Home
http://www.faz.net/-gqu-774wg
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Finanzminister der Eurozone finden Reiche Russen sollen für Zypern-Rettung zahlen

Zypern will Geld aus dem Euro-Rettungsschirm, doch die Euro-Finanzminister sehen zu viel Geldwäsche russischer Oligarchen in dem Land. Jetzt überlegen sie, wie die reichen Sparer an der Rettung beteiligen können.

© dapd Eine Euro-Münze aus Zypern

Die Finanzminister der Eurostaaten wollen Zeitungsberichten zufolge reiche Bürger und Konzerne mit Geldanlagen in Zypern an den Kosten des geplanten Hilfspakets für den Inselstaat beteiligen. Es werde geprüft, wie ein Sanierungsbeitrag privater Kontoinhaber und Bankgläubiger, viele von ihnen aus Russland, aussehen könnte, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Freitag unter Berufung auf Verhandlungskreise. Im Gespräch seien etwa höhere Steuern auf Unternehmensgewinne, Kapitalerträge und Grundbesitz sowie eine Vermögensteuer.

Zypern hatte im Juni eine Anfrage auf Hilfe aus dem Eurorettungsfonds gestellt und benötigt nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Euro, davon soll ein Großteil an angeschlagene Banken der Insel fließen. Der Antrag ist jedoch umstritten. Dem Land wird besonders in Deutschland vorgeworfen, nicht entschieden gegen Steuerbetrug und Schwarzgeld etwa aus Russland vorzugehen.

Denkbar wäre auch, die Spareinlagen auf zyprischen Banken im Wert zu mindern. Das allerdings sehe die EU-Kommission kritisch, berichtet das „Handelsblatt“: Sie habe Angst vor einem neuen Vertrauensverlust gegenüber der Eurozone.

Mehr zum Thema

Der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Meister (CDU), sagte der „Rheinischen Post“ aus Düsseldorf vom Freitag, Zyperns Leistungsbilanz weise „hohe Auslandsinvestitionen in Russland auf“. Der Abfluss des Gelds könne aber gestoppt werden. Es sei zudem „nicht ausgeschlossen, dass Russland kurzfristig mit einem Überbrückungskredit einspringt“, sagte Meister.

Quelle: FAZ.net / AFP

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Koalitionsstreit SPD attackiert Schäuble wegen Rücktrittsdrohung

Die Kritik der SPD an Bundesfinanzminister Schäuble reißt nicht ab: Das Kokettieren mit angeblichen Rücktrittsabsichten sei nicht zielführend, sagt der stellvertretende Parteivorsitzende Stegner. Mehr

20.07.2015, 05:06 Uhr | Politik
Schuldenkrise Griechenland will bis Donnerstag neue Pläne vorlegen

Die griechische Regierung will bis Donnerstag einen detaillierten Reformplan für ein zweijähriges Hilfspaket der internationalen Geldgeber vorlegen. Das ist nach Angaben mehrerer Euro-Regierungschefs das Ergebnis des Sondergipfels der Eurozone am Dienstagabend in Brüssel. Mehr

08.07.2015, 10:56 Uhr | Wirtschaft
Griechenland-Hilfen Merkel erklärt Koalitionsstreit für beendet

Bundeskanzlerin Merkel hat die beiden Koalitionsparteien aufgefordert, den Streit über das Vorgehen im Schuldenstreit mit Griechenland zu beenden. Es gebe wichtigere Sachen, um die man sich kümmern müsse, sagte sie. Mehr Von Majid Sattar und Rainer Hermann

19.07.2015, 19:03 Uhr | Politik
Schuldenkrise Wahrscheinlichkeit für einen Grexit extrem gestiegen

Nach dem Referendum muss die griechische Regierung den anderen Euro-Staaten bis spätestens Freitagmorgen neue Reformvorschläge unterbreiten, um eine Chance auf weitere Milliardenhilfen zu bekommen. Gelingt keine Einigung, droht ein Zusammenbruch des Bankensystems und ein Ausscheiden aus der Eurozone. Mehr

08.07.2015, 15:48 Uhr | Wirtschaft
EU-Kommission zu Griechenland Schuldenschnitt? Kein Problem!

Der Internationale Währungsfonds fordert einen Schuldenschnitt für Griechenland, damit er sich am nächsten Hilfsprogramm beteiligt. Die EU-Kommission antwortet: Das ist vollkommen vereinbar. Mehr

31.07.2015, 15:46 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 22.02.2013, 04:05 Uhr

Sanktionen schärfen

Von Benjamin Triebe

Rund ein Jahr liegt die bedeutendste Verschärfung der Sanktionen gegen Russland zurück. Die an sie geknüpften Hoffnungen mögen trügerisch gewesen sein. Dennoch wäre es falsch, sie aufzugeben. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Junge Männer sind oft arbeitslos

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland ist gut; das spürt auch die junge Generation; die Jugendarbeitslosigkeit sinkt. Allerdings: Frauen profitieren stärker von der Entwicklung als Männer. Mehr 1