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Kommentar : Berge von Schulden

Auf der europäischen Schuldenlandkarte gibt es riesige Berge und nur wenige Täler. Deutschland scheint solide. Doch es haftet für die Schuldenberge der anderen.

          Auf der europäischen Schuldenlandkarte gibt es riesige Berge und nur wenige Täler. Insgesamt steigt das Schuldenniveau trotz aller Sparbemühungen mit einem erschreckenden Tempo. In den Krisenländern der Peripherie sind die Schuldenquoten zum Vorjahr mit zweistelligen Raten gewachsen, am schlimmsten in Griechenland, Irland und Portugal.

          Die Rezessionen erodieren die Wirtschaftskraft, selbst bei gutem Willen und geringerer Neuverschuldung steigen daher die Schuldenstände rasend schnell. Den Brüsseler Schönreden zum Trotz befinden sich die Krisenländer nahe am Abgrund. Europa ist tief gespalten.

          Als leuchtendes Vorbild relativ solider Finanzen erscheint allein Deutschland. Doch Vorsicht: Über diesen halbwegs guten deutschen Zahlen schwebt das Damoklesschwert gigantischer Haftungszusagen. Die „Euro-Retter“ rechnen mit zu optimistischen Annahmen, vor allem in Griechenland.

          Wenn Athen noch einen Schuldenerlass benötigt, dann schlägt das in den deutschen Haushalt ein zweistelliges Milliarden-Loch. Vor der Wahl wird das dem deutschen Steuermichel nicht gesagt. Aber zum Teil haftet er schon für die riesigen Schuldenberge anderer Staaten.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

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          Quelle: F.A.Z.

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