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Negativer Ausblick : Moody’s stuft ESM und EFSF herab

  • Aktualisiert am

Der Euro-Rettungsschirm verliert an Kraft Bild: dapd

Die Ratingagentur Moody’s senkt die Bonitätsnoten von ESM und EFSF von „Aaa“ um eine Stufe auf „Aa1“. Der Ausblick für bleibt negativ. Die Abstufung ist unter anderem eine Folge der schlechteren Bonität Frankreichs.

          Der Euro-Rettungsschirm büßt sein Spitzenrating ein. Die Agentur Moody’s senkte die Bonitätsnoten von ESM und EFSF von „Aaa“ um eine Stufe auf „Aa1“. Der Ausblick für beide bleibt negativ, das heißt, es drohte eine weitere Absenkung.

          Die Abstufung sei unter anderem eine Folge der schlechteren Bonität des Euro-Schwergewichts Frankreich, erklärte Moody’s am späten Freitag in Frankfurt. Moody’s hatte Frankreich vor einer guten Woche ebenfalls von „Aaa“ auf „Aa1“ abgestuft. Das hatte die Ratingagentur damit begründet, dass sich Frankreichs langfristige wirtschaftliche Wachstumsaussichten eingetrübt hätten.

          Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) ist der Nachfolger des zeitlich begrenzten Rettungsschirms EFSF. Ein schlechteres Rating kann grundsätzlich die Aufnahme von frischem Geld verteuern und erschweren. Von der Bewertung durch die Ratingagenturen hängt oft ab, zu welchen Konditionen Staaten oder Institutionen sich an den internationalen Finanzmärkten Geld besorgen können.

          ESM-Chef Klaus Regling reagierte mit Unverständnis auf die Entscheidung von Moody’s. Die Agentur begründete die Abwertung von ESM und EFSF vor allem mit der Bedeutung Frankreichs bei den Euro-Rettungsmaßnahmen. „Frankreich ist der zweitgrößte Unterstützer der beiden Finanzinstrumente“, erklärte Moody’s. Deren Kreditwürdigkeit hänge nun einmal von der Kreditwürdigkeit seiner wichtigsten Unterstützer ab. Es sei nicht mehr vollends sicher, dass Paris seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem ESM einhalten werde, erklärte Moody’s. Der Anteil Frankreichs am ESM beträgt 20,4 Prozent. Wichtigstes Land ist Deutschland mit 27,1 Prozent, es führt weiter die Bestnote Aaa.

          Regling sagte, die Entscheidung von Moody’s sei „schwer zu verstehen“. „Wir sind mit der Herangehensweise der Ratingagentur nicht einverstanden“, erklärte Regling in Brüssel. Unter anderem habe Moody’s die besondere Stabilität des ESM, die von den einzelnen Staaten eingegangenen politischen Verpflichtungen und die Kapitalstruktur nicht ausreichend berücksichtigt.

          Moody’s hatte Frankreich Anfang vergangener Woche die Bestnote für seine Kreditwürdigkeit entzogen. Die Ratingagentur senkte die Note für Paris ebenso wie jetzt ESM und EFSF auf Aa1 und begründete dies unter anderem mit der mangelnden französischen Wettbewerbsfähigkeit. Es gebe ein „Risiko“ für Frankreichs Wirtschaftswachstum und „zahlreiche Strukturdefizite“ wie einen „rigiden Arbeitsmarkt“, erklärte Moody’s am 19. November. Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor’s hatte Frankreich bereits im Januar die Bestnote aberkannt.

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