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Folgen der andauernden Rezession Millionen Italiener in Armut - Plan für junge Arbeitslose

 ·  Die Wirtschaftskrise verringert den Wohlstand der Italiener: Jeder Fünfte kann seine Wohnung nicht ausreichend heizen. Die Regierung will nun gezielt die hohe Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen.

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Italiens Wirtschaft steckt seit Monaten in der Rezession und infolgedessen ist die Arbeitslosigkeit mittlerweile außergewöhnlich hoch in dem Land. Nicht absehbar ist bisher, wie das Land wieder mehr Wachstum und damit Beschäftigungsmöglichkeiten hervorbringen wird - die politische Konstellation in Rom hat bisher keine weitreichenden Reformen zustande gebracht. Viel Hoffnung ruht auf dem neu ins Amt gekommenen Ministerpräsidenten Enrico Letta.

Dabei drängt die Zeit, wie neue Zahlen der italienischen nationalen Statistikbehörde Istat zeigen: Jeder fünfte Italiener kann sich demnach nicht (mehr) leisten, die Wohnung ausreichend zu heizen, Fleisch ist für 17 Prozent der Bevölkerung ein Luxusgut, mehr als die Hälfte könne nicht einmal eine Woche im Jahr in Urlaub fahren, heißt es in einer Studie der Behörde. Insgesamt hätten im vergangenen Jahr 2012 rund 8,6 Millionen Italiener unterhalb der Armutsgrenze gelebt - das sind mit 14 Prozent der Bevölkerung doppelt so viele wie vor zwei Jahren. Die Kaufkraft der italienischen Verbraucher fiel Istat zufolge im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent, vor allem wegen kräftiger Steuererhöhungen. Und: Die traditionell hohe Sparquote sei in Italien zuletzt deutlich zurückgegangen und liege inzwischen unter den Werten für Frankreich oder Deutschland.

Generationen-Handschlag gegen Arbeitslosigkeit

Besonders leiden allerdings junge Menschen unter den schwierigen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen in der drittgrößten Volkswirtschaft der Währungsunion. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit mittlerweile 40 Prozent deutlich höher als vor Ausbruch der Finanzkrise - und dieser Wert ist zugleich außerordentlich hoch verglichen mit anderen Euroländern. Nur in Spanien, Portugal und Griechenland ist die Situation ähnlich schlecht oder noch schlechter.

Die italienische Regierung will deswegen alsbald gezielt bessere Chancen für junge Menschen schaffen. An diesem Mittwochnachmittag soll Arbeitsminister Enrico Giovannini mit Arbeitgebervertretern und Gewerkschaftern zusammenkommen, um darüber zu beraten. Die Regierung stellt sich offensichtlich vor, dass ältere Arbeitnehmer weniger arbeiten und so für jüngere Platz machen könnten (“Generationen-Handschlag“). Außerdem sollen die Arbeitsmarktgesetze so geändert werden, dass Unternehmen leichter Mitarbeiter auf Zeit einstellen können. Und schließlich sind dem Vernehmen nach staatliche Lohnzuschüsse im Gespräch für Beschäftigte, die wegen schwacher Konjunktur in Kurzarbeit geschickt werden.

Hohe Jugendarbeitsarbeitslosigkeit ist nicht nur ein Problem in Italien und nicht nur dort gibt es Initiativen, wie es angegangen werden könnte. Gerade erst war die deutsche Arbeitsministerin Ursula von der Leyen in Spanien und gab dort ein gemeinsames Programm mit der spanischen Regierung bekannt. Demnächst wollen Deutschland und Frankreich eine großangelegte gemeinsame Initiative vorstellen, wie die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa insgesamt bekämpft werden können soll.

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