Home
http://www.faz.net/-gqu-6m7fo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Schuldenkrise Auch Österreich fordert Pfand für Griechenhilfe

Nachdem Finnland mit Griechenland Sicherheiten als Voraussetzung für die Nothilfe ausgehandelt hat, pocht Österreich darauf, dass alle EU-Staaten gleich behandelt werden. Es dürfe keine Sonderregelung für Finnland geben.

© REUTERS Vergrößern Der Stephansdom in Wien

Österreich will sicherstellen, dass alle EU-Staaten in der Griechenland-Hilfe gleich behandelt werden. Finnland hatte mit Athen als Voraussetzung für eine Hilfe in dieser Woche Sicherheiten ausgehandelt. Aus Sicht Wiens sind solche Garantien nicht notwendig. Doch wenn sie eingeführt würden, werde sich auch Österreich darum bewerben, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Donnerstag.

Michaela Seiser Folgen:  

Die Regierung erwartet nun, dass die Details der Vereinbarung in den nächsten Sitzungen der EU-Institutionen zur Sprache kommen werden. Der Auftrag des EU-Rates sei aber klar gewesen, dass es um ein Modell für die Mitgliedstaaten gehe und nicht um eine Sonderregelung für Finnland.

Mehr zum Thema

Der finnischen Zeitung „Helsingin Sanomat“ sagte der Sprecher, auch die Niederlande, die Slowakei und Slowenien hätten im Rat signalisiert, an Sicherheiten interessiert zu sein, falls eine Einigung erzielt werde.

Als Sicherheiten könnten grundsätzlich Vermögenswerte oder Finanzmittel dienen. Würden aber Vermögenswerte eingesetzt, würde dadurch die Privatisierung in Griechenland behindert. Zudem nütze es Österreich wenig, wenn man Geld für Projekte brauche und stattdessen eine griechische Insel in Händen halte. Auch Finanzmittel müssten von anderen Eurostaaten bereit gestellt werden. „Österreich hat viel getan und viel gezahlt und auf diese Weise würde es also jetzt für die Garantien zahlen, die Finnland bekommen soll. Das macht keinen Sinn“, sagte der Ministeriumssprecher.

In der Bundesregierung, die alles darauf setzt, die 17 Länder des Euroraums beieinanderzuhalten, wird das Ausscheren Finnlands mit großer Skepsis beobachtet. Wenn jetzt alle Länder Sicherheiten für ihre Stützungskredite verlangten, sei Griechenland nicht mehr in der Lage, die Schulden zu bedienen, hieß es. Genau dies aber sei nötig, um wieder Vertrauen in den Euro aufzubauen.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Schwächelnde Konjunktur Eurogruppen-Chef wirft Berlin fehlenden Eifer vor

Die Wirtschaft in Europa fällt zurück. Das liegt aber nicht nur an Frankreich und Italien, findet der Chef der Euro-Finanzminister Jeroen Dijsselbloem. Auch Deutschland dürfe sich nicht auf seinen Reformen ausruhen. Mehr Von Patrick Welter, Washington, und Werner Mussler, Brüssel

12.10.2014, 20:07 Uhr | Wirtschaft
Sklavenarbeit in Griechenland

In Griechenland arbeiten Tausende illegale Saisonkräfte. Auf der Halbinsel Peloponnes etwa ernten sie für einen Hungerlohn Erdbeeren und Kartoffeln. Teilweise werden die Tagelöhner wie Arbeitssklaven behandelt. Es kam sogar schon zu Gewalt. Mehr

04.09.2014, 12:05 Uhr | Wirtschaft
Eurokrise EZB erleichtert griechischen Banken Zugang zu Geld

Anleger machen sich wieder mehr Sorgen um Griechenland. Angeblich stellt die Europäische Zentralbank den Banken des Landes einfacher Geld zur Verfügung. Der IWF sorgt sich um Europas Banken insgesamt. Mehr

16.10.2014, 14:21 Uhr | Wirtschaft
Raucherparadies Österreich

Jugendliche Raucher sind für Österreich ein großes Problem. Eine aktuelle Studie zeigt: In keinem anderen Land der OECD rauchen mehr junge Menschen als hier. Mehr

09.05.2014, 15:10 Uhr | Politik
Mittelstandsanleihen-Ticker Deutsche Forfait mit hohem Verlust

Das Rating des Hemdenherstellers Seidensticker sinkt auf B+. Stefan Lübbe, Mehrheitsaktionär des Bastei-Lübbe-Verlags ist unerwartet verstorben. Mehr

14.10.2014, 15:20 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 18.08.2011, 20:36 Uhr

Näher an die rote Linie

Von Philip Plickert

Schritt für Schritt nähert sich die EZB dem Kauf von Staatsanleihen. Wenn die Konjunktur weiter schwach bleibt und die Inflationsrate Richtung Nulllinie sinkt, wird der Druck enorm groß, diese „atomare Option“ zu zünden. Mehr 3 4


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --