02.12.2010 · Europa will mit bis zu 35 Milliarden Euro die irischen Banken vor dem Kollaps bewahren. Doch viele Fragen sind bisher ungeklärt. Für Politiker wird es schwer zu erklären, warum Steuerzahler immer mehr Milliarden für die Banken berappen sollen.
Von Marcus Theurer, LondonRichtlinien für Lesermeinungen
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@Silvio H. (andresilvio): Ihre Fragen / Teil 2
- "Inflation": Z.Z. ist der Kurs auf Gelddrucken (durch rechtswidrigen "Aufkauf" von Staatsanleihen durch die EZB) gestellt. Dieser perfide Mechanismus bewirkt eine entsprechende Inflation, u.a. die Teilenteignung aller Geld/Forderungsbesitzer etc. Da DE allerdings für den Forderungsausfall haftet, sind damit die Probleme nur in die Zukunft verschoben. Tritt der Haftungsfall ein (EZB erhält das Geld für eine fällige Staatsanleihe nicht), muss Deutschland zahlen oder - wahrscheinlicher - seinerseits Kredite für die Zahlung aufnehmen. Unterm Strich bedeutet das, das DE dem ausländischen Staat das Geld geschenkt hat.
- "Schuldige": Zu 90% sind dies die Politiker, denn diese haben die Bilanzierungsvorschriften gemacht, die Aufsichtsbehörden installiert, die maßlose Staatsverschuldung erzeugt, die Unabhängigkeit der EZB zerstört, Staatsbanken zum Zocken angewiesen etc. etc. Verständlicherweise (Frecherweise muss es eigentlich lauten) wollen sie verhindern, dass der Großteil der Bevölkerung diese Tatsachen erkennt, daher werden sie in der Tat eher die Schuld auf andere schieben ("Spekulanten") oder eher anonyme Mechanismen wie eine Inflation einsetzen. Eine Währungsreform würde den Euro unhaltbar machen.
Sylvio H - sie treffen einen Nagel auf den Kopf.
Warum erfahren wir genau diese Grunddaten nicht? Der Refinanzierungsbedarf in 2011 und 2012 - das ist ja nur Kredit für Kreditzinsen - den sollten alle Länder bereits kennen. Und daneben kann man ja mal die "Rettungsschirm -Zinsen " halten. Jetzt läuft ein Szenario etwa so: - 2% Wachstum. Kann dann ein Land, das spart, seine Zinsen wirklich bedienen oder wird es so wie Griechenland die Zahlungsziele strecken wollen? Nächstes Szenario: a bissl Inflation= Kaufkraftverlust. Was, wenn ein Land hohe kurzfristige Hypotheken vergab und viele Private dort ganz plötzlich ganz hohe Zinsen für ihr Häusle zahlen sollen. Frage über Fragen - und eins ist klar: die Zahlen werden "gecruncht" . Es gibt diese Szenarien, die gut - mittel - schwer sind. Meine Behauptung ist: wenn die EU es mit Transparenz und Effizient ernst meint, dann kann die FAZ morgen schon einen Outlook erstellen und monatlich updaten. Die BR erst recht. Also frage ich mich: warum gibt es diese Szenarien nicht? Wäre doch einfach: gut/ mittel/ schwer . Wo ist das Problem? Die EU sagt doch, sie sei sachlich richtig. Wo sind die Szenarien? Wo ist das Problem? Mal unter uns: die Leute haben top Einkommen und beste Pensionen. Wo ist der Mehrwert und warum hören wir nix?
@Silvio H. (andresilvio): Ihre Fragen
- "Wer macht diesen gigantischen Druck auf die Regierungen das keine einzige Staatsanleihe ausfallen darf": Die Politiker. Denn da alle Staaten alle paar Wochen/Monate wieder neue Anleihen verkaufen wollen und zwar mit niedrigen Zinsen, da sie sonst Pleite gehen würden, müssen die Kreditgeber (Zeichner der Anleihen) irgendwie überzeugt werden, dass sie in jedem Falle das Geld zurückerhalten samt Zinsen. Also zwingen die Politiker die Steuerzahler in die Haftung, auch für fremde Staaten (die Haftung für Irland z.B. wäre jetzt gar nicht nötig, da Irland die nächsten X Monate gar keine Anleihen plant; da PT etc. aber Anleihen plant, sollen deren potentielle Zeichner nicht verschreckt werden durch hohe Zinsforderungen bzw. Abschläge am Zweitmarkt für Euroanleihen). Der 2. Hammer bei der ganzen Sache ist, dass ES KEINEN EINZIGEN GRUND überhaupt für die Aufnahme von Staatskrediten gibt, es geht den Politikern NUR darum, hintenherum (statt via Steuern etc.) Geld zum Verprassen zu bekommen.
Wie gehts weiter? Szenarien sind gefragt!
Dieses unsägliche Elend mit der Eurokrise ist ausführlich kommentiert. Aber wie gehts weiter in den nächsten zwei bis drei Jahren wird der Euro-Rettungsschirm bis 2012 halten und was kommt danach, dass sind die Fragen die mich bewegen.
Bald sind alle Euro-Länder unter dem Rettungsschirm, wer hält dann den Schirm und Deutschland steht im Schuldenregen bzw. in der Pflicht für andere einzuspringen...wie lange kann dies eine Volkswirtschaft wie Deutschland verkraften, Stichwort: Zinsquote
Wer sind die Gläubiger hinter den Kulissen nur die Banken? (Bitte keine Verschwöhrungstheoretiker) Wer macht diesen gigantischen Druck auf die Regierungen das keine einzige Staatsanleihe ausfallen darf, noch nicht mal eine Umschuldung ins Gespräch kommt, ein Haircut.
Meine persönliche Meinung ist eine langfristige starke Inflation, stärker als vom Übergang von DM auf Euro, so bekommen wir es nicht so direkt mit und es gibt keinen personifizierten Schuldigen, ich denke das macht die Sache einfacher für die Regierungen.
Eine offizielle Umstellung der Währung bzw. eine offizielle Abwertung bringt wahscheinlich nur Proteste in der Bevölkerung. Einen Vorgeschmack haben wir in GR und IRL bereits erlebt.
Ich bitte um Anregungen
Vielen Dank
ist alles noch schlimmer wir sitzen auf einer von extrem gierigen Kapitalverbrecher
verursachten Bombe , die von naiven dummen Berufspolitiker am zünden gehindert
wird , es sollte jedem klar sein das schon vor der Krise und erst recht danach die
verbrannten Gelder niemals mehr erwirtschaftet werden können , aber als währe
alles nicht schlimm genug dulden Burufspolitiker immer noch das Leistungslose
Taschenvollstopfen der verursacher dieser Katastrophe . Was wundert ist das Tatenlose mitansehen der Bevölkerung , ein bisschen motzen und meckern das war
es auch schon . Bürgern wetlose Papiere zu verkaufen ist schlicht weg betrug dumm
nur das es zu viele sind die eigentlich in den Knast müssten . Die verhaltensweise unserer Lügenbarone zeigt das es so Lange weitergehen wird bis es knallt . Europa
hat sich durch tatenloses mitansehen schlimmster Kapitalverbrechen selbst zerstört.
Es geht nicht zurück zum Nationalstaat mit eigener Währung, sondern zum
Feudelstaat, in dem ganz wenigen (<0,3 % der Bevölkerung) über 90 % der Vermögenswerte gehören. Mit Vermögen sind hier nicht die Zahlenkolonnen der Banken gemeint, sondern echte Werte wie Boden, Gold und Produktivmittel.
Mit vielen schönen neuen Begriffen reisen gut bezahlte PR Agenturen und Bank Manager durch die Lande, willfährig unterstützt von sogenannten Politiker, die nur die eigene Karriere im Auge haben. Amtseid, Wohl des Volkes? Da wackeln doch die Wände des Kanzleramtes, wenn die dort ihre Boni und sonstige Bereicherungen zusammenzählen. Und zwar vor Lachen.
Man darf hier nicht nur die Schulden sehen, die den Bürgern per Vollmacht auferlegt werden. Für jeden EURO Schuldverschreibungen steht ein EURO Anlagevermögen. Wenn ich mich recht erinnere hatten die deutschen Banken (die in Wahrheit so deutsch sind wie die Frachter in Panama) bei der Finanzkrise mehr Staatsanleihen als sie vom Staat geschenkt bekommen haben. Sie hätten also nur ihre Anleihen verkaufen oder zumindest verpfänden müssen, schon wäre die Bilanz im Gleichgewicht gewesen.
Unter Louis dem 14. zahlte nur der Mittelstand Steuern, der Adel war von Abgaben freigestellt. In Wahrheit ist das heute nicht anders, die Besitzer der Banken zahlen nix, wir alles.
Das Problem bleibt, daß der Haircut, würde er denn erwogen, sich kaum
gegen die Stimmen derer durchsetzen ließe, welche davon bedroht sein könnten. Das aber wissen die Betroffenen noch am Besten. Nach gegenwärtiger Wahrscheinlichkeit zählte dazu ebenso wie Spanien auch Belgien und vor allem Frankreich. Nicht, wie lange es dauern könnte bis dahin, ist maßgeblich für deren Abstimmungsverhalten, sondern daß sie selbst an diese Möglichkeit glauben (müssten). So läßt sich heute bereits absehen, daß die gemeinsame Währung für der EU ein schlechts Geschäft war und ist.
Jeder halbwegs ordentliche Kaufmann cancelt den Deal, sobald er ihn als Verlustbringer identifiziert hat, egal, welche angeblich so fürchterlichen Folgen ihm an die Wand gemalt werden. Seine eigen Bude wird er danach schon in Ordnung bringen können - und die vielen anderen Katastrophen hat er allenfalls sehr enfernt und indirekt zu erleben - wie das im Geschäft so Alltag ist eben.
Die Steuerzahler sind Wähler und werden den Politikern erklären: "Go Home"
und die ganze von den Bankstern korrumpierte Bande abwählen. Mir tun die Iren leid die so von ihrer Regierung "verraten und verkauft" worden sind. Hoffentlich wird dies eines Tages so aufgearbeitet wie die STASI-Vergangenheit von Ossies.
Die Schulden sind von Irland nicht zurückbezahlbar, genauso wenig wie Deutschland alle "retten" kann. Das heißt das es irgendwann zum großen Schnitt kommen MUSS.
Naivität und fehlender Wille, ein gescheitertes Projekt zu beenden
Herr Theurer es ist schon sehr naiv von Ihnen daruf hinzuweisen, daß die Iren noch viele Fragen unbeantwortet ließen und deshalb die Politiker schwerlich ausreichend Gründe haben, das Verschwenden von Steuergelden zu begründen.
Hat es je ein Politker für nötig erachtet, sein Handeln plausibel zu erklären? Nein!
Tatsache ist doch, daß gerade in dieser selbstverursachten Krise weniger denn je Rücksicht auf den Wähler genommen wird. Ohne jegliche Legitimation wird an den Parlamenten vorbei, quasi in Raubrittermanier, ein "Regenschirm" nach dem anderen aufgespannt. Wenn man sich schon moralisch jenseits jeglicher Grenzen bewegt, dann ist es doch mehr als naiv, die Beantwortung von Fragen zu erhoffen. Und wenn wir Steuerzahler denn Antworten erhielten, dann kommen die alle aus der Berliner Lügenschmiede und enden jeweils damit, daß man es für die Phantasie Europa machen muß. Basta! Und die Medien machen mit: Im ARD Presseclub hat eine Chefredakteuse doch empört festgestellt, daß man das Gebilde Europa nicht in Frage stellen darf. Aha, die Frau wird also von Suizidgedanken geplagt und will uns alle mit in den Tod reissen. Anders ist das nicht zu verstehen. Auf die Idee, daß man ein Projekt auch beenden kann, ist sie nicht gekommen.
Wer fragt denn noch Politiker?, spätestens bei der nächsten Wahl - BW- bekommen diese ihre verdiente Antwort. Aber alle.
"Für das 85 Milliarden Euro schwere Nothilfepaket werden
die 4,5 Millionen Iren voraussichtlich noch jahrzehntelang zu zahlen haben"
Na sicher und die Erde ist eine Scheibe...
Wir reden bisher von ca. 20.000 EUR je Einwohner (Neugeborene, Greise und Arbeitslose mitgezählt), kommen also im günstigsten Fall auf das Doppelte je "Produktiveinwohner".
Und sie glauben im Ernst, das Geld sehen wir jemals wieder?
Der EURO hat fertig, dass rechnet Ihnen die berühmte "schwäbische Hausfrau" zwischen Kaffee und Kuchen in 2 Minuten aus...
Aber bereits bei der Einführung des EURO waren Politik und Medien in ihrer Begeisterung ebenso wenig zu stoppen, wie heute in ihrer Blauäugigkeit.
Wer verdient an der Pleite und an den Milliarden?
Diese Währungsgemeinschaft hat nach weniger als 10 Jahren fertig.