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Euro-Krise Was ist, wenn Zypern kentert?

 ·  Eine kleine Insel im östlichen Mittelmeer bringt Europa in große Nöte. Ließe Europa sie kentern, wäre das für die Zyprer böse. Würde eine Pleite auch böse Folgen für die Euroländer auslösen?

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (57)
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Thomas Spaniel

Seien wir realistisch

Glauben denn unsere €uropa-Visionäre wirklich, die (Klein)Sparer der PIGS haben nicht ganz genau hingeschaut, was mit den Einlagen ihrer (Noch?)-Mit€uropäer in Zypern geschieht? Wer kann denn in den PIGS-Ländern jetzt auch nur noch ernsthaft glauben, dass man es in den PIGS-Ländern, falls erforderlich, nicht ganz genauso macht wie in Zypern? Ein Sprichwort sagt, wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht. Ich kann nur dringend jedem (Klein)Sparer ausserhalb Deutschlands empfehlen, falls es denn unbedingt ein Konto sein muss, ein solches dringend im noch(?) finanzstärksten Land der €uro-Zone und damit in Deutschland zu eröffnen, das ist noch(?) immer ganz legal möglich. Ich persönlich vertraue mein Geld keiner Bank mehr an, meine Konten werden ab jetzt um die Null herumgeführt. Ist einfach sicherer. Noch gibt es kein Gesetz, welches mich verpflichtet, mein freies Kapital zur Bank zu schaffen.

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Klaus Brinker

"Zypern geht nicht pleite, weil die EU sich keinen Präzedenzfall leisten kann..."(@ Peter Lammert)


Ich stimme Ihnen zu, bis auf ...
"Nein, nur der Deutsche lässt sich medial so gut kontrollieren"

Auch die Franzosen wurden eingenebelt!
"Über den ESM fand in Frankreich keine intensive Diskussion statt." (Kirch & Schwarzer, 2012)*

Das ESM-Projekt war ein schleichender Staatsstreich und wurde unter dem Deckmantel “Eurorettungsschirm” sukzessive in allen Eurostaaten ausgeführt.

Allgemein war man wohl bestrebt, den am 2.2.2012 vom EU-Rat unterzeichneten ESM-Vertrag schnellstmöglich abzuhaken. Frankreich schien es besonders eilig gehabt zu haben und erledigte seine demokratische Pflichtübungen in Rekordzeit: Der Vertrag wurde nur 3 Wochen später am 21.2.2012 im Parlament abgenickt und am 28.2.2012 ratifiziert. Fertig!

Mögen die Franzosen sich nicht an alte Bräuche erinnern, sollten sie jemals erfahren, dass Sarkozy am 21.2.2012 heimlich ihre Finanzverfassung geschreddert hat.

* Anna-Lena Kirch, Daniela Schwarzer
Arbeitspapier der FG 1, 2012/Nr. 02, März 2012
SWP Berlin

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thomas pritzl
thomas pritzl (gaitox) - 24.03.2013 17:27 Uhr

Ernstfall statt Konditional

« böse Folgen » wie niedlich und wenig konkret, weil ohne Präzedenz. Könnte, würde, müsste... Alles konditional ... Sich einfach mal auf den Ernstfall einlassen: Also Zypern geht Pleite, die EU muss daraus die systemischen Erkenntnisse ziehen und dann einen geordneten "Wiederaufbau" starten. Dies wäre sicherlich erkentnissreicher als all diese Spekuliererei von "Experten"... Milliarden wir es ohnehin kosten.

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Wolfgang Sunderbrink
Wolfgang Sunderbrink (seew) - 24.03.2013 12:00 Uhr

Es ist "alternativlos"

Zypern bankrott gehen zu lassen. Zypern ist NICHT systemrelevant, gleich was Politiker so sagen. Nicht umsonst redet jetzt die Kanzlerinvom "Sonderfall". Das ändert aber nihts dara n, daß Zypern mangels Altern ativen am überkommenen Wirtschaftsmodell festhalten will und wird. Damit íst jede Grundlage für Hilfen seitens der EU verschwunden.

