http://www.faz.net/-gqu-7hm4q
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 18.09.2013, 07:33 Uhr

Europas Schuldenkrise Spanien will mit Rentenreform 30 Milliarden sparen

In Spanien werden die Renten nicht mehr automatisch mit der Inflationsrate steigen. Das soll dem Staat 30 Milliarden Euro Ausgaben ersparen in zehn Jahren.

© dpa Die Rentenreform ist die nächste Etappe in Spaniens Kampf gegen die Krise

Spanien geht eine wichtige Reform an: Die Renten sollen nicht mehr automatisch mit der Inflationsrate steigen. Damit könnten innerhalb von zehn Jahren rund 33 Milliarden Euro eingespart werden.

Ein Reformentwurf sieht vor, künftiger Anhebungen an eine komplexe Formel zu koppeln und nicht mehr nur an die Teuerungsrate. Erstmals einfließen sollen beispielsweise die Zahl der Pensionäre und die Finanzlage der Sozialkassen. Für das Jahr 2014 und die Folgejahre ist damit lediglich ein Anstieg der Renten von mindestens 0,25 Prozent garantiert, was klar unter der erwarteten Inflationsrate von ein bis zwei Prozent liegt. Inhaltlich hatte Arbeitsministerin Fatima Banez die Reform bereits vor zwei Wochen skizziert.

Die Europäische Union fordert von Spanien seit Jahren eine Rentenreform. Bislang hat sich Regierungschef Mariano Rajoy dem aber widersetzt, um die rund neun Millionen Rentner seines Landes nicht zu verärgern.

Renteneintritt weiter mit 65 Jahren

Es wird erwartet, dass die Regierung ihre Rentenreform in den kommenden Wochen vorstellt und noch in diesem Jahr verabschiedet. Dadurch sollen bereits im nächsten Jahr die Rentenausgaben um 800 Millionen Euro sinken. Eine zunächst erwogene schnellere Anhebung des Renteneintrittsalters von derzeit 65 auf dann 67 Jahre ließ Rajoy indes fallen.

Die Rentenreform soll Spanien helfen, sein hohes Haushaltsdefizit einzugrenzen. Die Regierung plant, dass es von 6,5 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) in diesem Jahr auf 5,8 Prozent im kommenden Jahr, auf 4,2 Prozent in 2015 sinken und 2016 dann 2,8 Prozent betragen soll.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Renten-Debatte CDU-Politiker Spahn plädiert für Anhebung des Rentenalters

Die Lebenserwartung steigt, also muss auch das Renteneintrittsalter steigen, sagt CDU-Politiker Jens Spahn. Bei der Riester-Rente sieht er ebenfalls Änderungsbedarf. Mehr

22.08.2016, 11:21 Uhr | Wirtschaft
Essen Gabriel hält Rente mit 69 für bekloppte Idee

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat sich bei seiner Sommerreise in Essen gegen den Vorschlag der Bundesbank ausgesprochen, das Renteneintrittsalter auf 69 Jahre zu erhöhen. Mehr

21.08.2016, 18:53 Uhr | Politik
So lange arbeiten Angestellte in anderen Ländern Bekloppte Finnen, Dänen, Niederländer?

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat die Idee der Rente mit 69 heftig attackiert. Er sollte sich umschauen. Zehn EU-Länder sind weiter als Deutschland. Mehr Von Heike Göbel und Kerstin Schwenn, Berlin

22.08.2016, 10:38 Uhr | Wirtschaft
Zur Rente in die Sonne Nobeldorf für Briten an der Algarve

Im Süden Portugals ist es wärmer als in England, die Lebenshaltungskosten sind niedriger – darum ziehen immer mehr britische Rentner an die Algarve, um ihren Lebensabend hier zu verbringen. Das portugiesische Nobeldorf Monte da Palhagueira in der Nähe von Faro bietet den Ruheständlern von der Insel neben Villen auch medizinische Versorgung, und das alles auf Englisch. Mehr

23.08.2016, 11:42 Uhr | Reise
F.A.S. exklusiv Höheres Rentenniveau könnte Milliarden an Mehrkosten verursachen

Die aktuellen Pläne zur Erhöhung des Rentenniveaus könnten richtig teuer werden. Renten-Experte Axel Börsch-Supan hat einmal durchgerechnet. Mehr

20.08.2016, 17:57 Uhr | Wirtschaft

Für den Steuerzahler

Von Kerstin Schwenn, Berlin

In Zeiten steigender Haushaltsüberschüsse sollte in Berlin das Bewusstsein dafür reifen, dass dieses Geld großenteils dem Steuerzahler gebührt. Die Leistungsträger haben das verdient. Mehr 1 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Türkeikrise bremst Fusionen und Übernahmen

Die Krise in der Türkei bestimmt weiter die Schlagzeilen. Aber was bedeutet sie für die Wirtschaft? Dazu gibt es jetzt eine erste Schätzung. Und die sieht ziemlich erschreckend aus. Mehr 0