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Deutsche Bank Ackermann schließt Stellenabbau nicht aus

05.09.2011 ·  Deutsche-Bank-Chef Ackermann schließt ein weiteres Sparprogramm nicht aus. Drohenden Klagen sieht er gelassen entgegen. Der Kurs der Aktie bricht deutlich ein.

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Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hält ein neues Sparprogramm seines Instituts für notwendig, wenn sich der Kursverfall an den Finanzmärkten fortsetzt. Am Montag gaben die europäischen Aktienmärkte abermals deutlich nach. Der Aktienindex Dax verlor zeitweise mehr als 5 Prozent. Der Kurs der Deutschen Bank brach in der Spitze um 9 Prozent ein. Auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt sagte Ackermann, gegenwärtig sei kein neues Kostensenkungsprogramm geplant. Andere Banken - darunter die britische HSBC oder die beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse - hatten zuletzt den Abbau von 60 000 Arbeitsplätzen angekündigt. „Wenn es so weitergeht wie im August, müssen wir aber solche Maßnahmen ins Auge fassen“, sagte nun Ackermann. Seinen Worten zufolge vernichtete der Einbruch an den Aktienmärkten auf der Welt im August ein Vermögen von 5 Billionen Euro.

Schon im vergangenen Jahr hatte Deutschlands größte Bank drei Sparprogramme aufgelegt, mit denen jährliche Kosteneinsparungen von mehr als 2,5 Milliarden Euro erreicht werden sollen. Bislang ist noch kein Stellenabbau vorgesehen. „Wir sind auf schwierige Zeiten gut vorbereitet“, sagte Ackermann, der Ende Mai 2012 von der Vorstands- an die Aufsichtsratsspitze wechseln wird. Er wolle eine Bank übergeben, die nicht allzu viele Altlasten mit sich trage.

Ackermann: „Uns Betrug nachzuweisen wird nicht einfach“

Scharfe Kritik übte Ackermann an Christine Lagarde. Die Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte in der vergangenen Woche vor einer Unterkapitalisierung der europäischen Banken gewarnt, weil sie ihre Staatsanleihen aus hochverschuldeten Euroländern noch nicht auf den Marktwert abgeschrieben hätten. Die daraus resultierende Kapitallücke bezifferte der IWF auf 200 Milliarden Euro. Man solle vermeiden, durch eine unglückliche Kommunikation eine ohnehin angespannte Lage zu verschlimmern, sagte Ackermann. „Jüngste Vorschläge zu einer Zwangskapitalisierung des europäischen Bankensektors waren wenig hilfreich - und im Übrigen nicht gerechtfertigt.“ Auch der designierte Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hält die IWF-Warnungen für übertrieben. Nach Ansicht von Bundesbankvorstand Andreas Dombret schaden solche Simulationen mehr als sie nützen.

Mit Blick auf die Klagewelle gegenüber mehreren internationalen Großbanken forderte Ackermann einen Schulterschluss der Institute. „Wir müssen uns überlegen, bei diesem Thema enger zusammenzuarbeiten.“ Dann ließe sich manchen Vorwürfen besser entgegentreten. Nun prüft offenbar auch das britische Serious Fraud Office (SFO), ob es Ermittelungen gegen die Deutsche Bank, Goldman Sachs und andere Institute einleiten soll. Die Behörde untersucht, ob diese Banken Kunden bei sechs Transaktionen mit Hypothekenanleihen betrogen haben. Da das Amt Vorsätzlichkeit nachweisen muss, suchen die Ermittler Zeugen.

Banken können wegen drei Vergehen belangt werden: bewusster Verkauf zum falschen Preis, falsche Dokumentation der Risiken oder Austausch der Kreditrisiken zum Nachteil der Kunden. „Uns Betrug nachzuweisen wird nicht einfach“, sagte Ackermann. Nach seinen Worten geht es bei den amerikanischen Klagen im Wesentlichen um die Dokumentation der Papiere. Hier würden aber inzwischen andere Maßstäbe angelegt als noch vor drei Jahren. Am Wochenende hatte die amerikanische Federal Housing Finance Agency (FHFA) Klage gegen die Deutsche Bank und 16 weitere Institute wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte eingereicht. Ende Mai verklagte das amerikanische Justizministerium die Deutsche Bank wegen falscher Angaben zu Hypothekenkrediten, die in ein staatliches Förderprogramm eingereicht worden waren.

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Eine deutsche Bank

Von Gerald Braunberger

Josef Ackermann verlässt die Deutsche Bank, die Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen übernimmt. Das Kredithaus agiert überall auf der Welt - von der Rolle eines Weltmarktführers ist die Bank allerdings weit entfernt. Mehr 2

30.05.2012 17:45 Uhr
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