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Schuldenkrise Finnland ringt Griechenland Geld ab

Finnland wird im Gegenzug für Kredite an Griechenland Sicherheiten aus Athen erhalten. Diese Vereinbarung haben beide Länder geschlossen. Damit hat Finnland als einziges der am Rettungspaket beteiligten Euroländer so etwas ähnliches wie ein Pfand.

© picture-alliance / dpa Vergrößern Helsinki: Im traditionell europafreundlichen Finnland werden europaskeptische Stimmen immer lauter

Finnland erhält von Griechenland Geld dafür, dass es sich am zweiten europäischen Rettungspaket für Griechenland beteiligt. Diese Vereinbarung haben beide Länder am Mittwoch geschlossen. Das von Griechenland hinterlegte Geld werde Finnland in risikoarme Anleihen investieren, sagte die finnische Finanzministerin Jutta Urpilainen am Mittwoch in Helsinki. Langfristig werde die Summe durch Zinszahlungen der risikoarmen Anleihen auf den Betrag anwachsen, mit dem Finnland für Griechenland über den europäischen Krisenfonds EFSF bürge. Falls Griechenland seinen Verpflichtungen nachkomme, erhalte das Land das Geld zurück.

Damit hat Finnland als einziges der 16 am zweiten, 109 Milliarden Euro großen griechischen Rettungspaket beteiligten Euroländer so etwas ähnliches wie ein Pfand in der Hand, falls Griechenland Kredite nicht zurückzahlen sollte. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagte, das finnisch-griechische Abkommen solle es der Regierung und dem Parlament in Helsinki erleichtern, den neuen Hilfen des Euroraums für Griechenland zuzustimmen. Das Parlament soll im September darüber entscheiden.

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Die jüngsten Parlamentswahlen hatten zum Erstarken euroskeptischer Positionen in dem traditionell europafreundlichen Finnland geführt. Die Partei „Wahre Finnen“ war im April mit 19 Prozent der Stimmen gemeinsam mit den Sozialdemokraten zweitstärkste Fraktion geworden. Die „wahren Finnen“ sind zwar nicht an der Regierung beteiligt. Aber in Helsinki heißt es, seit der Wahl hätten in fast allen Parteien euroskeptische Politiker an Bedeutung gewonnen – vor allem unter den Sozialdemokraten, die in der von sechs Parteien getragenen Regierung die Finanzministerin Jutta Urpilainen stellen.

Als sich im Juni ein neues europäisches Rettungspaket für Griechenland abzuzeichnen begann, hatte Finnland an der Seite Deutschlands gegen eine Umschuldung gefochten. Als am 21. Juli dann das Rettungspaket beschlossen wurde, hatte Finnland nur unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass es dafür Sicherheiten erhält. Der griechische Finanzminister Venizelos hob am Mittwoch hervor, anders als ursprünglich gefordert erhalte Finnland von Griechenland keine realen Sachwerte wie Immobilien sondern Geld.

Griechenland erhält die 109 Milliarden Euro vom europäischen Krisenfonds EFSF, der sich mit Anleihen am Kapitalmarkt finanziert. Die europäischen Staaten garantieren für die Anleihen entsprechend einem europäischen Schlüssel. Die Beteiligung des 5 Millionen Einwohner starken Finnlands ist mit 1,7 Prozent nicht groß, aber dennoch wichtig, weil das Land ein „AAA“-Rating hat. Nur weitere fünf von 17 Euroländern haben ein „AAA“-Rating. Dazu gehört auch Deutschland, das 27 Prozent der Mittel des EFSF garantiert. Je mehr Länder mit „AAA“ für EFSF-Anleihen bürgen desto sicherer ist, dass die Anleihen des EFSF mit „AAA“ bewertet werden.

Quelle: F.A.Z.

 
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