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Wahlen in Italien Politiker fürchten den Komiker Grillo

 ·  Statt wirtschaftspolitischer Diskussion gibt es nur viele Versprechen vor den Parlamentswahlen in Italien. Der Außenseiter Beppe Grillo könnte das Land künftig unregierbar machen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (23)
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Sandra Lenghi

Bei aller Sympathie für Grillo...

...aber für mich macht ihn sein Stil trotzdem inakzeptabel - wie den Rest aller italienischen Politker. Er ist eher von der vulgären Sorte, das hat er mit Silvio gemein.
Ansonsten kommandiert er M5S eher autokratisch - wer ihm nicht mehr passt, oder Kritik äussert wird ausgeschlossen. Schwangere Frauen sind auch nicht so sein Ding, da erinnere ich mich auch noch an die kürzlich vorgefallene Episode, bei der eine schwangere M5S Kommunalpolitikerin ihrer Ämter entbunden wurde, weil sie diesen wegen ihrere Schwagerschaft angeblich nicht mehr nachgehen konnte. Einfach mal Tavollaci oder Salsi oder Mira im Zusammenhang mit Grillo googlen. Dann wird aus der Lichtgestalt ein ganz normaler italienischer Poliktclown. Unwählbar wie alle anderen auch. Der Letzte macht bitte das Licht aus.

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Hans-Jörg Rechtsteiner

@Frau Grossmann-Walter, Herr Sandoli, Herr Krause - vielen Dank für Ihre Berichte aus Italien!

Die Berichterstattung in D über die Grillini ist vollkommen verzerrt und stellt die Dinge auf den Kopf. Die ÖR-Propaganda klebt dem "Movimento 5 Stelle" in den Nachrichtensendungen das abwertende Etikett "populistisch" auf. Auch wirft man die Grillo-Bewegung gern mit der Mafia und mit Berlusconi in einen Topf, um dann zu behaupten, Italien drohe nun endgültig das Chaos und die Unregierbarkeit.

Das Gegenteil davon ist wahr. Die Grillini sind populär und nicht populistisch, sie sind die schärfsten Feinde der Mafia und des Berlusconismus. Beppe Grillo steht für eine starke basisdemokratische Reformbewegung und stellt für die Herrschenden eine weit größere Gefahr dar als vormals Girolamo Savonarola, Galileo Galilei oder Giordano Bruno.

Liebe italienische Mitforisten: Bitte berichten Sie fleißig weiter aus dem schönsten Land der Welt, dem meine große Sympathie ebenso gehört wie dessen Bewohnern.

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henning strothjohann

wir haben doch auch nur Komiker in der Politik

entweder man wird Zyniker oder läuft Amok.

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Christian Bergisch

Könnte das auch eine Alternative für Deutschland sein?

Wohl eher nicht. Wir haben schon genug Komiker im Parlament. Allerdings von der Sorte, bei der einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Was mich an Italien immer wieder erstaunt ist, daß die Leute dort immer mit Eifer und Leidenschaft bei der Sache sind, aber am Schluß immer wieder solch korruptes Volk wie Berlusconi nach oben geschwemmt wird. Warum man den überhaupt als Cavaliere bezeichnet habe ich ohnehin nie verstanden. Bei uns nennt man so jemanden einen Schmerlappen.

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Karin Gossmann-Walter

Die Politiker in Italien machen das Land unregierbar, Grillo wurde schon lange aus dem TV verbannt

und sind verantwortlich für den Stillstand. Wie sagte Grillo: woanders kommen die Korrupten ins Gefängnis, bei uns ins Parlament. Er ist Kabarettist, Schauspieler, Anklager

Viele Italiener sehnen sich einen Umbruch herbei, besonders die jungen Leute, die von der Poltikkaste sträflich vernächlässigt werden, mehr Bürgerdemokratie, weg vom Berlusconimus.
Weg von einem Berlsuconi, der wieder einmal das Blaue vom Himmel verspricht.

