Home
http://www.faz.net/-gqu-757dp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Bedingung für Hilfspaket IWF fordert Schuldenschnitt für Zypern

Der IWF macht Druck bei der Rettung Zyperns. Nach einem Medienbericht ist ein Schuldenschnitt Bedingung für ein Hilfspaket der Eurostaaten. Der Bankenverband schließt die „Ultima Ratio“ nicht aus.

© dapd Vergrößern Unter den Eurostaaten ist ein Teilerlass für Zypern umstritten

Der Internationale Währungsfonds fordert einem Pressebericht zufolge einen Schuldenschnitt für Zypern und setzt damit die Euroländer unter Druck. Der IWF wolle das Rettungspaket der Eurostaaten in der bisher geplanten Form nicht mittragen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Der deutsche Bankenverband schließt einen teilweisen Schuldenerlass für das Krisenland nicht aus. Im Bemühen um internationale Hilfe beschloss das zyprische Parlament unterdessen den geforderten Sparhaushalt für 2013.

Ohne einen Schuldenschnitt werde Zypern nach Ansicht des IWF auch nach Abschluss von Reformen nicht in der Lage sein, seine Zinslast zu tragen, schrieb die „SZ“ unter Berufung auf Verhandlungskreise. Unter den Eurostaaten ist ein Teilerlass für Zypern allerdings umstritten. Gegner eines Schuldenschnitts erinnern daran, dass der erzwungene Forderungsverzicht privater Gläubiger für Griechenland eine Einzelfall bleiben sollte. Würde dieses Versprechen gebrochen, fürchten sie um die Glaubwürdigkeit der gesamten Eurozone.

Mehr zum Thema

Das drittkleinste Mitglied der Währungsunion benötigt Hilfen in Höhe von rund 17 Milliarden Euro. „Die Lage in Zypern ist wesentlich dramatischer als die in Griechenland“, zitierte die Zeitung einen ranghohen EU-Beamten.

Der Bundesverband der deutschen Banken hält einen teilweisen Schuldenerlass für eine denkbare Lösung von Zyperns Finanzproblemen. „Vielleicht ist ein Schuldenschnitt auch in diesem Fall die Ultima Ratio“, sagte Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer im Deutschlandfunk. Einen solchen Schritt müsse man aber von allen Seiten anschauen. Die von Kritikern befürchteten Folgen hält er für nicht so gravierend. „Der Vertrauensverlust wäre nicht so riesig, weil Griechenland und Zypern sehr häufig in einen Topf geworfen worden sind“, erklärte Kemmer.

Mit großer Mehrheit billigte das zyprische Parlament am Mittwoch den Haushalt 2013, der sowohl massive Ausgabenkürzungen als auch Steuererhöhungen vorsieht. Die Maßnahmen waren in Gesprächen mit der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem IWF vereinbart worden. Die Wirtschaft Zyperns wird Prognosen zufolge im kommenden Jahr weiter schwächeln, das Bruttoinlandsprodukt vermutlich um rund 3,5 Prozent schrumpfen und die Arbeitslosigkeit 13,7 Prozent erreichen.

Quelle: FAZ.NET/dapd

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Athens Schuldenprobleme Und jeden Tag grüßt die Krise

Griechischer Staatsbankrott? Grexit? Oder schnelle neue Kredite? Wahrscheinlich ist, dass sich der Streit der Eurostaaten mit Athen bis in den Herbst schleppt – und vielleicht in Neuwahlen endet. Mehr Von Werner Mussler, Brüssel

17.04.2015, 16:16 Uhr | Wirtschaft
Schuldenschnitt oder Bankrott? Wie geht es weiter in Griechenland?

Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung plädiert für einen Schuldenschnitt in Griechenland. Welche Möglichkeiten bleiben Griechenland? Mehr

18.02.2015, 18:19 Uhr | Wirtschaft
Anleihen Griechenlands Zinsen schießen in die Höhe

Griechenlands letzte private Kreditgeber machen sich immer mehr Sorgen um ihr Geld. Die Zinsen auf die Staatsanleihen steigen. Mehr

17.04.2015, 15:10 Uhr | Finanzen
Griechenland Merkel lehnt Schuldenschnitt erneut ab

Die Bundeskanzlerin hat sich für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone ausgesprochen, knüpfte aber gleichzeitig weitere Hilfen an eine Fortsetzung der Reformpolitik. Mehr

31.01.2015, 10:36 Uhr | Wirtschaft
Sterbehilfe Strafrechtler wenden sich gegen strengere Gesetze

Weit mehr als hundert Professoren und Praktiker sprechen sich in einem Aufruf dagegen aus, dass die Strafbarkeit der Sterbehilfe ausgeweitet wird. Sie warnen vor einem Systembruch, dessen Auswirkungen nicht absehbar sind. Mehr Von Reinhard Müller

14.04.2015, 18:30 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.12.2012, 10:09 Uhr

Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Neue alte Deutsche Bank

Von Holger Steltzner

Die Deutsche Bank wollte immer zu den besten Banken der Welt gehören. Der Börsenkurs spricht eine andere Sprache. Was nun als Ergebnis strategischer Überlegungen verkauft werden soll, ist teils ein Gebot der Not. Mehr 27 35


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden