wieso ein kompliziertes Zahlungssystem der EU uns dazu treibt, mit immer mehr Geld den Euro zu retten. Ein Vorabdruck.

Artikel Bilder (5) Lesermeinungen (192)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

1 2 3 4  
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Rolf Jonasson

Der Euro ist eine Erfolgsgeschichte, in Ewigkeit, amen! Ach ja: Natürlich hat Deutschland...

.. am meisten profitiert, der Satz darf nicht fehlen, denn er dient zur Rechtfertigung für eine Politik, die man nur als ökonomischen und politischen Suizid beschreiben kann, der natürlich alternativlos ist. Das Problem, das sich hier und in anderen Foren, aber auch privat in meinem Freundeskreis manifestiert: Wie soll man mit Menschen diskutieren, die nicht mal begreifen, das Export-"erfolge", bei denen der Exporteur selbst die Rechnung begleicht, gar keine Erfolge sind. Das gilt übrigens auch für Wirtschaftsführer, die sich diese "Erfolge" mit fürstlichen Boni honorieren lassen und folgerichtig dafür sind, dass der tolle Euro "gerettet" wird, immer wieder. Wenn man dann noch bedenkt, dass dieser Irrsinn nicht mal dazu führt, dass sich nennenswerter Widerstand regt, sei es parlamentarisch oder in Form von Protesten, kommt man zu dem Schluss, dass unser demokratisches System sich gerade galloppiernd selbst abschafft zu Gunsten einer Diktatur dieser absurden Euro-Ideologie. Tragisch!

Empfehlen
Gerhard Storm

Nach Wechsel ins Draghi-Lager sind Merkel u. Schäuble taub gegenüber Target-Warnungen

Die gravierenden Risiken von D aus den riesigen Target-Salden, gut nachvollziehbar von Prof. Sinn u. Weidmann wiederholt dargelegt, werden von Merkel u. Schäuble dummerweise ignoriert.

Beide erliegen dem Irrtum, dass die regelwidrige dragische Wundertüte, von ihrem unverantwortlichen Schöpfer mit unbegrenzter Gelddruckkraft ausgestattet, gut geeignet sei, um für die Sorglosstaaten ein unkomliziertes Wünsch-Dir-was-Leben auch in Zukunft zu ermöglichen. Und zwar ohne Auflagen, bitte schön, wie das z.B. Rajoy für sein Land gerade erpokert.

Den Deutschen, Hauptzahler u. -Bürgen der EU, sind, ist die Target-Problematik bis jetzt nicht aufgefallen, zu sehr vertrauen sie - noch - blind ihrer Kanzlerin u. Schäuble, wurde dieser doch - trotz Unfähigkeit u. Draghi-Bewunderung - für sein Wirken in der Schuldenkrise ausgezeichnet.

Schummelunionsprinzip anstatt No bailout: Die Dummen geben, die Sorglosen leben, unter Aufsicht der €-Spitzen-Dilettanten inkl. Merkel u. Schäuble!

Empfehlen
Thomas Heinzow

Prof. Sinn hat Recht!

Das wird allerdings nicht dazu führen, daß sich Politiker, allen voran Frau 'Alternativlos' als promovierte Physikerin dem Fachmann anschließen wird.

Diese ökonomisch fachfremde und damit ungebildete Dame verfolgt eigene Ziele.

Empfehlen
C. Müller
C. Müller (Chrizz) - 09.10.2012 12:21 Uhr

Sagenhaft!

Ist Professor Sinn eigentlich der Einzige, dem das auffällt? Welche Fachkunde haben Andere? Oder welche Vorteile muß man vermuten bei Denjenigen, die dem Bürger diese Probleme vorenthalten?

Empfehlen
Horst-G. Willweber

Bekommen wir endlich die eigentliche, grundsätzliche Systemdiskussion?

Trotz tiefgründiger Beiträge in den letzten 10 Jahren in der FAZ, SüddtZtg, FTD, SPIEGEL, Handelsblatt u.a. wird uns von der Politik eine nur vordergründige und das Volk einnebelnde Propaganda vorgeführt, abzielend auf die Stützung des angelsächsischen Turbo-Kapitalismus und des US$ als 'Leitwährung'.

Die von Politik und Medien bewusst nicht gebündelte Diskussion über "Geldschöpfungen, Zins- + Zinseszinsproblematik, Target2, stetes Beschäftigungs- und Wirtschaftswachstum, Ressourcenendlichkeit pp." muß eine zentrale Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit finden! Erst die professionelle Analyse der Zusammenhänge erlaubt einen konsolidierenden ReStart statt hektischer kapital- und existenzvernichtender (Banken-)'Rettungsschirme'!

Fundgrube Internet: finance-watch.org, monetative.de, ftd.de, dradio.de, einzelne Onlineprints u.v.a. Der 'heiß diskutierte' Beitrag Sinn's muß für die MEDIEN insgesamt Ansporn sein, in die Tiefen dieses vielschichtigen Finanzthemas informierend einzutauchen!

Empfehlen
Klaus Letis

Also, das Bild hätte ich nicht genommen...

.. ansonsten ist es mal wieder schön, von Herrn Sinn zu hören.

Er zeigt, dass es immernoch massive Probleme der EU gibt, die man mal wieder veruscht unter den Teppich zu kehren oder mit dummen Parolen zu überdecken.

Empfehlen
Maximilian Grünawitz

Und dann helfe uns Gott?

Tja, Angst packt viele. Und dann: Nationalstaat! Zurück, alles falsch, die Olivenländer und alle anderen ausser uns verbockten es. Wichtig wäre eher etwas Verständnis für Geschichte. Dafür, dass nationalstaatliche Selbstbeschränkung nicht funktioniert. Wichtig wäre zu begreifen, dass viele Menschen, Institutionen, Instanzen Kohle abschröpfen - von vielen ehrbaren Foristen hier, die selbstverständlich bereits sind dem Isolationismus zu fröhnen. Prof. Sinn veröffentlicht ein Buch und die Nation geht in Furcht baden. Schlage vor, alle Verantwortlichen, alle, die Verantwortung tragen, lernen etwas von Ehrlichkeit. Also: Keine Korruption, keine Bestechlichkeit, keine Kompromisse. Hier wie dort unter Olivenbäumen. - Wird nicht funktionieren, übrigens. Wir sind so wie wir sind. Und daher werden wir uns gleichsam die Köpfe einschlagen. Irgendwann. Das muss sein, damit Vernunft einkehrt.

Empfehlen
ulrich buttkus
ulrich buttkus (loewe53) - 08.10.2012 20:50 Uhr

Was einige Leute wollen

ist das wir Deutsche auf die Strasse gehen .Am 30 November 2012 in der ganzen Bundesrepublik Deutschland z.b Köln,Berlin ,Frankfurt,Stuttgart da müsst ihr euch schlau machen sind Protestmärsche angesagt wir sehen uns in Köln

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.10.2012 11:27 Uhr
Christoph Smets
Christoph Smets (csmets) - 09.10.2012 11:27 Uhr

wo?

Das sind aber sehr geheime Protestmärsche! Das Internet bietet mir für den 30.11. in Köln die WDR2 Night of the Proms, cosi fan tutte oder auch den 9. Workshop Photovoltaik-Modultechnik. Aber von einer Demonstration ist nirgends die Rede.

Allerdings ist mir auch schon aufgefallen, dass die politische Elite in aller Seelenruhe scheibchenweise Deutschland auflöst und niemand, wirklich niemand geht hin. Es zeigt sich mal wieder, dass wir uns für Revolutionen nicht so richtig interessieren, solange die Kiste flimmert und das Aldi-Bier lacht, kann's doch nicht so schlimm sein, oder?

Empfehlen
Christoph Grimm

Die Forderung ist schon richtig.

Wer nicht warten will, muß auf die Straße. Es fehlt jedoch noch sehr am Mobilisierungspotential für das Thema. Ich war bisher auf zwei Demos gegen die Euro-Rettungspolitik. Mit ernüchterndem Ergebnis. Berlin, 09.04.2011: 50 Teilnehmer. Karlsruhe, 08.09.2012: 800 Teilnehmer (Berichte lesen Sie auf "eurodaemmerung").

Empfehlen
Paul Rabe

Haha Protestmärsche...

In Deutschland mögen ja zehntausende auf die Strasse gehen zur Rettung von seltenen Käfern in Stuttgarter Stadtparks oder für allerlei Gestrüpp am Rande des Frankfurter Flughafens (Startbahn West) aber nicht Sicherheit nur ein armes Häuflein zu Sicherung der Spareinlagen, wollen wir wetten ??

Empfehlen
Joh Hor
Joh Hor (johhor) - 08.10.2012 20:49 Uhr

Endlich mal...

...habe ich das Gefühl, etwas verstanden zu haben. Zum Glück ist mein Verständnis nicht wichtig. Bei denen, die unser Land regieren, ist das leider anders.

Empfehlen
Closed via SSO

Manche Kommentatoren erwähnen hier die Einführung des Sozialismus. Mitnichten.

Er ist schon seit Jahrzehnten, in seinen ersten Ursprüngen seit 99 Jahren eingeführt: der Geldsozialismus. Mit dem Fiat-Money System der Zentral- und Großbanken schafft man Geld aus dem Nichts, finanziert Kriege, Wohlstands-, Öko-, Hypothekenblasen und läßt die arbeitenden Bürger kräftig dafür bezahlen. Nicht wenige dieser Bürger machen - einem treudoofen Dackel - auch fleißig mit. Diese sind mit "Neidpropaganda" leicht ruhig zu halten. Der Propaganda der Nazis (und Linken) nicht unähnlich.
Wie auch immer. Wenn das Heer der Unmündigen groß genug ist, dann haben Despoten jeglicher Couleur leichtes Spiel. Die wenigen Versprengten, die warnen, lösen bei den Despoten nur einen lästigen Juckreiz aus. Gibt es so etwas wie einen "demokratischen Despotismus"? EUdSSR? Schon Jefferson mahnte: Wer nicht täglich um die Freiheit kämpfe habe sie auch nicht verdient. Kant äußerte sich nicht unähnlich, dass nämlich stets nach der der Mündigkeit zu streben sei. Sie muss immer neu erworben werden.

Empfehlen
Dieter Zorn

Warum hat die Politik das zugelassen?

Die von Sinn zu recht gerügten Tatbestände haben Vermögens-, Beschäftigungs-, Allokations-, und Verteilungswirkungen. Er beleuchtet vor allem die Auswirkungen auf das Volksvermögen. Daneben führt das Ganze jedoch temporär zu mehr Beschäftigung in der Export- und Gesamt-Industrie. Ausserdem zu einer Fehlallokation, die sich wegen der Exportlastigkeit in der Krise negativ auswirkt. Und zu einer temporären Erhöhung der Arbeits- und Gewinn-Einkommen. Diese Effekte muss man quasi gegenrechnen, wenn man über die Targetsalden streitet. Und sie sind wohl auch der Grund, warum die Politik die ganze Chose zu gelassen hat. Also, nach der Devise, mit dem Spatzen in der Hand. Trotzdem glaube ich, unsere Politiker sind zu weit gegangen und hätten früher bremsen müssen.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.10.2012 14:33 Uhr
Josef Breuer
Josef Breuer (Joe1955) - 10.10.2012 14:33 Uhr

Warum hat die Politik das zugelassen?


Um weiter zu regieren.................wir haben Vollbeschäftigung und jeder Bürger bezahlt seine Beschäftigung selbst mit einer höheren Pro-Kopf - Verschuldung..................

das kleine 1 x 1 der Verschuldungspolitik....................................

Empfehlen
Rolf Joachim Siegen

Der Verfasser uebersieht die Umkehrbarkeit

des Zahlungskreislaufs durch Rueckgriff der Glaeubiger bei den Schuldnern. Die Falle ist ein Trugbild.

Empfehlen
Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.10.2012 09:50 Uhr
Rolf Joachim Siegen

Mitforisten Sichart und Ulherr ,

die Worte des Mitforisten Brilleaux aufgreifend: man muss nur WOLLEN, naemlich eingreifen und gestalten wollen.

Weder die Waehrungsunion noch die Schritte zu ihrer 'Rettung' haben etwas zwangslaeufiges und unabaenderliches an sich.

Eure gereizte Reaktion zeigt, wie verlegen Euch dieser einfache Ansatz zur konstruktiven Abhilfe macht. Wuerde er verfolgt und wahrgenommen, braeche die Kampagne zur Verunglimpfung Europas und des Euros schlagartig zusammen. Die Kampagne lebt geradezu vom Trugbild der Opferrolle Deutschlands.

Empfehlen
Matthias Große
Matthias Große (Merwig) - 09.10.2012 08:06 Uhr

IHerr Siegen, das ist Irrsinn!

Wie soll das funktionieren? Dazu müssten diese Target2-Schuldner-Länder über viele Jahre massive Leistungsbilanzüberschüsse gegenüber Deutschland erzielen!

Empfehlen
Maximilian Sichart

Sie übersehen da etwas

1.Es ist im Target-System keine Begrenzung des Targetrahmens vorgesehen.
2. Es ist kein Mechanismus vorgesehen die Kreditnehmer zum Ausgleichs des Kredits zu zwingen.

Daraus folgt ganz einfach -
1. Die Staaten können unbegrenzt weiter über Target bestellen.
2. Es gibt kein Mittel wenn man weiter den treudoofen Deutschen spielt diese Mittel einzutreiben.

Also, ohne eine richtig harte Gangart werden die doofen Euro-Deutschen mal wieder bezahlen. Wir sollten uns mal ein Beispiel an einigen Luxemburger Politikern (von Franzosen ganz zu schweigen) nehmen. Die haben ja die deutsche Gurkentruppe sehr professionell abgekocht. Unter lauten Europa Rufen. Solidarität ! jawoll ! Das Europa für Frankreich und Co. durchaus zuallerst ein Mittel zum eigenen Vorteil ist kapieren unsere Eurofans wohl nie. Und wenn ich mir dann dieses unselige Gequatsche anhören muss das wir davon "profitieren" weil wir die Waren die wir quasi kostenlos liefern selbst herstellen durften kriege ich Brechreiz.

Empfehlen
Thomas Ulherr

"Umkehrbarkeit des Zahlungskreislaufs" @ Siegen

Sie meinen vermutlich die Eintreibung der Schulden bei den Schuldnern. Da wird zwar kein Zahlungskreislauf umgekehrt, aber Ihr Spruch klingt halt nicht so brutal. Nur: Wer soll diese Schulden denn wie bei den betreffenden Zentralbanken eintreiben? Fliegt wieder eine "Legion Condor" nach Spanien? Wann stellen Sie sich endlich den Realitäten?

Die große Masse der Bürger in Europa wird von diesem stümperhaften €uro-System in Krise und Schulden getrieben - und alle glotzen blöd, merken scheinbar wenig bis gar nix, gehen wenn überhaupt gegeneinander in Stellung. Die Herren der (Finanz)Märkte lachen, die angestellten Büttel in den Verwaltungen und Ministerien fühlen sich bestärkt und zu weiteren Großtaten ermutigt - schöne neue €uro-Welt!

Empfehlen
Closed via SSO

Das Trugbild ist die EU, mit allem, was dazugehört !


Ein Lug und Trug, und keine Aussicht auf Erfolg. Ich freue mich auf das Ende.

Empfehlen
Franz Müller
Franz Müller (Franzy) - 08.10.2012 19:07 Uhr

Deutschland aufkaufen mit deutschen, nichtrückzahlbaren Krediten

Wenn ich Herrn Sinn richtig verstanden habe, ist es also theoretisch möglich, dass das kleine Griechenland so nach und nach alle Güter und Dienstleistungen, alle Grundstücke und Immobilien, einfach alles, was Deutschland besitzt und ausmacht, aufkaufen kann mit Geld, das sie dazu von Deutschland als Kredit erhalten, den sie niemals zurückzuzahlen brauchen!

Empfehlen
Thomas Moser
Thomas Moser (diagoge) - 08.10.2012 18:51 Uhr

Sich an anderen abzuputzen ist immer leicht.

"Griechenland bezieht also die Ware und lässt anschreiben, ohne selbst eine Ware zurückliefern zu müssen." Heißen müsste es: "zu dürfen"! Deutschland puscht seit den letzten ca. zehn Jahren den Export durch künstlich niedrig gehaltene Lohnstückkosten in einer Weise, dass sich ein ständiger Handelsbilanzüberschuss ergeben hat.
Wenn man will, dass die Salden im TARGET-Clearingsystem zwischen Deutschland und den GIPSZ-Staaten wieder ausgeglichen werden sollen, dann bedeutet das, Deutschland müsste über einige Jahre Handelsbilanzdefizite generieren, sprich: mehr aus diesen Staaten zu importieren als dorthin zu exportieren.
Das Problem hat nichts mit der Zahlungsmoral oder sonst was der Bürger der GIPSZ-Staaten zu tun, sondern mit dem Umstand, dass wir einen gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsraum gegründet haben ohne eine (wirtschafts)politische Dimension. So konnten sich die Ungleichgewichte aufblähen und im Zuge der Weltfinanzkrise zur Krise des gesamten EURO-Systems werden.

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.10.2012 16:09 Uhr
Thomas Moser
Thomas Moser (diagoge) - 09.10.2012 16:09 Uhr

Google is your friend und so weiter

Eine einfache Internet-Suche nach "griechische Exportgüter" o. Ä. wäre wohl nicht zu viel verlangt.

Das "Drehen" an der Lohnstückkosten-Schraube (auch oft genannt: "interne Abwertung") wurde in Deutschland durch die Agenda 2010 und folgende Maßnahmen vorgenommen. Zwar hat diese (Unter-)Entwicklung der Löhne vordergründig betrachtet Deutschland auf einen Pfad zum wirtschaftlichen Wachstum - vor allem durch den gesteigerten Export - gebracht. Tatsächlich hat man jedoch die durch das EURO-System verbesserten Exportchancen (aus-)genutzt, aber gleichzeitig verdrängt, dass durch die ständigen Exportüberschüsse Imbalancen innerhalb der EURO-Zone entstehen, die irgendwann das ganze Währungssystem bedrohen. Diese Art von Beggar-thy-neighbour-policy war niemals ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell. Auch das zunehmend steiler werdende Wohlstandsgefälle in Deutschland, nicht zuletzt durch die falsche Lohnentwicklung forciert, kann kaum das Ziel einer Politik der "sozialen Marktwirtschaft" sein.

Empfehlen
Stefan Pohl

So viele Oliven, Herr Moser,

können Sie Ihr Lebtag nicht essen.

Empfehlen
Kai Schraube

Hauptsache, die ideologische Weltsicht stimmt: "Die Leistungsfähigen sind schuld!"

"künstlich niedrig gehaltene Lohnstückkosten"? Korrekt heißt das "Effizienz" - und effizientes Wirtschaftshandeln hat eben (z.B.) in Deutschland ein paar Generationen Tradition - in Griechenland (z.B.) hat man damit noch nicht angefangen. Oder kennen Sie andere exportfähige griechische Produkte, als die, die von alleine an den Bäumen wachsen?

Empfehlen
Dr. Oliver Strebel

Normalerweise freuen sich die Länder in die das Kapital flieht, nur in Deutschland ...

sorgt das dank Prof. Sinn auch für Empörung. Die Schweiz, Luxemburg und andere freuen sich dagegen über Fluchtkapital und wirtschaften damit sehr erfolgreich.

Sicher haben m.E. die Foristen recht, die sagen, daß die Bundesbankforderungen uneintreibbar sind. Aber das sind EZB-Moneten, die in den Zentralbanken der Südländer belassen wurden, damit diese nicht kollabieren.

Heutzutage haben wir fast nur noch elektronisches Geld und das hat nur einen Wert, wenn die Leute daran glauben. An welches Geld glauben die Kapitalflüchtlinge, wegen denen die Bundesbank Targetforderungen in Höhe von über 700 Mrd Euro hat. An das Geld, das bei einer deutschen Bank liegt. Deswegen haben sie es hier her geschafft. Dieses Geld kann bei einem Austritt Deutschlands aus dem Euro m.E. problemlos von der Bundesbank garantiert werden, denn die Kapitalflüchtlinge werden es so schnell nicht abziehen, weil sie ja glücklich sind, es hier sicher untergebracht zu haben.

Empfehlen
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.10.2012 12:56 Uhr
Dr. Oliver Strebel

@Herr Metzger: Danke für die interessanten Gedanken.

Jedoch denke ich, daß der Gütersektor, auf dem D seine Überschüsse erwirtschaftet, einigermassen getrennt vom Finanzsektor läuft, der sich verselbstständigt hat. Und um Himmels willen sollte man die Erxportgewinne nicht im Finanzbereich versenken.

Vielmehr finde ich, wie Sie vorschlagen, es besser, sie für Zukunftsinvestitionen einzusetzen, die bewirken, daß ein resourcenarmes Land wie Deutschland seinen Energiebedarf selbstständig decken kann.

Auch halte ich es für sinnlos, Griechenland Milliarden zu geben, um die marode Finanzindustrie zu retten. Besser wäre es, das Geld in Griechenland zu investieren, damit es sich selbst mit Energie versorgen kann oder gar Energie exportieren kann.

Allerdings sieht es mit unserer Schuldenquote von über 80% des BSP schlecht aus um die Fähigkeit zur Zukunftsgestaltung. Hier haben die im Bundestag vertretenen Parteien gewaltig versagt.

Empfehlen
Tobias Metzger

Herr Dr Strebel

Sie schreiben, was ich ebenfalls versucht habe in meinen Kommentaren auszudrücken:

Die Zentralbank finanziert über Target 2 Salden, direkt und indirekt, den Exporterfolg der BRD Wirtschaft.

Aber ich sehe eben nicht wie Sinn diese Exportweltmeistermentalität hinterfragt: Welchen rationalen Zweck verfolge ich mit dem Export von Produkten, für die ich zudem Rohstoffe und Vorprodukte importieren muss, wenn ich keinerlei Anlagestrategie für das erwirtschaftete Vermögen besitze?

Bisher haben wir unglaubliche Geldsummen in vielen Blasen versenkt - sei es die Dot.com Blase, Subprime, Cross-Border-Leasing, Staatsanleihen... etc. pp.

Doch sobald wir diese Fragen stellen, rütteln wir an den Grundsäulen der modernen Ökonomie: "Effizienz der (Finanz)märkte".

Für mich ist das EEG diese Anlagestrategie - schlechter investieren als in den USA kann man sein Geld nicht.

Ich würde mich sehr über Ihre Meinung zu diesem Themenkomplex freuen.

Empfehlen
Dr. Oliver Strebel

@Herr Zorn: Ihre Sorge bezüglich der Warenströme auf Kredit teile ich!

Siehe hierzu meine Beiträge von 14:29 und 17:39. Man kann in 1000 Zeichen eben nicht alles unterbringen.

Weiter habe ich mir fest vorgenommen, unseren Politikern wieder und wieder die Targetkredite unter die Nase zu reiben, wenn sie sich wegen der Exporterfolge Deutschlands auf die Schulter klopfen. Denn hier denke ich, daß Prof. Sinn recht hat: neben den Fluchtgeldern sind auch die deutschen Exportüberschüsse unter den Targetsalden zu finden.

Aber eine Verrechnung der Targetsalden mit deutschen Spareinlagen oder Steuereinnahmen, wie manche sie vornehmen, halte ich für abwegig. Diese Fluchtgelder sind Vermögen von Wirtschaftssubjekten aus Südeuropa, die m.E. keinerlei Probleme bereiten, wenn die Bundesbank sie garantiert.


Empfehlen
Dieter Zorn

Es geht doch nicht um Fluchtkapital.

Es geht um Warenströme auf Kredit der BuBa und die daraus resultierenden Forderungen sind uneinbringbar. Monetaristen haben damit ihre Probleme. Man muss güterwirtschaftlich denken, um das zu verstehen, oder wie die Österreichische Schule sagt, den "Geldschleier" wegziehen!

Empfehlen
Hasso Kürsten
Hasso Kürsten (hassok) - 08.10.2012 18:15 Uhr

Clausewitz

Alles "Roger", verehrter Herr Professor, und besten Dank für Ihr Buch, das wieder einmal genau zur rechten Zeit kommt. Aber zur Sache: Weshalb läßt die Bundesbank nicht durch ein paar Strohmänner alle Infrastruktur und Immobilien in GR aufkaufen, derer sie habhaft werden können, egal was sie kosten, und diese über das Targetsystem bezahlen, d.h. verrechnen, sozusagen den Gerichtsvollzieher nach Griechenland schicken ? Damit würde sie ihren Saldo schnell verringern, den "Spieß" vielleicht sogar umkehren, und sie hätte die gewünschten Sicherheiten. Weshalb sie das nicht tut ? Sehr einfach, weil dann die ganze Welt sofort merken würde, daß in Europa der inverse Clausewitz im Gange ist, die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Und daß die nächsten Reparationen wieder den Deutschen aufgeladen werden sollen ? Wem denn sonst, sie waren dumm genug und haben es genau so gewollt. Man wartet darauf, verehrter Herr Professor, daß Sie dies einmal bald aussprechen !

Empfehlen
Thomas Wentingmann

Wenn die BRD den Spieß rumdreht und seine Importe aus dem Euroraum über Target2 bezahlt ...

Vorläufige Ergebnisse des Statistische Bundesamt (Destatis) am 08.10.2012, u. a.:

In die Länder der Eurozone wurden im August 2012 Waren im Wert von 30,4 Milliarden Euro (– 3,1 %) geliefert und Waren im Wert von 31,5 Milliarden Euro (+ 1,1 %) aus diesen Ländern bezogen.

Wenn Deutschland jetzt den Spieß rumdrehen würde und die Importe aus den Euro-Ländern (im August 2012 : EUR 31,5 Mrd) über Target2-Buchungen bezahlen würde, also diesmal mit von der Dt. Bundesbank selbst gedrucktem Geld, würde sich die 800-Mrd-Target2-Forderung der BRD etwas reduzieren, aber der Aufschrei gegen die BRD wäre groß.

Tschuldigung, war leider zu simpel gedacht. Die Bezahlung deutscher Importe aus dem Euro-Raum über Target2 gestattet keine Frau Dr. Merkel, kein Herr Dr. Schäuble und auch kein Herr Dr. Weidmann, auch nicht der EZB-Rat. Schon der Gedanke ist Frevel.

Wir sind irgendwie auch hier zu blöd.

Empfehlen
Tobias Metzger

Sinns Manipulation - als kurzer, einfacher Klartext zusammengefasst

Zentralbanken können FIAT Geld per Knopfdruck erschaffen - d.h. Geldscheine und Münzen.
Zentralbanken können sogar die Währung änder - Heute DM, morgen Euro, übermorgen Globalo, Bancor, DM 2 etc. pp.
Zentralbanken legen zudem fest, wieviel Mindestreserve etc. pp die Geschäftsbanken halten müssen.

Geschäftsbanken können keine Geldscheine drucken, oder Münzen prägen ABER Sie können Kredite vergeben. Diese Kredite sind NICHT die Spareinlagen der Kunden, sondern sind ein RECHT der Banken und entstehen aus dem NICHTS! Lediglich einige Regeln müssen eingehalten werden: z.B. muss für 100 € Kredit der vergeben wird, 1 € an Spareinlagen vorhanden sein, oder 1 € Eigenkapital zurückgestellt werden.

Sinns Manipulation: Er argumentiert, als ob Zentralbanken, wie Geschäftsbanken Verluste REALISIEREN müssten. Er argumentiert so, als ob der Bundeshaushalt beim Ausfall der Target 2 Foderungen Geld an die BuBa überweisen müsste.

