http://www.faz.net/-gqu-75898

Ratingagentur Standard & Poor’s : Zyperns Kreditwürdigkeit wird herabgestuft

  • Aktualisiert am

Der Ratingagentur Standard & Poor’s geht die Diskussion um Geldzuschüsse für Zypern nicht schnell genug. Sie hat das Land auf „CCC+“ heruntergestuft.

          Die Ratingagentur Standard & Poo’s hat die Kreditwürdigkeit Zyperns um zwei Stufen gesenkt. Das teilte die New Yorker Agentur am Freitagmorgen auf ihrer Webseite mit. Das Land liegt damit nun auf der Stufe „CCC+“. Zur Begründung hieß es, das Risiko eines Zahlungsausfalls sei gestiegen, da ein erfolgreicher Ausgang von Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern aus der Eurozone und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) noch nicht in Sicht sei. Der Ausblick für Zypern sei negativ.

          Zypern benötigt Hilfen in Höhe von rund 17 Milliarden Euro. Mit großer Mehrheit hatte das zyprische Parlament am Mittwoch den Haushalt 2013 gebilligt, der sowohl massive Ausgabenkürzungen als auch Steuererhöhungen vorsieht. Der Internationale Währungsfonds hatte am Donnerstag einen Schuldenschnitt gefordert, auch der deutsche Bankenverband hält das nicht für ein Drama. Eine Rettung Zyperns ist auch deshalb unbeliebt, weil das Land viel Geld von russischen Oligarchen verwaltet, die mitgerettet würden.

          Nach Einschätzung von EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen stellt sich die Frage nach einem Schuldenschnitt für Zypern allerdings nicht. Der Finanzbedarf des Landes sei noch unklar, sagte Asmussen am Freitag in der ARD. Zugleich kündigte er ein umfangreiches Reformprogramm für das Land an, ähnlich dem für Griechenland. Asmussen forderte Zypern auf, auch mit anderen Ländern Gespräche über Finanzhilfen zu führen. In der Vergangenheit war Russland dem Mittelmeerstaat zur Seite gesprungen.

          Die Wirtschaft Zyperns wird Prognosen zufolge im kommenden Jahr weiter schwächeln, das Bruttoinlandsprodukt vermutlich um rund 3,5 Prozent schrumpfen und die Arbeitslosigkeit 13,7 Prozent erreichen.

          Quelle: FAZ.net / dapd

          Weitere Themen

          China: Rating-Agenturen verstehen uns nicht

          Bonität gesenkt : China: Rating-Agenturen verstehen uns nicht

          Aus Sorge vor Chinas rasant wachsendem Schuldenberg hat nun auch Standard & Poor’s seine Bonitätsnote für das Land gesenkt. Kurz vor dem wichtigsten politischen Treffen seit fünf Jahren schmeckt dies der Führung überhaupt nicht.

          Topmeldungen

          Merkels CDU siegt schwach : Krampf statt Zauber

          Merkel kann Kanzlerin bleiben, wenn es ihr gelingt, ein schwarz-gelb-grünes Bündnis zu schmieden. Das wird nicht einfach werden. Merkels Flüchtlingspolitik erwies sich schon für die untergegangene große Koalition als Ballast, der beiden Partnern schwere Verluste einbrachte. Ein Kommentar.
          Gute Laune auf der Wahlparty der AfD in Berlin

          Dritte Kraft im Bundestag : Tabubrecher AfD

          Nun ist die AfD im Bundestag, mit demokratischem Gütesiegel und Millionen an Staatsgeldern. Doch im Parlament wären sie nicht die erste Partei, die vorgeführt wird. Ein Kommentar.

          FAZ.NET live um 19:30 Uhr : Deutschland hat gewählt - was jetzt?

          Volksparteien schwach, AfD und FDP stark. Was bedeutet das für die Republik? Im FAZ.NET-Livestream beantworten Jasper von Altenbockum, Ressortleiter Politik Inland, und Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur digital die wichtigsten Fragen zur Bundestagswahl.

          Hochrechnungen : Merkel kann weiter regieren, SPD geht in Opposition

          CDU und CSU verlieren laut Hochrechnungen viele Stimmen, werden aber wieder stärkste Kraft. Die SPD erzielt ein historisch schlechtes Ergebnis und geht in die Opposition. Die AfD ist Dritter und die FDP wieder im Bundestag. Grüne und Linkspartei legen zu.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.