Italien ist ein schönes Land, es braucht dringend Erneuerung mit diesen Politmumien ist
das nicht zu machen.
Wenn die 5 Stelle ins Parlament kommen, kann es für Italien nur zum Vorteil sein. Ein Land braucht neue frische Gesichter, Aufbruch und nicht die, die schon Jahrzehnte im Parlament hocken, in erster Linie nur für sich etwas tun, dass Land verkommen lassen.

Italien ist ein schönes Land - es muss sich gegen seine Politiker, nicht nur gegen die Mafia ver-
teidigen. Mag es der UE nicht passen, an d. Grillini führt i. Italien kein Weg vorbei, forza !!!

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Roberto Sandoli

Grillo in Italien

Ich möchte mit einigen punkten zeigen worum es Herrn Grillo haptsächlich geht!
1)Vorbestrafte sollen künftig nicht mehr Wählbar sein,wir haben mehr als 100 vorbestrafte im Parlament sitzen die meisten wegen Mafiazugehörigkeit und Korruption!
2)Freie Information/Medien! Berlusconi besitz Mediaset(Unter anderem die Öffentlich rechtlichen Fernsehsender)und die Firma Mondadori(was vergleichbar dem AxelSpringer verlag wäre),die Deutschen wissen mehr über Berlusconi als die Italiener selbst!Seine Zeitungen läst er sich mit 1Milliarde im Jahr Subventionieren!!
3)Keine Wahlkampf erstattungen mehr für die Parteien!!!Allein die PD(Partito Demokratico)hatt in den letzen 4 Jahren 245millionen euro an Steuergelder erhalten!
4)Streichung eines gesetzes das sich SCUDO FISCALE nennt,das Gesetz besagt das Mafia Gelder die sich im Ausland befinden zurück nach Italien (ohne strafverfolgung und mit einer Steuer von nur 5%)geholt werden dürfen,jeder Arbeiter hatt 52% abgaben,auch da sind Milliarden zuholen

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.02.2013 15:14 Uhr
Karin Gossmann-Walter

..und deshalb ist es gut, wenn die 5 Stelle

ins Parlament einziehen !!

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Torsten Krause
Torsten Krause (tkrause) - 23.02.2013 00:16 Uhr

800.000 waren auf der Manifestation, nicht nur die Piazza San Giovanni war besetzt, sondern auch all

Seitenstrassen, wie zuletzt 1984, bei der Beerdigung von Berlinguer; Grillo ist kein Kandidat sondern Sprachrohr der Kandidaten einer basisdemokratischen Bewegung; die ziehen in Parlament und Senat ein und werden mit einer Art Parlamentsfernsehen, genannt "la cosa", saemtliche Ausschuss-Sitzungen in Echtzeit veroeffentlichen; die treiben Italiens Linke locker vor sich her, die CGIL mit eingeschlossen; Tangentopoli war das Ende der Sozialisten und der Christdemokraten, dies wird das Ende aller apparatschik, PD diesmal eingeschlossen; wenn Grillo ruft: Ergebt euch, Ihr seid umzingelt, soll dies heissen, dass das M5S von allen Ex-politikern Vermoegensaufstellungen einfordern will, um sich zurueckzuholen, was die Kaste uns in den letzten 20 Jahren gestohlen hat; unerheblich ob 1., 2. oder 3. Partei, der Tsunami aus Italien raeumt auch in Bruessel ab. Vergesst nicht, dass das Gewaltpotential in Italien viel hoeher ist, wir haben ja auch den Terrorismus viel intensiver erlebt.

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Wolfgang Richter

Unseriöser Sprücheklopfer

Außer "Vaffanculo" und einigen dummen, linken Sprüchen hat Grillo nichts zu bieten.
Hohler Populismus vom Peinlichsten und keine Spur von gangbaren Konzepten.
Leider bieten tiefe Krisen solchen Scharlatanen Chancen.
Italien hat Besseres verdient.

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Christopher Kern

...könnte das Land künftig unregierbar machen

... war das nicht schon immer so (zumindest in den letzten 50 Jahren)?

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joachim tarasenko

Unglaublich eingebildet

Mir fällt seit langem auf, dass die Deutschen immer noch die selber Arroganz und vermeintliche Überlegenheit zur Schau stellen wie vor 50 Jahren. Das muss bei denen im Blut liegen. Den Papst stilisieren sie zur Heiligenfigur hoch, die Totengräber der Nation, Kohl und Waigel werden als Visionäre hochgejubelt. Ich frag mich, wer hier die Komiker sind. Es sind die Italiener die das Narrenschiff mit D und F schleunigst verlassen wollen.

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Günter Düsterhus

Was wäre wenn

Grillo ist der einzige ernstzunehmende Demokratische Kandidat in Italien.
Aber wie lange würde er überleben, wenn er zwischen Mafia (Berlusconi)
und CIA( Dragi - Merkel - Goldman) zerrieben würde.
Wären die Italiener bereit eine basisdemokratische Bewegung zu unterstützen?
In Europa haben die Banken die Macht übernommen und schrecken vor
keinem Verbrechen (Liborbetrug) zur Bereicherung mehr zurück.
Die Bürger in Deutschland träumen und wachen erst auf, wenn die Massenentlassungen
beginnen und die Renten halbiert werden.

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Simon Eichendorff

"Wahlkampf erweist sich immer mehr als Risiko"

Demokratie ist ein unkalkulierbares Risiko, wenn die Wähler einfach das Falsche wählen ... Auf einmal wird klar, dass der Wähler ja eigentlich ein Blatt im Wind ist, und sich so leicht verführen läßt.
Nachtijall, ick hör Dir trapsen!

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 22.02.2013 16:30 Uhr

Arme EU-Kommissare!

Bei jeder Wahl in einem größeren Staat müssen zittern, ob eine ihnen genehme, EU-kompatible Regierung gewählt wird. Wäre das mal nicht der Fall, wäre es schnell vorbei mit ihrem netten Job in Brüssel.
Das kann doch so nicht bleiben. Europa braucht im Vertrag von Lissabon unbedingt einen Zusatz, der €uro- bzw. EU-feindliche Parteien verbietet. EU-feindlich ist dabei jede Partei, die sich gegen die Linie der EU-Kommission wendet.
Verbotsanträge sind durch die EU-Kommission bzw. durch die Einzelstaaten beim EUGH zu stellen. Der entscheidet dann auf Grundlage der Parteisatzung und sonstigen veröffentlichten Dokumente. Damit verhindert man das große Zittern um eine Italienwahl, hält England in der EU und kann darüber hinaus alle anderen EU-Ländermit dem €uro beglücken, die bisher die Einführung des € ablehnen.
Zudem: Volksbefragungen in Sachen EU-Mitgliedschaft sind zu verbieten.

Das sollte doch in einem nicht demokratischen, zentralistischen Staatsgebilde möglich sein.

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peter myer

dann hoffe ich mal das beste.

lieber ein clown als unsere berufskomiker- so fatalistisch denke ich mittlerweile.

und das grillo ein euro gegner ist, bringt ihm schon viel pluspunkte bei mir.

wenn die wahlergebnisse richtig optimal laufen, sehe ich sogar gute chancen, der ganze euro-quatsch kolabiert noch dieses jahr. trotz aller verwerfungen besser so, als ein dahinsiechen dies nächsten 10jahre.

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Jim Zu

345 Maßstäbe

"Weil es keine Diskussion über Alternativen zwischen wirtschaftspolitischen Konzepten mit Vor- und Nachteilen gibt" - Ganz im Gegensatz zur Debatte pro/contra EU?

