Home
http://www.faz.net/-hhu-765kj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Schuldenkrise Deutschland gibt bei Zypern-Hilfe nach

Die Bundesregierung gibt einem Pressebericht zufolge ihren Widerstand gegen das geplante EU-Hilfspaket für Zypern auf. Finanzminister Schäuble beugt sich offenbar dem Druck der Euro-Länder, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank.

© dpa Vergrößern Das Rettungspaket für Zypern könne kleiner ausfallen als bisher angenommen

Die Bundesregierung gibt ihren Widerstand gegen das geplante EU-Hilfspaket für Zypern offenbar auf. Zwar hat nach Informationen der Süddeutschen Zeitung vor allem Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) weiter große Vorbehalte. In Regierungskreisen hieß es jedoch, der Druck der Euro-Partner, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) sei so groß, dass man eine Rettungsaktion am Ende wohl werde mittragen müssen.

Das gilt umso mehr, als Zypern erstmals zu tief greifenden Reformen bereit zu sein scheint. Auch könnte das Paket kleiner ausfallen als bisher befürchtet. Die Regierung in Nikosia hatte im Sommer 2012 um finanzielle Hilfe gebeten. Bisher rechneten die Euro-Partner mit 17,5 Milliarden Euro, was beinahe der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes entspricht.

Mit dem Geld will Nikosia vor allem marode Banken stabilisieren. In einigen Euro-Staaten - vor allem in Deutschland - gibt es Vorbehalte gegen Hilfen, da Zypern die Banken mit Niedrigsteuersätzen ins Land gelockt hat und im Verdacht steht, halbherzig gegen Geldwäscheaktivitäten vor allem russischer Kontobesitzer vorzugehen. In Berlin besteht deshalb die Sorge, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die nötige Bundestagsmehrheit für ein Zypern-Programm verfehlen könnte.

Mehr zum Thema

Die Euro-Gruppe bestätigte am Dienstag, Nikosia sei erstmals bereit, die Einhaltung der Anti-Geldwäsche-Regeln von unabhängigen Experten vor Ort prüfen zu lassen. Zudem werde Finanzminister Vassos Shiarly am Donnerstag nach Den Haag reisen, um mit Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem zu sprechen.

Weiter hieß es, Zyperns Banken bräuchten womöglich weniger Geld als befürchtet. Grund seien Zweifel an den Methoden der bisherigen Gutachter, die nun von einer amerikanischen Gesellschaft überprüft würden. Für finanzielle Entlastung sorgten zudem Signale aus Moskau, wonach Russland Zypern zwei Jahre mehr Zeit für die Rückzahlung eines Kredites von 2,5 Milliarden Euro gewähren will.

Quelle: Dow Jones

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Griechische Schuldenkrise Die Angst vor einem dritten Hilfspaket

Wenn der Bundestag zustimmt, wird das Hilfsprogramm für Griechenland bis Juni verlängert. Wie aber geht es danach weiter? Kommt ein drittes Hilfspaket? Oder ein neuer Schuldenerlass? Mehr

25.02.2015, 13:49 Uhr | Wirtschaft
Schäuble pocht auf Konsolidierung

Die Bundesregierung setze auf eine stabilitätsorientierte Politik, sagte der Bundesfinanzminister zum Auftakt der Haushaltsberatungen in Berlin. Den Investitionsstau will Schäuble mit Hilfe privater Geldgeber lösen. Mehr

09.09.2014, 15:34 Uhr | Politik
Schuldenkrise Griechenland will sein Angebot nicht mehr ändern

Der griechische Antrag auf Verlängerung der Hilfen ist beim deutschen Finanzminister schnell durchgefallen. Jetzt setzt Griechenland ein Ultimatum. Und scheint Verbündete zu gewinnen. Mehr

19.02.2015, 17:05 Uhr | Wirtschaft
Eurogroup Schäuble vor dem Finanzministertreffen

Vor dem Finanzminister-Treffen der Eurozone klingt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble pessimistisch. Mehr

16.02.2015, 17:58 Uhr | Wirtschaft
Schuldenkrise Griechenland beantragt Hilfen erst Donnerstag

Griechenland will nun doch erst am Donnerstag eine Verlängerung des Kreditprogramms beantragen. Ob das Land die vereinbarten Auflagen der internationalen Geldgeber akzeptiert, ist noch unklar. Mehr

18.02.2015, 14:41 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 30.01.2013, 08:33 Uhr

Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Punkte für Zuwanderer

Von Sven Astheimer

Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus. Deshalb braucht es Mut zu neuen Ideen. Das kann auch ein Punktesystem für Zuwanderer sein. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --