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Kardinal Peter Turkson „Was Portugal durchmacht, ist für Entwicklungsländer normal“

 ·  Kardinal Peter Turkson ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Heute ist er einer der einflussreichsten Männer des Vatikans. Im Interview mit der F.A.Z. ruft er die Krisenstaaten Europas dazu auf, ihre Ansprüche herunterzuschrauben.

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Heino Ewerth
Heino Ewerth (Illoinen) - 16.07.2013 11:35 Uhr

Der Vergleich hinkt!


Ich bin zwar kein Freund der Kirche, aber offenbar hat man im Vatikan eine tiefere Einsicht in die Ursachen und Folgen der Finanzkrise als im Bundeskanzleramt. Wenn ich in den Favelas in Rio de Janeiro, Soweto in Süd Afrika oder anderswo in den Elendsvierteln dieser Welt geboren und aufgewachsen bin, ist es was anderes, als wenn man in Ländern geboren und aufgewachsen ist wo es diese "Elendsviertel" noch nicht gibt. Es ist schon ein Unterschied in Elend und Armut geboren zu werden, als nach 30 Jahren harter Arbeit aussortiert worden zu sein?

In den erst genannten, zählt der Mensch, in den zweit genannten zählt nur Verachtung ohne Anerkennung und man nimmt ihnen das Gefühl Mensch zu sein! In Europa werden Menschen verächtlich „Penner“ genannt, sind von der Gemeinschaft ausgeschlossen und werden verprügelt und tot getreten. Deshalb kann man Armut in den Armenvierteln dieser Welt, mit Armen in der westlichen Welt nicht vergleichen. Viele vergessen auch woher sie einmal kamen.

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Stefan Gruner

Das "schoene Leben"...

beginnt fuer den Einen beim eigenen Moped, fuer den Anderen aber erst beim eigenen Hubschrauber. In einer oekonomisch und kulturell diversifizierten Gesellschaft sind auch die Vorstellungen von "schoen" sehr diversifiziert. Insofern bringt es zunaechst nur wenig, wenn der Kardinal die sehr Reichen von aussen darauf hinweist, dass man auch mit 50000 Euro "schoen" leben kann --- solche Worte kann der Reiche nicht verstehen, weil sein Begriff von "schoen" ein ganz anderer ist. Dieser Erkenntnisprozess kann nur allmaehlich "im Inneren" des Einzelnen aufkeimen. Selbst die groessten Ausnahme-Asketen der Religionsgeschichte, egal ob Buddha im Orient oder Franziskus von Assisi im Okzident, haben Jahre oder gar Jahrzehnte gebraucht, um sich aus eigener Kraft (ohne Befehl von Aussen) von ihren materiellen Verstrickungen zu loesen. Uebrigens findet man Gier beileibe nicht nur bei Atheisten ausserhalb der Kirche, sondern auch unter den Christen in der Kirche.

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Peter Nicol
Peter Nicol (pnicol) - 15.07.2013 07:42 Uhr

Mit frommen Sprüchen

kann dieser Zustand nicht beendet werden. Auch nicht wenn man die populären forderungen wie Finanztransaktionssteuer wiederkaut. Besser wäre sicher eine Steuer auf Waffen und eine möglichst vollständige Abschottung von weiteren Waffen.

In D hätte man mit den bisherigen "Hilfen" für "GR" jeder Familie die Anzahlung für ein Reihenhaus schenken können. Das kann man nicht mal so eben spenden und dann fröhlich darauf verzichten. Auch dann nicht, wenn wir letztlich auf eine Rückzahlung des gleichen Wertes verzichten müssen.

Wenn wir die 9800 Milliarden bedenken, die vornehmlich Südeuropäische Banken noch in den Büchern haben, auf die deutsche Bevölkerung verteilen, ist das bestimmt keine Spende mehr. Allerding hat eine gewaltige Gier, diesen Schuldenberg entstehen lassen.
-
Es waren nicht die Banken, die ihre Schuldner zur Unterschrift unter diese Kreditverträge gezwungen haben.

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Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 14.07.2013 15:41 Uhr

„Was Portugal durchmacht, ist für Entwicklungsländer normal“

Das stimmt. Und gerade deswegen sind sie doch Entwicklungsländer. Entwicklungsland bedeutet miserables Land. Organisatorisch miserabel. Und das sicher wegen Gier und Dummheit der Verantwortlichen in diesen miserablen Ländern. Und wenn Deutschland seine Ansprüche herunterschraubt und sich von Barroso beraten lässt, dann wird Deutschland nicht nur Portugal helfen, noch viel länger Entwicklungsland zu sein, sondern wird Deutschland selbst zu Entwicklungsland.

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Herbert Sax
Herbert Sax (H.Sax) - 14.07.2013 13:58 Uhr

Wir wären etwas weiter wenn die Kirche sich ausschließlich auf ihren Esoterik-Bereich konzentrieren

Als Ratgeber in Finanzfragen ist die Kirche nur kompetent wenn es um ihr eigenes Geld geht. Das einzige bei dem der Kardinal recht hat ist dass die Krise nicht wie eine Naturkatastrophe kam. Wer sich von den Südländern für den Euro entschieden hatte dem musste auch klar sein dass er ein wichtiges Finanzinstrument verliert, nämlich die Abwertung seiner Währung, wenn er nicht bereit ist den Arbeitsmarkt zu öffnen, die Bürokratie zurückzudrängen und die Wirtschaft zu entfesseln. Das jammern nützt jetzt nichts. Es bleiben immer noch zwei Wege. Endlich Reformen anzupacken oder aus dem Euro auszutreten. Wir halten niemand zurück.

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mathias dumke

Die Durststrecke der europäischen Sahelzone dauert allerdings schon 2 Jahrhunderte,...

und deren Zusammenschluss heißt jetzt "EU".
Da ist es gut, dass diese failed-states einen Zahlmeister gefunden haben, dessen Nomenklatura bereit ist, dieses zukünftige 2 Jahrhunderte durchzuhalten.
Zur Zeit wird in den Nordstaaten das Wohlstandsniveau nivelliert, damit der Unterschied nicht ganz so krass auffällt unter "Freunden".

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Herbert Kern
Herbert Kern (pleiades) - 14.07.2013 09:28 Uhr

"Cor Unum“

"Cor Unum“, der die humanitären Hilfsaktionen des Heiligen Stuhls in Krisen- und Katastrophengebieten organisiert. Ich kenne den Präsidenten dieses Rates sehr gut und weiß, wie oft er in Länder wie Haiti, Venezuela und Syrien reist. Und wann immer er aufbricht, bringt er Geld für die Notleidenden mit."

Stichwort Haiti! Was ist aus all den weltweiten Hilfen für Haiti geworden? Aus den Krankenhäusern/Operationseinrichtungen?
Alles im Sande verlaufen?
Komisch, man hört nichts mehr was mit den zahllosen Spenden- und Hilfsgeldern angestellt wurde.
Der Wiederaufbau des Präsidenten-"Palastes" war doch wohl nicht das Ziel der bereit- und hilfswillig gegebenen Spendengelder.

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Gerhard Storm

Kardinal Peter Turkson hat recht: Wie D können auch die Sorglosstaaten nur mit anstrengender

Durststrecke bei verminderten Ansprüchen wieder ihre Kreditwürdigkeit und Properität wiedergewinnen. Die €-rettungsverrückten EU-EZB-IWF-Dummköpfe haben allerdings die armen Sorglosstaaten an das ständige kostenlose Geldannehmen und -ausgeben so gewöhnt, dass es für diese nicht leicht ist, ihren Bürgern den neuen way of life zu verklickern. Auch hier gilt: Besser, ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Ein ungefärbt Gemüte / von deutscher Treu und Güte / macht uns vor Gott und Menschen schön

So dachte und dichtete schon der Barocktheologe Erdmann Neumeister. Nun, es ist damals und heute ein frommer Wunsch voller Selbsttäuschung geblieben. Von „deutscher Treu und Güte“ ist allzu oft wenig zu sehen. Und sind nicht vielmehr Untreue und Heimtücke am Werk, wenn die deutsche Obrigkeit den Kräften der Gier in die Hände spielt, indem sie der Bürger Hab und Gut dem Zugriff der internationalen Finanzindustrie preisgibt und zur Begründung Rettungslegenden in die Welt setzt, die als medial vermittelte Propaganda die Hirne der Untertanen benebeln?