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Peter Koch
Peter Koch (Belziger) - 24.03.2013 10:35 Uhr

Zypern zum allein Schuldigen zu machen,

ist einfach. Aber Zypern ist (noch) Mitglied der EU. Brüssel und die anderen Wichtigtuer wußten, was für ein idiotisches Bankensystem die Inselaner haben - dagegen gemacht wurde NICHTS! Und jetzt zeigt man mit dem Finger auf die Zyprioten, als wären sie für das Subvensionssystem der EU allein verantwortlich.
Sollte Zypern aus dem Euro rausfliegen, werden sich andere Länder fragen, ob sie die nächsten sind. So macht man den Euro (gottseidank) und Brüssel (gottseidank) kaputt. Der richtige Weg zu einem Europa der Vaterländer. Ich halte das für "alternativlos".

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.03.2013 13:16 Uhr
mathias dumke

Das Klappern luxemburgischer Zähne ist bis hier in den Norden zu hören.

Zu blöde, das ihr "Ich-lüge-wenn-es-ernst-wird"-Mann sich bereits abgesetzt hat.
Aber immerhin haben wir noch genug "auf-einem-guten-Weg"-Leute, die uns allabendlich die Nachtruhe vergällen können.

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mathias dumke

Zypern gehörte zu den ärmsten Ländern dieser Welt vor dem Euro und der EU.

Aber zumindest gab es Landflecken auf denen Oliven und Melonen wuchsen.
Mit der Aufnahme in die EU wurden in Zypern diese arbeitsintensiven Tätigkeiten eingestellt und man konzentrierte sich ganz auf das Organisieren und Verteilen der Subventionen.
Und so geschah das Wunder: Zypern, GR und alle anderen Mittelmeeranrainer der EU wurden zu einem Wunderland der Natur, selbst auf nacktem Felsen wuchsen -hochsubventionierte- Olivenbäume, die die Menschen reich machten.
Sollten Zyperns Banken kollabieren, so wird mit Hilfe des dt. Steuerzahlers und den Millionen von Olivenbäumen jeder dort sein bekömmliches Auskommen haben.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.03.2013 13:46 Uhr
Günter K. Hesse
Günter K. Hesse (v6yz) - 24.03.2013 13:46 Uhr

Nettoeinkommen pro Kpf mittlerweile höher als in D

Aus IWD vom 14.3.2013 kann man ersehen, dass Zypern mittlerweile (Daten für 2009) ein höheres "Durchschnittliches monatliches Nettoeinkammen" als D aufweist: Zypern 2.162 Euro, D 1.822 Euro. "Steuern und Sozialbeiträge in Prozent des Nettoeinkommens" : Zypern 9,8, D 30,0. Noch fragen?

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Teito Klein

Geschäftsmodell gescheitert

Das Geschäftsmodell Zyperns ist gescheitert. (Steueroase, Geldwaschanlage).
Jetzt ist Zypern pleite. Die EU soll retten. Das aber funktioniert nicht.
Erst hat Zypern die Forderungen von EU, IWF und EZB nach einer Einbeziehung der Anleger geschlossen abgelehnt, dann wollten sie die Rentenkassen plündern, jetzt bieten sie an, daß die "Großanleger" der „Bank of Cyprus“ mit 20% beteiligt werden sollen. Für andere Banken gilt 4%. Die „Laiki-Bank“ soll zerschlagen werden. Anlagen über 100.000€ werden in die Bad Bank überführt. Das hätten die Zyprer billiger haben können.
Und wenn Zypern jetzt pleite geht, so what! Zypern ist NICHT systemrelevant!

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arthur hund

Vertrauen - schnell verloren, ganz schwer wieder zu gewinnen

Die Finanzwelt baut doch angeblich auf Vertrauen auf, und der ganze Euro-Rettungszirkus hat doch angeblich das Ziel, das Vertrauen in den Euro, den ESM und die Wirtschaft der EU zu stärken. Die zypriotische Politik der vergangenen Woche lässt grösste Zweifel daran entstehen, ob die Entscheidungsträger des Landes das Prinzip verstehen, und unterstützen. Zypern hat das Vertrauen in seine Finanzwirtschaft für Jahrzehnte verspielt und wird nun zu einer Belastung für die EU. In der jetzigen Situation ist Glaubwürdigkeit das wichtigste Gut, das die Troika erhalten muss. Der Schaden, den ein windiger Deal mit einem so fragwürdigen Partner wie Zypern anrichten würde, ist vermutlich weitaus grösser als die Folgen der Insolvenz einiger Banken, und der darauf vielleicht folgende Staatsbankrott Zyperns. Es wird Zeit, anstatt weitere Rettungskartenhäuser zu bauen wieder ehrlich zu werden und auf die Erde zurückzukommen.

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 24.03.2013 08:55 Uhr

Zitat aus obigem Artikel "..... wo ebenfalls die Banken sich mit Krediten verspekuliert haben."

Die Banken haben nicht spekuliert, denn sie haben das Geld in die sicherste Anlagen die es gab investiert, in Anleihen europäischer EURO-Staaten. Ohne Währungsrisiko und wenn man nach den Regularien von Basell II + III sowie Insolvency II geht, auch ohne Emittentenrisiko. Nach wie vor kann in diese Anleihen ohne Unterlegung mit Eigenkapital von Banken und Versicherungen investiert werden - im Gegensatz zu den Anleihen von Siemens, hier ist eine Eigenkapitalunterlegung erforderlich. Die Schuldigen sind somit nicht die sogenannten Spekulanten, sondern die Politiker aufgrund deren Wirkens wir jede Menge von "failed States" und damit entsprechender Schrottpapiere in Europa haben. Gelernt haben sie nichts daraus, denn eine Eigenkapitalhinterlegung für diese Papiere ist auch heute nicht notwendig.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.03.2013 14:27 Uhr
gisbert heimes

"Die Banken haben nicht spekuliert"

Was die Staatstitel angeht, konnten sie sich in der Tat bis dato auf der sicheren Seite wähnen. Aber selbstverständlich haben sie bei der Erfindung, Verbriefung und dem Handel mit den konstruierten Produkten der deregulierten Finanzmärkte in vordester Linie mitgetan. Was die Notenbanken und Regierungen in die jetzige Bredouille gebracht hat. Immer diese Klitterungen.

Im übrigen gingen die Forderung nach Deregulierung vom Finanzsektor und der 'Wissenschaft' selbst aus und war keine 'Erfindung' der Politik. Diese war freilich zu dumm und eigensüchtig, um die Gefahr rechtzeitig zu erkennen.

Noch was, wo Sie so auf Basel II + III rekurrieren: es waren und sind die Banken, die sich gegen 'allzu strenge Regularien' und Auslegungen wehren. Vorige Woche wurde im Bundestag über Gesetzentwürfe verhandelt, die Einschränkungen für Immobilienfonds beinhalteten. Sofort warnte die Branche vor einer 'Überregulierung'. So sieht's an der Regulierungsfront aus.

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Sven Peters
Sven Peters (SNOOPY23) - 24.03.2013 08:45 Uhr

Ursachen

Auf das zypriotische "Geschäftsmodell", Oligarchen und deren Schwarzgeld verbal einzuprügeln hat derzeit Hochkonjunktur.
Die Ursachen der Eurokrise in Bezug auf Zypern mag leider niemand so gern beleuchten, da die von uns gewählten Volksvertreter und deren Politiker der Blockparteien eigentlich die Verursacher der Zypernkrise sind.
Das zypriotische "Geschäftsmodell" aus Scheinfirmen, aufgeblähten Banken, Schwarzgeld und Beihilfe zur Steuerhinterziehung existiert nicht erst seit gestern.
Wie konnte Zypern mit diesem "Geschäftsmodell" im Jahr 2008 der Eurozone beitreten? Eigentlich nur erklärbar im Größenwahn unser eigenen Politiker und Eurofanatiker. Es wurde wie im Rausch alles negative ausgeblendet - nur für die Einführung des Euro in Zypern (wie in Griechenland).
Hätten unsere eigenen Politiker verantwortungsvoll gehandelt, Zypern hätte niemals den Euro einführen können und eine Staatspleite Zypern wäre heute nur eine Randnotitz.

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henning strothjohann

Das System funktioniert nur solange die Menschen darauf vertrauen

und das Vertrauen schwindet EU weit! Und wenn ich sehe, mit wieviel Mrd. Deutschland bürgt, haftet oder auch schon tatsächlich zahlt wird mir schwindelig. Auch daß D für seine Beamten so gut wie keine Pensionsrückstellungen betreibt (in Zypern aber sehrwohl) und sich hier summierte Forderungen von mehreren Billionen ansammeln wird mir ebenfalls mulmig.

Wenn das deutsche Durchschnittsvermögen 51 TD € beträgt und man in Zypern von Kleinsparern redet, wenn deren Sichteinlagen bei Banken weniger als 100 TD € betragen, dann ist da irgendetwas gewaltig faul.

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Martin Winkler

Auch für ungezogene Kinder bleiben die Eltern übergangsweise verantwortlich.

