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Europas Schuldenkrise Euro-Zone wappnet sich für den Zypern-Schock

 ·  In der Euro-Zone herrscht Alarmstufe Rot über einen drohenden Kollaps Zyperns. Zwischen Brüssel und Nikosia herrscht offenbar Funkstille. Dass ein Rettungskandidat derart abtaucht, habe es noch nie gegeben, sagte der Vertreter Frankreichs. Die aktuellen Entwicklungen.

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© AP Vergrößern Eine Schlange vor dem Geldautomaten der Laiki Bank in Nikosia.

Die Vertreter der Euro-Staaten besprachen in einer Telefonkonferenz am Mittwoch Vorkehrungen gegen einen Zusammenbruch der Banken auf der Insel, wie aus Reuters vorliegenden Notizen eines Teilnehmers hervorgeht. Dazu gehören Kapitalverkehrskontrollen gegen einen massiven Geldabfluss. Der Vertreter Deutschlands wies den Unterlagen zufolge darauf hin, dass Ansteckungsgefahren bei einem Ausscheiden Zyperns aus der Euro-Zone gebannt werden müssten. Die Chancen für ein neues Rettungspaket schwänden, so dass an einem Notfallplan für die Kernschmelze des aufgeblähten Finanzsektors gearbeitet werde. Sollte Zypern nicht kooperieren, müsste es bald sein eigenes Geld drucken und aus der Euro-Zone ausscheiden, sagte der EU-Vertreter.

Zwischen Brüssel und Nikosia herrscht Funkstille. Der Vertreter Zyperns nahm nicht an der Telefonkonferenz teil, was die anderen Teilnehmer schockierte, wie aus der Mitschrift hervorgeht. Dass ein Rettungskandidat derart abtaucht, habe es noch nie gegeben, sagte der Vertreter Frankreichs. Da das Parlament auf Zypern zu emotional sei für jegliche Entscheidung, müsse die Regierung womöglich ohne Rückhalt der Volksvertretung handeln.

Die EZB-Nothilfe gilt nur noch bis Montag. Zypern muss für ein internationales Sanierungspaket der EU und des IWF eine Eigenleistung von 5,8 Milliarden Euro erbringen. Nur wenn das Land diese Summe zusammenbringt, hilft die EU und der IWF mit 10 Milliarden Euro. Zyperns Alternativplan sieht einen „Solidaritätsfonds“ vor. Er soll mit Kapital von der Kirche, der Rentenkasse sowie anderen Einrichtungen gefüllt werden. Auch die Goldreserven sollen angezapft werden.

Die wichtigsten Meldungen vom Donnerstag in Stichpunkten:

  • Zypern legt Alternativplan vor
  • Russland gibt Zypern keinen neuen Kredit
  • EU fordert von Zypern Kapitalverkehrskontrollen
  • Die EZB setzt Zypern eine Frist. Die Nothilfe für die Banken gilt nur noch bis Montag.
     
  • Zypern strebt bei den Verhandlungen mit Russland keinen neuen Kredit an, sondern bessere Konditionen für einen laufenden Vertrag.
     
  • Eurogruppenchef Dijsselbloem übernimmt die Verantwortung für die umstrittene Zwangsabgabe auf zyprische Konten.
     
  • Wegen der Schließung der Banken gibt es erste Lieferengpässen bei Medikamenten. Auch Treibstoff wird knapp.
     
  • EU-Kommissionspräsident Barroso sichert weiter Hilfe bei der Suche nach einem Ausweg zu.
  • Schäuble sieht russische Zypern-Hilfen als Problem: Kredit würde Staatsverschuldung nochmal erhöhen

Bankangestellte demonstrieren vor Parlament in Nikosia

Mehrere hundert Angestellte der zyprischen Popular Bank (griechisch: Laiki Bank) haben sich am Donnerstag vor dem Parlament in Nikosia versammelt und gegen die befürchtete Schließung ihrer Bank protestiert. Nach der Vorstellung eines neuen Plans zur Lösung der Finanzkrise kursierten Gerüchte, wonach die Bank in eine weiter funktionsfähige und eine „Bad Bank“ aufgespalten werden soll. Dabei könnten viele Angestellte ihre Arbeit verlieren.

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