Wer die Religion aus der Welt heraushalten und auf Seelen- und Jenseitsfürsorge eingrenzen möchte, macht sich zum Knecht ausbeuterischer Kapitalinteressen unter dem Deckmantel des Liberalismus und verweigert sich der sehr politischen Botschaft des Jesus von Nazareth. Nicht von ungefähr verlangt Erdmann Neumeister in der Fortsetzung seinen obigen Textes:

Der Christen Tun und Handel,
Ihr ganzer Lebenswandel
Soll auf dergleichen Fuße stehn.

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arthur hund

Ansprüche gegen Ansprüche

Die Logik des Kardinals könnte die Widersprüchlichkeit seines Denkens und das Dilemma der Definition von "Gerechtigkeit" im Wirtschaftsleben nicht deutlicher machen: Warum sollten die Bewohner der wirtschaftlich stabilen Länder der EU aus Caritas die EU-Krisenstaaten alimentieren, wo es den Bewohnern Griechenlands und Portugals im Vergleich zu den meisten Ländern dieser Erde doch wirtschaftlich ganz ausgezeichnet geht? Warum liegt das moralische Dilemma nur bei den Bankstern der Finanzzentren? Besteht dasselbe moralische Dilemma nicht in Griechenland wenn es um die Unterstützung mittelloser Armutsflüchtlinge aus Afrika geht? Was ist der moralische Anspruch, auf den sich die Forderung nach Finanzhilfe spanischer Hausbesitzer gründet, die sich verspekuliert haben, gegenüber deutschen Rentnern und Sparern? Es gibt auf allen Ebenen die moralische Verpflichtung, nicht durch unverantwortliches wirtschaftliches Handeln andere zu schädigen. Wirtschaftlicher Erfolg ist nicht per se unmoralisch.

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Joachim Lohner

Was Portugal durchmacht, ist für Entwicklungsländer normal

Mr. Turkson, Jesus trug ein Holzkreuz, was für ein Metall tragen sie am Hals?

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Hermann-Josef Breuer

»Steuer auf Finanzgeschäfte einführen«

Diese Forderung Turksons ist entlarvend: Im Vatikan haben nicht mehr die Christen das Sagen, sondern gottlose Sozialisten. Kein Wunder, daß es der Kirche so schlecht geht.

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Margaretha Wijck van

Entwicklungslander reicher.

Jezt sind die Entwicklungslander gerettet mit 6 Mal so viel Current Account Balance als die Advanced Economies (IMF World Economic Outlook tables). Das konnte die Folge einer verraumerder Geldpolitik sein, aber daruber gibts es kein Datenkriterien in die referierte Statist-
tiken. Die Ausleihungspolitik würde in der umgekehrte Richtung weiterlaufen, aber damit wären die Advanced Economies nicht kongratuliert: das wäre lnur mehr Schulde liefern. Die IMF-Politik ist schwer veraltert: ein Belastungsfreie, Schuldfreie und Interestfreie Supply-Politik auf Monetare Unions Basis wäre Losung geben, aber diese offene Tur wird geschlossen gehalten bei hypokrite,
quasi-integere Okonomische und monetare Inkompetenz.

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Holger Büttner

anecken

Ich denke, auch die Kirche hat keine Lösungen für die aktuelle Krise. Dies ist auch nicht Ihre Aufgabe, schon deshalb nicht, weil das Wirtschaften nicht Ihre originäre Aufgabe ist.

Aber sie hat die Pflicht sich einzumischen, wenn es um menschliches Fehlverhalten geht: "Verantwortlich für diese Krise sind Menschen, die zu kurzsichtig entschieden haben und die zu schnell Profite wollten." Jesus hat den Menschen auch den Spiegel vorgehalten und ist dabei angeeckt. Dies ist die Aufgabe der Kirche, auch wenn sie es manchmal selber falsch macht.

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Moritz Voss
Moritz Voss (Movossi) - 13.07.2013 22:38 Uhr

Jetzt betet auch ein Kirchenmann das dumme Märchen der Austerität,

das jenes die Krise verschärft haben wir doch praktisch in Europa gesehen. Merkel hat es zwar auch noch nicht begriffen, oder will es nicht begreifen, das ein Geistlicher dann doch so schwach im Geiste ist finde ich belustigend. Aber Glaube hilft da nunmal nicht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.07.2013 12:26 Uhr
Walther Schmidt

@ Voss

Stimmt, gegen die Schulden Krisenländer hilft nur Geld ausgeben und mehr Schulden machen. Herr Voss, an der Krise führt kein Weg vorbei. Denn der Lebensstandard muss sich nach den Einnahmen richten. Und die Einnahmen der Krisenländer hängen von den Produkten ab, die man produziert - und zwar ohne, dass man sich übermäßig bei anderen Ländern verschuldet. Auch Saus und Braus muss irgendwo herkommen. Sie können Ihr Geld gerne spenden.

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Walther Schmidt

Was für ein schöner Anspruch, aber man kann es nicht ernst nehmen.

Jetzt verstehe ich: Also wenn es um das Geld der Kirche geht, dann "scheint" die Kirche nur reich. Lieber Kardinal, das ist nicht nur der Schein, der so schön glänzt. Das ist schon echtes Gold. Und die Gemälde sind auch alle echt. Und die vielen Flugreisen vom Kollegen? Die kosten auch viel Geld. Selbstverständlich weiß ich, dass dies alles getan wird, um den Herrn zu preisen. Und natürlich muss es auch immer wieder Einzelne geben, die die Regeln nicht einhalten. Aber denen sollen wir verzeihen und auf das verliehene Geld sollte verzichten nicht schwer fallen. Aber der Herr sagt auch, dass ein schlechter Diener des Herrn ist, wer nichts macht aus den ihm anvertrauten Talenten (Matth, 25, 14). Und wer falsch Zeugnis redet gegen seinen Nächsten, verstößt gegen die Gebote des Herrn. Und wer vom Staate Leistungen erwartet, für die dieser Kredite aufnehmen muss, sollte auch hernach bereit sein, für diese Kredite Steuern zu zahlen. Morgen ist die rechte Zeit für Sonntagsreden gekommen.

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Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.07.2013 18:03 Uhr
Walther Schmidt

Säkularisation ist doch wohl nicht das Thema, oder?

Also ich bin nicht der Meinung, dass man über den Vorgang der Sakularisation im Zusammenhang mit dem Interview von Bischof Turkson reden muss. Grundsätzlich ordne ich dem Eigentum nach Art 14 GG hohe Bedeutung zu. Wenn Sie jetzt zeitlich so weit zurückgehen und den Petersdom zur Indoor-Skihalle umfunktionieren wollen, dann erinnere ich mich an meinen Schulunterricht. Bekanntlich ist der Bau des Petersdoms mit Ablassbriefen finanziert worden. Was man davon zu halten hat, hat Martin Luther deutlich gesagt. Ich selbst bin evangelisch, habe aber katholische Vorfahren. Womöglich gehörten meine Vorfahren auch zu den Geschädigten des seinerzeitigen organisierten Betrugs von Herrn Tetzel. Und wieviele Schenkungen von Adelsbesitz an die kath. Kirche in der Geschichte am Sterbebett erfolgten, will ich besser nicht wissen.

Über das Vermögen der katholischen Kirche kann man sehr lange reden.

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Cornelia  Holtmann

Ein wunderbares Rechtsverständnis, Herr Schmidt,

wenn Sie etwas für erfreulich halten, ist das auch rechtmäßig. Wir müssten dann aber alle privaten Eigentumsverhältnisse infrage stellen, so wie die DDR das gemacht hat. Oder gelten Ausnahmen nur für die Kirche?

