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Deutscher Bankensektor Das größte Risiko steckt in der HRE-Bad Bank

25.10.2011 ·  Die Commerzbank hat 3 Milliarden Euro und die Deutsche Bank knapp 1 Milliarde Euro in Griechenland im Feuer. Aber abseits dieser beiden börsennotierten Institute liegen weitere Griechenland-Risiken im deutschen Bankensektor.

Von Hanno Mußler, Henning Peitsmeier und Christoph Schäfer
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© dpa Die HRE-Bad Bank hat das größte Griechenland-Portfolio

Unter allen deutschen Banken hat die Münchner FMS Wertmanagement, die „Bad Bank“ der maroden Hypo Real Estate (HRE), das mit Abstand größte Griechenland-Portfolio. 8,8 Milliarden Euro stehen noch immer in den Büchern, seit die FMS Wertmanagement vor einem Jahr von der HRE ein Portfolio über insgesamt 176 Milliarden Euro - vor allem Anleihen europäischer Krisenstaaten - übernommen hat. Und auch die Landesbanken und die genossenschaftlichen Zentralbanken DZ und WGZ halten griechische Staatsanleihen.

Am schwersten aber wiegen die Griechenland-Risiken in der FMS Wertmanagement. Für das erste Halbjahr meldete die Abwicklungsanstalt einen Verlust von 690 Millionen Euro. Dafür verantwortlich waren Abschreibungen auf die griechischen Staatspapiere von insgesamt 808 Millionen Euro. Die FMS Wertmanagement hat auf Griechenland-Papiere, die bis 2020 laufen, einen Abschlag von 21 Prozent vorgenommen und für länger laufende Anleihen eine vergleichsweise niedrige Pauschalwertberichtigung gebildet.

Seit der Aufnahme ihres Geschäftsbetriebs hat die „Bad Bank“ schon Verluste von 3,69 Milliarden Euro angehäuft. Sie werden vom bundeseigenen Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) ausgeglichen, also vom Steuerzahler. Schon bald könnte die „Bad Bank“ frische Mittel benötigen. Im ursprünglichen Abwicklungsplan waren zum Ausgleich von Verlusten 3,9 Milliarden Euro vorgesehen. „Der alte Plan wird derzeit überarbeitet“, sagte ein FMS-Sprecher am Dienstag.

Die größte Landesbank, die LBBW in Stuttgart, ist mit 8 Milliarden Euro in Staatsanleihen aus den hochverschuldeten südeuropäischen Ländern engagiert. Mit 0,4 Milliarden Euro stehen noch die griechischen Anleihen in der Bilanz, nachdem die LBBW im zweiten Quartal 2011 auf ihren Bestand 0,3 Milliarden Euro abgeschrieben hat. Mit einer Kernkapitalquote von 13,3 Prozent dürfte die LBBW selbst dann noch ordentlich dastehen, wenn weitere Abschreibungen auf das Staatsanleihenportfolio vorzunehmen wären. Die LBBW hat auch deshalb eine hohe Kernkapitalquote, weil ihre staatlichen Eigner im Jahr 2009 eine Kapitalerhöhung von 5 Milliarden Euro geleistet haben.

Helaba-Abschreibungsbedarf in engen Grenzen

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) dagegen hat in der Finanzkrise bisher keine Kapitalerhöhung ihrer Eigner benötigt. Auch ist ihr Engagement in der Euro-Peripherie niedrig. Zudem hält die Bank den Großteil ihrer Staatsanleihen im Handelsbuch, in dem alle Anlagen zum Marktwert bewertet sind. Daher dürfte sich der weitere Abschreibungsbedarf der Helaba auf die mit 43 Millionen Euro bewerteten griechischen Anleihen in engen Grenzen halten.

Die Bayern LB weist zur Jahresmitte ein Nominalvolumen griechischer Staatsanleihen von 165 Millionen Euro aus. Ihr Buchwert wird mit 101 Millionen Euro angegeben. In welcher Höhe die Landesbank im dritten Quartal weitere Abschreibungen vorgenommen hat, wird sie mit Vorlage der Geschäftszahlen am 16. November bekanntgeben.

Nachdem die HSH Nordbank bereits im ersten Halbjahr den Wert ihrer griechischen Staatsanleihen um rund die Hälfte nach unten taxiert hatte, hielt sie Ende Juni davon noch 108 Millionen Euro in den Büchern. Ein Sprecher des Hamburger Kreditinstituts bezeichnete die möglichen Verluste durch einen Schuldenschnitt daher als überschaubar.

Die Nord LB hatte Ende Juni Kredite und Derivate über 217 Millionen Euro an den griechischen Staat oder staatsnahe Unternehmen vergeben. 116 Millionen davon sind Staatsanleihen. Den tatsächlichen Wert dieser Papiere schätzt die Nord LB nur noch auf rund 67 Millionen Euro.

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