http://www.faz.net/-gqu-773ro
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 21.02.2013, 09:05 Uhr

Neue Risiken ESM-Chef Regling warnt vor Ausbreitung der Schuldenkrise

Der Chef des europäischen Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, fordert eine rasche Entscheidung über die Finanzhilfen für das hochverschuldete Zypern. Ansonsten fürchtet er eine neue Dynamik in der Schuldenkrise. Neue Risiken sieht Regling auch von den Wahlen in Italien ausgehen.

© dapd Der Kapitalbedarf der maroden zyprischen Banken ist mit 8,8 Milliarden Euro geringer als bisher angenommen

Von dem hoch verschuldeten Zypern geht nach Einschätzung des Chefs des Euro-Rettungsfonds, Klaus Regling, eine Gefahr für andere Länder der Eurozone aus. Er forderte deshalb in einem Interview mit der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ eine rasche Entscheidung über die geplanten Finanzhilfen. „Wir benötigen eine baldige Entscheidung.“ Auch von der anstehenden Parlamentswahl in Italien gehe ein Risiko in der Schuldenkrise aus, ergänzte Regling.

Die Finanzminister der Eurozone haben die Ausarbeitung eines Rettungspaketes auf kommenden Monat verschoben. Sie wollen das Ergebnis der Präsidentenwahl in Zypern abwarten, die am Sonntag mit einer Stichwahl beendet wird.

Zypern ist von der Staatspleite bedroht und braucht dringend Hilfen von rund 17 Milliarden Euro - das entspricht der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Nach dem Schuldenschnitt für Griechenland waren die vergleichsweise überdimensionierten Banken in Zypern in Not geraten.

Mehr zum Thema

Nach Darstellung des Chefs der Arbeitsgruppe der Euro-Finanzminister sollen die Hilfen spätestens Ende März fließen. Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, wie diese genau aussehen würden, sagte der Chef der Arbeitsgruppe der Euro-Finanzminister, Thomas Wieser, am Mittwoch. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) warnte am gleichen Tag vor einem Zahlungsausfall Zyperns.

Anfang der Woche hatte schon der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen auf eine Entscheidung bis Ende März gepocht. Dem Land müsse geholfen werden, da es systemrelevant sei. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte dagegen zuletzt wenig Anlass zur Eile erkennen lassen. Vor jeder Hilfe müsse geprüft werden, ob die Probleme Zyperns die Eurozone insgesamt gefährdeten.

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Griechenland-Hilfen Europartner setzen Griechenland mit Extra-Sparpaket unter Druck

Die Euro-Staaten fordern von Griechenland ein Extra-Sparpaket, bevor sie weitere Milliardenhilfen zahlen. Gleichzeitig spielen sie das Szenario von Schuldenerleichterungen durch. Mehr

22.04.2016, 20:31 Uhr | Wirtschaft
Hilfsprogramm Tsipras erwartet Abschluss von Reform-Kontrolle

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras rechnet damit, dass die Finanzminister der Eurozone am 22. April Griechenlands Reformfortschritte begutachten werden. Damit versuchte Tsipras, die Wogen zu glätten, nachdem wachsende Differenzen rund um das Hilfsprogramm deutlich geworden waren. Mehr

05.04.2016, 10:06 Uhr | Wirtschaft
Was Sie heute erwartet Finanzminister Schäuble für späteren Rentenbeginn

Schäuble für späteren Rentenbeginn. Organisationen bestätigen Flüchtlingstragödie im Mittelmeer. Nächste Runde im Rechtsstreit Kohl gegen Ghostwriter. Mehr

21.04.2016, 06:36 Uhr | Wirtschaft
Video Titanic-Chef: Merkel nähert sich Erdogan und anderen Despoten an

Titanic-Chef Tim Wolff hat sich zur Entscheidung Angela Merkels zur Causa Böhmermann geäußert. Außerdem wolle das Satire-Magazin Erdogan nicht weiter beleidigen, sagte Wolff. Stattdessen wolle man sämtliche Staatspräsidenten der ganzen Welt in der nächsten Ausgabe beleidigen. Mehr

15.04.2016, 20:11 Uhr | Politik
EZB-Sitzung Draghi weist deutsche Kritik an EZB zurück

EZB-Präsident Draghi hat ich gegen Kritik aus Deutschland an seiner Geldpolitik verwahrt. Das Mandat der EZB gelte für den Euroraum und nicht nur für Deutschland. Ab Juni will die EZB auch Firmenanleihen kaufen. Mehr

21.04.2016, 15:16 Uhr | Finanzen

Argentinien meldet sich zurück

Von Carl Moses, Buenos Aires

In nur vier Monaten hat Argentiniens Präsident Mauricio Macri den Zugang zu den Kapitalmärkten geöffnet. Auf dem Weg zur Stabilisierung wird das Land jedoch noch große Anstrengungen unternehmen müssen. Mehr 4


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --