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Veröffentlicht: 29.11.2013, 12:12 Uhr

Rating-Herabstufung Die Blase in den Niederlanden ist geplatzt

Lange galten die Niederlande als Hort der Stabilität. Nun sinkt ihre Bonität. Das Land kämpft mit einer eigenen Immobilienblase. Und es gibt weitere Probleme. FAZ.NET nennt die drei wichtigsten.

© dpa

Die Niederlande kennen viele Deutsche noch als Kämpfer für die Stabilität in der Eurokrise. Wenn es Streit darüber gibt, wie Staaten am besten auf die Krise reagieren sollten, stehen die Niederlande meist an der Seite Deutschlands - wie zuletzt, als in der Europäischen Zentralbank ein Streit um die Zinssenkung ausbrach.

Heute aber hat die Ratingagentur Standard & Poor's den Niederlanden das beste Rating aberkannt. Jetzt wird jeder auf einige Dinge aufmerksam, die aufmerksame Leute schon länger wussten: Das Land kämpft schon seit einiger Zeit mit seinen eigenen Schwierigkeiten.

1. Die Immobilienblase ist geplatzt

Einst durften Immobilienkäufer in den Niederlanden ihre Kreditzinsen von der Steuer absetzen. Das half, eine Immobilienblase aufzublähen. Doch in der Zeit nach der Finanzkrise sind auch in den Niederlanden die Immobilienpreise weit zurückgegangen. Heute sind Häuser rund 20 Prozent weniger wert als im Jahr 2008.

2. Die Niederländer sind hoch verschuldet

In der Blase durften Immobilienkäufer sich mehr Geld leihen, als ihr Haus überhaupt wert war. Das haben die Menschen ausgiebig genutzt. Inzwischen übersteigen die Schulden privater Haushalte die jährliche Wirtschaftsleistung der Niederlande. Darunter leidet auch der Staat: Im Februar verstaatlichte er den Finanzkonzern SNS Reaal, der auf dem Höhepunkt der Finanzkrise schon mal Geld für seine Rettung gekostet hatte.

3. Die Konjunktur ist schwach

Ein Aufschwung könnte den Niederländern aus ihrer Misere helfen. Aber davon ist nichts zu sehen. Die Schwierigkeiten auf dem Immobilienmarkt drücken die Wirtschaft eher weiter in die Krise. Die Arbeitslosigkeit ist heute doppelt so hoch wie im Jahr 2009. Während Deutschlands Wirtschaft sich aus der Finanzkrise wieder erholt hat und inzwischen wieder mehr Wohlstand schafft als zuvor, sind die Niederlande davon noch weit entfernt. Die Ratingagentur Standard & Poor's rechnet damit, dass das Land erst im Jahr 2017 so weit sein wird.

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