Home
http://www.faz.net/-gqu-773ro
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Neue Risiken ESM-Chef Regling warnt vor Ausbreitung der Schuldenkrise

Der Chef des europäischen Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, fordert eine rasche Entscheidung über die Finanzhilfen für das hochverschuldete Zypern. Ansonsten fürchtet er eine neue Dynamik in der Schuldenkrise. Neue Risiken sieht Regling auch von den Wahlen in Italien ausgehen.

© dapd Der Kapitalbedarf der maroden zyprischen Banken ist mit 8,8 Milliarden Euro geringer als bisher angenommen

Von dem hoch verschuldeten Zypern geht nach Einschätzung des Chefs des Euro-Rettungsfonds, Klaus Regling, eine Gefahr für andere Länder der Eurozone aus. Er forderte deshalb in einem Interview mit der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ eine rasche Entscheidung über die geplanten Finanzhilfen. „Wir benötigen eine baldige Entscheidung.“ Auch von der anstehenden Parlamentswahl in Italien gehe ein Risiko in der Schuldenkrise aus, ergänzte Regling.

Die Finanzminister der Eurozone haben die Ausarbeitung eines Rettungspaketes auf kommenden Monat verschoben. Sie wollen das Ergebnis der Präsidentenwahl in Zypern abwarten, die am Sonntag mit einer Stichwahl beendet wird.

Zypern ist von der Staatspleite bedroht und braucht dringend Hilfen von rund 17 Milliarden Euro - das entspricht der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Nach dem Schuldenschnitt für Griechenland waren die vergleichsweise überdimensionierten Banken in Zypern in Not geraten.

Mehr zum Thema

Nach Darstellung des Chefs der Arbeitsgruppe der Euro-Finanzminister sollen die Hilfen spätestens Ende März fließen. Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, wie diese genau aussehen würden, sagte der Chef der Arbeitsgruppe der Euro-Finanzminister, Thomas Wieser, am Mittwoch. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) warnte am gleichen Tag vor einem Zahlungsausfall Zyperns.

Anfang der Woche hatte schon der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen auf eine Entscheidung bis Ende März gepocht. Dem Land müsse geholfen werden, da es systemrelevant sei. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte dagegen zuletzt wenig Anlass zur Eile erkennen lassen. Vor jeder Hilfe müsse geprüft werden, ob die Probleme Zyperns die Eurozone insgesamt gefährdeten.

Quelle: Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Urteil des Staatsrats Richter billigen griechische Volksabstimmung

Ministerpräsident Tsipras bekommt sein Referendum: Griechenlands oberstes Verwaltungsgericht hat die Abstimmung über die Reformauflagen der Gläubiger genehmigt. Schlechte Nachrichten kommen hingegen aus Luxemburg: Laut Rettungsfonds ist Athen jetzt pleite. Mehr

03.07.2015, 16:35 Uhr | Wirtschaft
Athen in Not Sondergipfel soll Griechenland-Krise lösen

Griechenland steht kurz vor der Staatspleite: Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder werden deshalb am kommenden Montag einen Sondergipfel zur Schuldenkrise abhalten. Beratungen der Euro-Finanzminister in Luxemburg hatten am Donnerstagabend kein Ergebnis gebracht. In Athen demonstrierten Tausende Menschen für den Verbleib des Landes im Euro. Mehr

19.06.2015, 15:57 Uhr | Wirtschaft
Schuldenstreit mit Athen Schachern bis zur letzten Sekunde

Eine Sitzung nach der anderen, immer noch kein Ergebnis: Sind die Griechenland-Verhandlungen nicht längst unerträglich? Nicht unbedingt. Mehr Von Alexander Armbruster

25.06.2015, 14:34 Uhr | Wirtschaft
Eurogroup Schäuble vor dem Finanzministertreffen

Vor dem Finanzminister-Treffen der Eurozone klingt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble pessimistisch. Mehr

16.02.2015, 17:58 Uhr | Wirtschaft
Schuldenkrise EZB erhöht Nothilfe für griechische Banken weiter

Die Griechen räumen ihre Konten leer. Die Nothilfen der EZB haben aber nur einen Tag gereicht – nun hat sie den Kreditrahmen noch einmal angehoben. Mehr

23.06.2015, 10:09 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.02.2013, 09:05 Uhr

Vom Rupfen der Erben

Von Heike Göbel

Die bedrohliche Wucht der Griechen-Krise hat auf die große Koalition eine disziplinierende Wirkung. Ihre innenpolitischen Händel legen CDU, CSU und SPD zügig bei. Mehr 1 4


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --