Home
http://www.faz.net/-gqe-7h7ye
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Wirtschaftskrise in Griechenland Eurogruppen-Chef will keine Spekulation über Schuldenschnitt

Griechenland wird wohl weitere Unterstützung benötigen. Doch über einen Schuldenschnitt will Eurogruppen-Chef Dijjsselbloem nicht spekulieren. Irland werde das Hilfsprogramm dagegen bald verlassen.

© dpa Angestellte der Stadt Athen protestieren gegen Reformen.

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hält es für wahrscheinlich, dass das hochverschuldete Griechenland weitere Unterstützung benötigt. „Es ist realistisch anzunehmen, dass weitere Hilfe wahrscheinlich ist“, sagte der niederländische Finanzminister am Donnerstag vor dem Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments in Brüssel. Die Probleme Griechenlands könnten bis Ende 2014, wenn das derzeitige zweite Hilfsprogramm ausläuft, nicht gelöst werden. Die Eurogruppe habe jedoch stets gesagt, dass weitere Unterstützung nötig sein könne.

Im deutschen Wahlkampf hatten zuletzt Äußerungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) über ein mögliches drittes Hilfsprogramm für Griechenland für Wirbel gesorgt. Die letzte Bewertung der internationalen Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) habe gezeigt, dass Griechenland Fortschritte mache und die Wirtschaft des Landes Anfang des nächsten Jahres wieder wachsen könne, sagte der Eurogruppen-Chef. Dennoch seien weitere Anstrengungen notwendig. Im November soll demnach der nächste Troika-Bericht vorliegen.

Irland verlässt das Rettungsprogramm

Die Bedingungen, zu denen Griechenland weitere Unterstützung erhalten könnte, könnten aber erst im kommenden Jahr bewertet werden, sagte Dijsselbloem. Dem Niederländer zufolge könnten dazu „wenn nötig“ auch weitere Maßnahmen gehören, den Schuldenberg des Landes zu verkleinern. Ob dazu auch ein weiterer Schuldenschnitt zählt, ließ er offen. „Spekulationen“ darüber seien zu diesem Zeitpunkt „nicht hilfreich“, sagte der Vorsitzende der Eurogruppe. Die Bundesregierung lehnt einen weiteren Gläubigerverzicht bislang ab.

Das Hilfsprogramm für den irischen Haushalt soll dagegen wie geplant Ende dieses Jahres auslaufen. Irland wird nach den Worten Dijsselbloems Unterstützung für einen reibungslosen Ausstieg aus dem internationalen Hilfsprogramm erhalten. „Irland hat sehr gute Leistungen gebracht und wird das Programm verlassen, und es wird Maßnahmen geben, den graduellen Ausstieg zu unterstützen“, sagte er. Details nannte der Eurogruppenchef allerdings nicht. Irland musste im November 2010 als zweiter Euro-Staat nach Griechenland mit Hilfsgeldern seiner Partner vor der Pleite gerettet werden.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
EU-Kommission zu Griechenland Schuldenschnitt? Kein Problem!

Der Internationale Währungsfonds fordert einen Schuldenschnitt für Griechenland, damit er sich am nächsten Hilfsprogramm beteiligt. Die EU-Kommission antwortet: Das ist vollkommen vereinbar. Mehr

31.07.2015, 15:46 Uhr | Wirtschaft
Schäuble Schuldenschnitt fällt unter Bailout-Verbot

Krisentreffen in Brüssel am Dienstagmittag: Die Finanzminister der Eurogruppe beraten über die Lage nach dem Referendum in Griechenland. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sagte vor dem Treffen, der Druck laste jetzt auf den Griechen. Mehr

07.07.2015, 16:39 Uhr | Politik
Griechenland-Krise Schäuble will EU-Kommission entmachten

Nach Ansicht des Bundesfinanzministers kann die Kommission nicht EU-Regierung und Hüterin der Verträge sein. Er denkt daran, die Funktionen an politisch unabhängige Behörden auszugliedern. Mehr Von Werner Mussler, Brüssel

29.07.2015, 17:52 Uhr | Wirtschaft
Schäuble Kein Schuldenschnitt für Griechenland erforderlich

Wolfgang Schäuble widerspricht Medienberichten: Laut dem Bundesfinanzminister dringt der Internationale Währungsfonds IWF nicht auf einen Schuldenschnitt für Griechenland. Schäuble wies entsprechende Meldungen zurück. Mehr

05.05.2015, 15:51 Uhr | Wirtschaft
Verhandlungen über Hilfe Jetzt geht’s in Athen ans Eingemachte

Das dritte Hilfspaket steht auf dem Programm: Nun können die Detail-Verhandlungen dazu zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigern losgehen. Aus der Troika wird eine Quadriga, Syriza steht vor der Zerreißprobe und die Zeit drängt - mal wieder. Mehr

24.07.2015, 13:28 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 05.09.2013, 12:28 Uhr

Sanktionen schärfen

Von Benjamin Triebe

Rund ein Jahr liegt die bedeutendste Verschärfung der Sanktionen gegen Russland zurück. Die an sie geknüpften Hoffnungen mögen trügerisch gewesen sein. Dennoch wäre es falsch, sie aufzugeben. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Junge Männer sind oft arbeitslos

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland ist gut; das spürt auch die junge Generation; die Jugendarbeitslosigkeit sinkt. Allerdings: Frauen profitieren stärker von der Entwicklung als Männer. Mehr 1