http://www.faz.net/-gqu-77ejg
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 04.03.2013, 20:26 Uhr

Schuldenkrise Zypern lässt Wirtschaftsprüfer ins Land

Zypern will Hilfskredite von den europäischen Nachbarländern. Um dafür die Voraussetztungen zu schaffen, lässt das Land nun zu, dass Wirtschaftsprüfer aus dem Ausland die Durchsetzung ihrer Anti-Geldwäsche-Gesetze prüfen.

von , Brüssel

Die neue zyprische Regierung hat zugesagt, die Durchsetzung ihrer Anti-Geldwäsche-Gesetze durch private Wirtschaftsprüfer aus dem Ausland überprüfen lassen zu wollen. Das hat der Chef der Eurogruppe, der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, nach einem Treffen der Euro-Finanzminiser am Montagabend in Brüssel bekanntgegeben. Damit ist nach Dijsselbloems Angaben eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission in den kommenden Wochen „zügig“ mit der zyprischen Seite die restlichen Bedingungen für ein internationales Hilfsprogramm aushandelt. Dijsselbloem bekräftigte, dass der Abschluss eines Programms in der zweiten Märzhälfte geplant sei. Die Eurogruppe werde dann zu einem Sondertreffen zusammenkommen. Zyperns alte Regierung hatte sich bis zu ihrer Abwahl in der vergangenen Woche mit juristischen Argumenten gegen die Überwachung durch Wirtschaftsprüfer gewehrt.

Werner Mussler Folgen:

Dijsselbloem stellte ferner in Aussicht, die Konditionen des laufenden Kreditprogramms aus den europäischen Krisenfonds für Irland und Portugal zu erleichtern. Es gehe um eine „umfassende Strategie“, die den beiden Ländern in absehbarer Zeit die Rückkehr an die Finanzmärkte erleichtern werde. Inhaltliche Details und einen möglichen Zeitpunkt für Beschlüsse über Erleichterungen nannte der Minister nicht. Der irische Finanzminister Michael Noonan hatte zu Beginn des Brüsseler Treffens gesagt, im Idealfall wolle seine Regierung die Kreditlaufzeit im Durchschnitt um 15 Jahre verlängern. Er räumte aber ein, dass dies wahrscheinlich nicht gelingen werde. In der Eurogruppe hatte es vor dem Treffen geheißen, eine schnelle Entscheidung über mögliche Laufzeitverlängerungen sei ausgeschlossen. Die Bundesregierung lehnt Erleichterungen ab, die Änderungen des laufenden Hilfsprogramms bedeuteten und deshalb durch den Bundestag gebilligt werden müssten. Irland soll in diesem Jahr an den Kapitalmarkt zurückkehren, Portugal im nächsten Jahr.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Griechenland-Hilfen Europartner setzen Griechenland mit Extra-Sparpaket unter Druck

Die Euro-Staaten fordern von Griechenland ein Extra-Sparpaket, bevor sie weitere Milliardenhilfen zahlen. Gleichzeitig spielen sie das Szenario von Schuldenerleichterungen durch. Mehr

22.04.2016, 20:31 Uhr | Wirtschaft
Panama-Affäre Europäische Länder fordern schwarze Liste der Steuerparadiese

Als Konsequenz aus den Enthüllungen der Panama-Papiere" haben Deutschland und vier weitere große europäische Länder eine Schwarze Liste der Steuerparadiese verlangt. Vor einem Treffen der Finanzminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) in Washington forderten die sogenannten G-5 in einem gemeinsamen Brief auch Sanktionen für Länder, die bei der Bekämpfung der Steuerflucht nicht kooperieren wollen. Mehr

15.04.2016, 11:10 Uhr | Politik
Schuldenstreit Dijsselbloem: Griechenland-Treffen spätestens in zwei Wochen

Eurogruppenchef Dijsselbloem will das eigentlich für diesen Donnerstag geplante Treffen der Euro-Finanzminister möglichst bald nachholen. Zuerst stehen aber noch rechtliche und politische Fragen aus. Mehr

27.04.2016, 22:07 Uhr | Wirtschaft
Panama Papers So tief ist der Panama-Sumpf

Korruption, Geldwäsche, Steuerhinterziehung: Die Panama Papers sorgen weltweit für Aufsehen. Mehr als 200.000 Briefkastenfirmen, Millionen hinterzogener Gelder, unzählige Politiker und Prominente im Visier der Fahnder – aber worum geht es konkret? F.A.Z.-Korrespondenten aus der ganzen Welt geben einen Überblick. Mehr

22.04.2016, 15:38 Uhr | Politik
Schuldenstreit Schäuble hält Griechenland-Sondergipfel für unnötig

In Griechenland überprüfen derzeit die Experten der Geldgeber, wie es um die Umsetzung der Reformen steht. Es gibt noch immer Streit über einige Maßnahmen. EU-Ratspräsident Tusk drängt zur Eile. Mehr

27.04.2016, 13:33 Uhr | Wirtschaft

Grenzregime

Von Andreas Mihm, Berlin

Die deutsche Energiewende sorgt für Spannungen. Das Netz ist viel zu klein, die Nachbarn sind genervt. Es kommt auf den Netzausbau an - und den verzögern die Deutschen. Mehr 4 11


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Aldi und Lidl erobern die Insel

Die britischen Supermärkte fürchten die Konkurrenz durch die Deutschen. Ein Blick auf die Marktanteile und die Vorliebe der Kunden zeigt: Zurecht. Mehr 4