Die EU sollte eine angemessene Übergangsfrist mit Kontrolle des Kapitalverkehrs zur Einführung einer lokalen Währung stellen, wenn weiterhin keine validen Beschlüsse aus Nikosia kommen. Aber eine Woche ist hierfür definitiv zu wenig. Mann kann ein Land und seine Bürger nicht unkontrolliert in den Bankrott schicken. Zypern ist eine Demokratie, deren Wahlfreiheiten inklusive Zwangsabgabe für Kleinsparer zu akzeptieren sind. Brüssel steht in der Verantwortung damit angemessen umzugehen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.03.2013 13:21 Uhr
Jürgen Dannenberg

Wer

ist Brüssel?

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Karl Haessner

Bankrun am seidenem Faden

Den Satz: "....könnten Bürger in größeren Krisenländern wähnen, auch ihr Geld sei vor Enteignung nicht geschützt...", können Sie ruhig auch auf alle anderen Länder, insbesondere auf Deutschland, ausdehnen. Warum tun Sie das nicht, Herr Hank und Herr Siedenbiedel?

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Paul Banaschak

Was ist, wenn ... - Dann besteht die Hoffnung, dass wieder liberale Politik verwirklicht wird

Das wäre sehr gut.
Wie schreibt Herr Geiger, der von der FDP zur "Alternative für Deutschland" gewechselt ist:
Die Politik der FDP in der Europa– und Bankenrettungspolitik ist ein Bruch aller liberalen Prinzipien, die mich vor gut 26 Jahren zum Eintritt in die FDP bewogen haben", schrieb Geiger seinem Ortsverband. Und weiter: "Die FDP will die Partei der Marktwirtschaft sein und verrät die ethische Grundlage der Marktwirtschaft – die Verknüpfung von Freiheit und Haftung. Zu den Kleinen kommt der Gerichtsvollzieher, zu den Großen die Bundesregierung."

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Klaus Friedrich
Klaus Friedrich (kahuna) - 24.03.2013 07:24 Uhr

Wenn Zypern kentert wird es eng für Mario Dragi

Denn der überwiegende Teil der Staatsanleihen Zyperns ist bei der EZB als Sicherheit hinterlegt! Man schätzt an die 12 Milliarden Euro. Würde Zypern kippen, wäre dies dramatisch für die EZB & Co. Deshalb werden sämtliche Rechtsbrüche begangen um seine eigene Haut zu retten. Erbärmlich oder?

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Paul Banaschak

Alternative für Deutschland

muss es heissen, nicht "der Anti-Euro Professor".
Es gibt übrigens nicht einen Professor, der den EUR für Unsinn hält, sondern es sind deren sehr sehr viele. Nur ganz wenige Professoren, genauer gesagt, eine verschwindende Minderheit, halten den EUR für rüchtig.
Ich glaube, dass mehr als 90% der Wissenschaftler weiss, dass Zypern nur mit einer eigenen Währung wieder auf die Beine kommen kann.
Glück auf für die "Alternative für Deutschland".

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Erwin Stahlberg

Das Sterbeglöckchen für die EU würde dann eingeläutet

“Stirbt der Euro stirbt Europa”
--- sagte unsere Bundeskanzlerin.

Wir können nur hoffen, daß die EU-Länder gemeinsam
einen „PLAN B“ für die Auflösung der EU parat haben.

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Peter Herbeck M.A.

Herr Hank fragen Sie doch einmal Peer Steinbrück nach seiner Meinung, wenn er eine hat..........

........ bei der HRE- "Hypo Real Estate" hat der Staat die Haftung der haftenden Bank -HypoVereinsbank-übernommen. Peer hatte es nicht kapiert, erst nachdem es fünf nach zwölf war. Also vergessen Sie meine Bitte hinsichtlich der Frage, sorry. Wollte nur auf die sozialdemokratische Kompetenz verweisen, der Name der Parteizeitung "Vorwärts" spricht hier jedenfalls nicht Bände.

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Karl Hammer

Ist schon komisch wenn man drüber lachen kann, das Europa in "großen Nöten" ist.

Oder sind hier vielleicht nur bestimmte Leute in großen Nöten?
Das sie uns ausnehmen ist ja immer schon so gewesen, aber in letzter Zeit sind sie doch recht dreist geworden.

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Otto Kaldrack

Einmal

muss endlich Schluss sein mit der Rettung von Banken, die sich auf faule
Geschäfte spezialisiert haben. Dabei gibt es in "D" eine, die derartige Ge-
schäfte mit dem Vorstandsvorsitz belohnt.

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23.03.2013, 20:57 Uhr

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