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Andreas Debus
Andreas Debus (Nyarlat) - 22.02.2013 16:06 Uhr

Die Italiener wären ohne Euro besser dran, als unter deutschem Spardiktat zu kolabieren.

Sie haben die Wahl zw. einem zwanghaften Sparer der als Reichsverweser von der Trilateral Commission entsandt wurde (Das sind die, welche Zwanghaft die Märkte zum Nachteil aller dereguliert haben, und nun dem Fracking und der Atomkraft das Wort reden.) und einem Egomanen der sich vor dem Kitchen retten will. Da bleibt eigentlich nur der Grillo als Ausweg. Der sagt gleich das er Komiker ist. Die anderen machen einen auf "Ernsthaft" oder Pausenclown, dann doch lieber gleich das Original mit Waschmaschine ohne Wasserverbrauch.

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Carsten Hensch

Wilfried Schmickler oder Georg Schramm könnten bei uns auch viele Stimmen sammeln.

Würden wir damit unregierbar, nur weil diese "Komiker" unbequeme Wahrheiten anprangern?

Oder würden Sie uns ermöglichen, eine weniger verlogene Regierung aufzustellen?

Was ich über Grillos Bewegung weiß:
- Sie wollen die Wasserprivatisierung verhindern.
- Sie wollen die enormen Diäten der Abgeordneten halbieren.
- Sie wollen über einen Euro-Austritt abstimmen lassen.

Ich kann deren Wut auf's System gut verstehen.

Ich drücke Grillo die Daumen und wünsche uns ebenfalls eine solche Alternative.

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Peter Matthias

Was lernen wir daraus?

Demokratische Wahlen sind gefährlich für Europa, also schaffen wir die Wahlen endlich ab!

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Arne Peters
Arne Peters (Jahiro) - 22.02.2013 15:08 Uhr

Komisch, ...

es sind immer die Außenseiter und die Neuen, die ein Land "unregierbar" machen. Nie diejenigen die seit z.T. Jahrzehnten immer wieder an der Macht waren/ bzw. es gerade sind. Diejenigen, die die politischen Systeme benutzt und die Menschen rücksichtlos zu ihrem eigenen Nutzen ausgebeutet haben.

War in Griechenland und in Deutschland genauso.

Komisch, oder ?

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Detlev Henseler

Das wird ein böses Erwachen geben

Wenn in Italien sich die Meinung durchsetzen wird, das die bösen Deutschen mit ihren Sparvorschlägen immer nur gegen die Interessen der Anderen agieren, dann wird dies bedeuten, das jegliche Rufe nach Konsolidierung im Nichts verhallen werden. Die EZB wird wieder stärker gefordert werden und die Deutschen dürfen dann kräftig für dies alles bürgen. Geht das dann in die Hose, dann dürfen wir sogar zahlen. Das alles weiß ein Hr. Monti und auch ein Herr Bunga Bunga. Mit dieser Gewissheit lassen sich recht einfach Geschenke an die Wahlbevölkerung verteilen, für die am Ende wahrscheinlich wir einen nicht unerheblichen Teil aufkommen dürfen.

Da wird der Solidaritätsgedanke schon sehr arg strapaziert.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.02.2013 15:33 Uhr
Fritz Garbor

dann knallt der Euro nur schneller auseinander, evt. für alle das Beste!

....

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Andreas Debus
Andreas Debus (Nyarlat) - 22.02.2013 16:10 Uhr

Wie Paul Krugman schon sagte:

Wir haben ein einzigartiges gut gemeintes Experiment gewagt, das leider zum Scheitern verurteilt ist, weil die wichtigste Vorraussetzung nicht erfüllt war: Ein optimaler Währungsraum mit gleicher Wirtschaftskraft und Lebensbedingungen. Ebenso wie die gemeinsame Regierung fehlte.

Der Euro wird wohl nach einem Jahrzehnt der Stagnation zerbrechen.

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21.02.2013, 21:56 Uhr

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