Die Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine ist zu einem Politikum geworden. Manche wollen für den Fall, dass sich die Situation der früheren Ministerpräsidentin Julija Timoschenko nicht verbessert, die Spiele boykottieren. Die Zahl der öffentlichen Stellungnahmen steigt stündlich. Nur die Sponsoren des Wettbewerbs halten sich sehr stark zurück. Ob McDonald’s, Adidas oder Coca-Cola: In Regierungsangelegenheiten wolle man sich nicht einmischen, heißt es sinngemäß. Sport sei Sport. Und Politik sei Politik. Doch so einfach ist es eben auch nicht.
Dilemma für die Sponsoren
Tatsächlich stecken die Sponsoren in einem Dilemma und spüren das auch. Unternehmen sind gewiss nicht dazu da, Außenpolitik zu machen. Aber sie können vor Menschenrechtsverletzungen oder vor Korruption nicht mehr die Augen verschließen. So ist es einerseits sogar gut, dass im Zuge des gesponserten Sportereignisses die Welt in diesen Tagen und Wochen auf die Ukraine schaut. Noch besser aber wäre es, Unternehmen würden in ihren Sponsoring-Vereinbarungen künftig Ausstiegsklauseln erlaubt. Dann ließe sich der Druck der Weltöffentlichkeit noch weiter einholen. Denn so ganz funktioniert die Trennung von Sport, Kommerz und Politik eben nicht.