Sinn manipuliert, weil er weis wohin eine tiefere Analyse führen muss.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.10.2012 23:19 Uhr
Tobias Metzger

Ich manipuliere nicht

ich verweise lediglich auf die Widersprüche in Ihrer Argumentation bzw. der von Herr Sinn bzw. auf die Lücken.

Wer Exportweltmeister sein möchte muss wissen was er mit dem verdienten Geld anfangen möchte - nämlich wie er investieren möchte.

Die aktuellen Europrobleme sind tiefgreifend und eine Überlagerung von vielen Krisen. Sinn versucht bei der Target 2 Diskussion die Geldordnung auszusparen, und diskutiert viele wichtige Punkte nicht - z.B. wieso Banken vom Staat gerettet werden, diesem aber Geld per Staatsanleihen leihen sollen - zu höheren Zinsen.

Bis zum Bankenbailout war die Argumentation immer: Die Banken sind der Garant für die Disziplinierung der Staaten.

Nach dem Bailout brauchen auch die Banken eine Disziplinierung! Ich spreche hier nicht von Sparkassen oder Volksbanken. Nicht nur die Griechen leben auf Kosten der Euro - Gemeinschaft - auch der Bankensektor. Das berührt AUCH die Steuer CD Käufe.

Aber was erwarten wir auch von einer korrupten Elite -> Stichw. Vortag

Empfehlen
Horst Johnson

Tiefblickend

Ich denke sie haben Sinn nicht verstanden. "FIAT per Knopfdruck" ist dann entsprechend entlarvend und beschreibt was wohl kommen wird. Es geht hier auch ums Vertrauen in eine Währung. Und dieses ist irgendwann einmal bei diesen "Spielchen" nicht mehr vorhanden. Target, ESFS,ESM, Anleiheaufkauf über die EZB sind alles Signale das hier eine Währung künstlich am Leben gehalten wird. Sinns Angst ist das wir mit immer größeren Summen etwas "retten"zu müssen. Letztendlich trifft es bei einer wohl kommenden Währungsreform immer die Schwächsten. Das Vertrauen das hier verspielt wird mündet dann wie immer in Not und Elend. Sinn warnt davor und leider bestätigten sich seit Jahren die Prognosen dieser Mahner(siehe Griechenland).

Empfehlen
Sonia Pils
Sonia Pils (kaffeetee) - 08.10.2012 17:39 Uhr

These: Das Target-System wurde vorsätzlich installiert, um die Maastricht-Verträge zu unterlaufen

Das ist auch der Grund, warum es so kryptisch und schwer nachvollziehbar ist.

Wenn sich das bestätigt, dann haben wir einen echten Skandal.

Empfehlen
Burkhardt Brinkmann

Target2-Salden sind potentielle Devisenreserven!

Die Target2-Salden sind keine Forderungen gegen ausländische Geschäftsbanken, die pleite gehen können. Sondern gegen ausländische Notenbanken.
Bei einem Zerfall der Eurozone wären sie Devisenreserven. Das (zweifellos nicht geringe!) Verlustrisiko der Bundesbank beschränkt sich auf den vorhersehbaren Kursverfall der Drachmen und Pesetas, die dann in ihren jeweiligen Ländern ggf. den Euro ersetzen würden. (Oder die Aufwertung eines evtl. Nord-Euro).
Das ist alles: so einfach (aber natürlich nicht billig) ist das!

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.10.2012 21:33 Uhr
Burkhardt Brinkmann

@ Jörg Addicks: Schon klar, aber ...

... bei einem Zerfall der Eurozone müssten die Forderungen und Verbindlichkeiten zwangsläufig wieder den einzelnen Länder-Notenbanken zugeordnet werden. Insoweit SIND die Target2-Salden WIRTSCHAFTLICH betrachtet nichts anderes als potentielle Devisenreserven: Forderungen der BuBA gegen eine andere Notenbank.
Dass sie im Moment keine Devisenreserven sind, ist unerheblich; ebenso, ob derzeit ein Dreiecksverhältnis hinsichtlich der Forderungen besteht. Worum es geht ist ja schließlich, was passiert, wenn sich der ganze Saustall auflöst.

Empfehlen
Weitersagen