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Schuldenkrise Zypern braucht wohl 17 Milliarden Euro

Die Schulden- und Bankenkrise Zyperns hat sich verschärft. Das Hilfspaket für Zypern könnte sich auf insgesamt 17,5 Milliarden Euro belaufen - bislang war von lediglich 10 Milliarden Euro die Rede.

© dpa Nikosia

Am Donnerstag reisten die Vertreter von Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ab. Ein Ergebnis zum beantragten Rettungspaket wurde in dem zweiwöchigen Besuch der Troika nicht erzielt. Nach Angaben von Finanzminister Vassos Shiarly hat das Paket inzwischen einen Umfang von 17 Milliarden Euro. Bislang war man von 10 Milliarden Euro ausgegangen. Das zyprische Bruttoinlandsprodukt (BIP) entspricht 18 Milliarden Euro.

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Die Ratingagentur Fitch stufte am Mittwoch die Bonitätsnote des Eurolandes um zwei Stufen auf „BB-“ herab. Auch Moody’s prüft eine Herabstufung. Die schwindende Kreditwürdigkeit Zyperns begründen beide Ratingagenturen mit den Problemen der Banken, die nach dem griechischen Schuldenschnitt unter Kapitalnot leiden. Die Forderungen der drei größten Banken - Bank of Cyprus, Cyprus Popular Bank und Hellenic Bank - gegenüber griechischen Schuldnern betragen 19,6 Milliarden Euro.

Zyperns Regierung meldet seit Montag immer wieder, dass die Verhandlungen mit der Troika kurz vor dem Abschluss stünden, doch gibt es noch keine greifbaren Ergebnisse. Die Regierung unter Führung des Staatspräsidenten Demetris Christofias versuchte in den vergangenen Monaten alles, um Verhandlungen mit den europäischen Partnern über ein Sanierungs- und Rettungspaket zu vermeiden. Zwar erlebt Zypern keinen vergleichbaren Niedergang der Wirtschaft wie Griechenland, doch dient Griechenland für zyprische Politiker als abschreckendes Beispiel. Weil Zyperns Banken mit dem Schuldenschnitt Griechenlands größere Teile ihrer Anlagen verloren haben, bleibt das Land jedoch abhängig von einem Rettungsprogramm für die Banken und nun auch für die Staatsschulden. Nach leichtem Wachstum 2010 und 2011 erwartet Brüssel für 2012 und 2013 nun aber Rezession.

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Die Regierung erhielt schon einen Stützungskredit über 2,5 Milliarden Euro aus Russland und hoffte auf eine neue Tranche. Weil aber die russische Regierung einen neuen Kredit von einem europäischen Rettungspaket abhängig macht, bleibt der Regierung nun kein anderer Weg, als sich mit der Troika zu einigen. Doch während Griechenland große Opfer bringen musste, will Zypern weiter seine Besitzstände verteidigen, etwa einen Inflationsausgleich für Löhne, einen Staatszuschuss zur Rentenkasse oder das Weihnachtsgeld. Streit gibt es mit der Troika auch darüber, wie etwaige Zukunftserträge aus Gasbohrungen vor der Küste verwendet werden sollten: Die Zyprer wollen dafür einen Zukunftsfonds gründen, die Troika will an oberster Stelle der Prioritäten die Rückzahlung der Staatsschulden.

Vor Monaten sorgte ein Bericht des Bundesnachrichtendienstes für Aufregung. Russen sollen bei zyprischen Banken 21 Milliarden Euro deponiert haben, darunter auch Schwarzgeld. Zwar erfüllt Zypern nach Angaben der Regierung alle internationalen Standards und EU-Auflagen zur Bekämpfung von Geldwäsche, doch wird an der Umsetzung in den Banken gezweifelt.

Quelle: F.A.Z.

 
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