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Walther Schmidt

"Wollen Sie darüber diskutieren"

Die oben genannte Frage bezog sich nur auf den Umstand, dass das Verweisen auf andere hinsichtlich Ihrer Sünden oder Leistungsfähigkeit nicht den christlichen Geboten entspricht. Ich bin verwundert, wenn Sie darüber diskutieren wollten.

Ihre Aussage zur Säkularisation betrifft die BRD. Dass die Kirchen durch die Sakularisation Eigentum abgegeben haben, ist erfreulich. Ebenso erfreulich wie der Umstand, dass die Erzbischöfe von Köln, Mainz und Trier auch nicht mehr den deutschen König wählen.

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Cornelia  Holtmann

Allerdings will ich darüber diskutieren, Herr Schmidt.

Denn zunächst einmal müssen Sie wohl daran erinnert werden, dass die teilweise staatliche Finanzierung der Kirchen als Entschädigungszahlungen für die widerrechtlichen Enteignungen kirchlichen Besitzes im Zuge der Säkularisation vereinbart wurden (der Kirche wird also nicht einfach etwas geschenkt).

Darüber hinaus kostet die Instandhaltung der Kirchen und der Kunstwerke eben Geld, und dieses Geld muss der Staat nicht aufbringen, wenn die Kirche ihm die Arbeit abnimmt. Die Alternative wäre, dieses kulturelle Erbe dem Verfall anheimzugeben.

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Walther Schmidt

Welchen Zweck hat denn die Lagerung der schönen Gemälde? Werterhalt!

Die Kirchen sind in vielen Ländern erheblicher Grundeigentümer, insbesondere auch in den europäischen Krisenländern und in vieler Hinsicht steuerlich privilegiert. Es ist doch kein Zufall, dass es in diesen Ländern Probleme mit der Einführung einer Grundsteuer gibt. Dabei besteht das Kircheneigentum nicht nur aus sakralen Gebäuden. Was die unermesslichen Kunstschätze in den Kellern des Vatikans für den Dienst am Herrn bezwecken, weiß ich nicht bzw. siehe oben. Die Bezahlung der kath. Pfarrer erfolgt in Deutschland nach A 13. Wenn man sich dann hinstellt, und äußert, die Kirche "scheine" nur reich, hilft das ebenso weiter, wie die Aussage, dass die BRD nur reich scheine. "Reich" ist relativ und auf die anderen zu zeigen, widerspricht den Geboten Christi. Wollen Sie darüber wirklich diskutieren?

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Cornelia  Holtmann

Und soll die Kirche jetzt die "echten" Gemälde verkaufen, Herr Schmidt?

Soll die Kirche den Petersdom verkaufen, damit Investoren hier eine Indoorskihalle betreiben können? Wissen Sie, Herr Schmidt, es gibt Reichtum, der Geld kostet. Kirchen müssen nämlich erhalten, Kunstwerke restauriert und sachgerecht gelagert werden. Welchem Kirchenoberen können Sie ein Luxusleben nachsagen? Kardinal Ratzinger hatte eine 1,5-Zimmer-Wohnung gemietet, bevor er Papst wurde.

Gerade die Amtsträger der Katholischen Kirche leben in der Regel in recht bescheidenen Verhältnissen. Sie wissen, dass auch der jetzige Papst als Kardinal in Buenos Aires noch nicht einmal ein Auto besessen hat?

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Joachim Schroeder

Böses Omen?

'Vielmehr geht eine Nation nach der anderen in die Knie'
So sollte uns der Kardinal doch nicht zu lange auf die Folter spannen,
sondern die seiner Organisation nachgesagten Transzendenz nutzen,
um uns zu sagen, wann das entscheidende Land in die Knie gehen
wird, die das marode Gebäude dieser EUdSSR endgültig zusammen-
stürzen läßt, damit wir uns rechtzeitig darauf einstellen können.
Oder sollte etwa das Land des Interviews als böses Omen gedeu-
tet werden?

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Peter Thiesen

Geld und Kirche - immer wieder erfrischend

"Gier gilt in der katholischen Kirche als Todsünde!" Ach, ja... und das, wo gerade wieder einmal in Sachen Geld und Kirche etwas schief lief und ein Vatikan-Banker beim Schmuggeln von 20 Millionen Euro erwischt wurde... Zu ärgerlich auch, aber vergessen! Das mit dem Herunterschrauben der Ansprüche ist ein schönes Wort zum Sonntag. Diese EU ist bereits eifrig dabei, die Ansprüche der Bürger immer weiter herunterzuschrauben, ob sie aus einfachen oder mittelständischen Verhältnissen kommen. Es gilt, das Geld der Milliardäre und Banken zu retten. Gegen diesen Raubzug an den Bürgern werden wir selbst außerhalb der Kirche nicht gegenanbeten können...

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Closed via SSO

In meiner Kirche habe ich immer gelernt, dass Kirchendiener,...

...sich mit konkreten politischen Handlungsvoschlägen zurückhalten sollten, wenn sie nicht über detaillierte ökonomische Sackkenntnisse verfügen. Das Evangelium ist kein Sozialismus.
Die Sorge für die Armen kann nicht durch eine staatlich bevormundete Enteignung der Reichen Gestalt annehmen.
Wenn Griechenland zu viel Geld ausgibt, dann muss es lernen, wie man einen ordentlichen Haushalt führt. Wenn wir Griechenland helfen wollen, dann müssen wir auf radikale Reformen dringen. Umverteilung ist nur Symptombekämpfung.
Das Evangelium hat eine viel größere Sprengkraft als Moralismus, Pazifismus, Sozialismus.
Es lässt sich nicht in ein politisches Programm pressen.
Es ist die Geschichte der Befreiung, die Erlösung von unseren Sünden, die Heilung des Risses zwischen Gott und Mensch. Man sollte es nicht sozialistisch verstellen und verkürzen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.07.2013 11:42 Uhr
Heino Ewerth
Heino Ewerth (Illoinen) - 16.07.2013 11:42 Uhr

Sie verwechseln da etwas!

Ursachen und Wirkung nicht verwechseln! Hätte Deutschland nach Euroeinführung nicht alles niederkonkurriert, wäre Griechenland nicht in diese Situation gekommen. Denn mit Einführung der Währung hatten und haben die kleinen Länder keine Chance mehr sich zu wehren. Das wusste Deutschland auch vorher, oder glauben Sie wirklich Deutschland hätte nicht vorher gewusst wen sie da aufnehmen? Wie auch Portugal, Irland etc. Wie sind denn die sog. Reichen zu dem Reichtum gekommen? In der Mehrheit durch Ausbeutung!

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Andreas Gehrmann

Schade!

Bis zum letzten Absatz konnte ich zustimmen! Dann kam die Gehirnwäsche doch noch zum Vorschein! Volkswirtschaft ist keine Sache die ein Mann wie Turkson versteht. Er versteht auch nicht, dass viele Entwicklungsländer schlicht ausgebeutet werden: Von ausländischen Konzernen mit Hilfe einer korrupten Politik. Das ist überall das gleiche Spiel. Wer das Buch von Perkins (Economic Hitman) gelesen hat, weiß um die "Prozeduren". Bisher betraf das aber nur die Entwicklungsländer - mittlerweile hat man sich von der Peripherie zum Zentrum - Europa - vorgearbeitet. Wer nun glaubt, dass uns im reichen Deutschland das nicht betrifft, hat nicht begriffen, welche Dimensionen die "Eurorettung" hat. Es ist das gleiche Spiel und sonst nichts!
Oder anders: "Die Bank gewinnt immer" - konkreter: Die Herren der Geldschöpfung gewinnen immer! Denn diese bestimmen die Politik und die Verteilung der Ressourcen auf diesem Planeten.
LG Traumschau

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12.07.2013, 16:30 Uhr

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