Home
http://www.faz.net/-hho-7agcj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Skandal-Telefonate Irische Banker empören Politiker

Die gerade öffentlich gewordenen Skandal-Telefonate irischer Banker haben Folgen: Irlands Regierungschef will eine Untersuchungskommission einsetzen und die ganze Wahrheit ans Licht bringen.

© AFP Vergrößern Pleitebank - mittlerweile werden die Überreste der Anglo-Irish-Bank abgewickelt.

Die nun bekannt gewordenen skandalösen Telefongespräche der gescheiterten Anglo Irish Bank-Manager haben in der Politik in Irland wie in Deutschland für Empörung gesorgt. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Fuchs bezeichnete es als beleidigend und unerträglich, wie sich die irischen Banker in der Krise über deutsche Einleger mokiert hatten. Fuchs nannte es nach Angaben des irischen Senders RTE „eine wirklich gefährliche Sprache“, da deutsche Steuerzahler überzeugt werden müssten, angeschlagenen europäischen Staaten zu helfen.

Marcus Theurer Folgen:   Philip Plickert Folgen:    

Die irische Regierung will eine parlamentarische Untersuchungskommission einrichten. Die Wahrheit müsse ans Licht kommen, sagte Premierminister Enda Kenny. In den nun aufgetauchten Gesprächen zwischen Spitzenmanagern der Anglo Irish Bank auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst 2008 machen diese Witze darüber, wie sie den wahren Finanzbedarf der taumelnden Bank vor der Aufsicht herunterspielten und mit erfundenen Zahlen um einen Notkredit gebeten hätten.

Die Anglo Irish Bank war der größte Problemherd in der irischen Bankenkrise. Das damals zweitgrößte Kreditinstitut wurde Anfang des Jahres 2009 verstaatlicht und hat seither mehr als 30 Milliarden Euro an staatlichen Kapitalspritzen erhalten. Der Finanzkonzern wird mittlerweile abgewickelt.

Die früheren Spitzenmanager wurden bisher allerdings nicht bestraft. Bankchef David Drumm, der im Dezember 2008 zurücktrat, ist in die Vereinigten Staaten ausgewandert und hat sich bisher geweigert, zur Aufklärung des Anglo-Skandals beizutragen. Kapitalmarktchef John Bowe hat sich mit einem Beratungsunternehmen selbständig gemacht. Lediglich der frühere Verwaltungsratschef Sean Fitzpatrick muss sich voraussichtlich im kommenden Jahr vor Gericht verantworten.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kampf gegen Steueroasen Irlands Steuersparmodell steht auf der Kippe

Der Kampf gegen Steuerschinder zeigt Wirkung in Dublin: Selbst Wirtschaftslobbyisten halten einen besonders umstrittenen Trick für rufschädigend. Mehr Von Marcus Theurer, London

23.09.2014, 17:38 Uhr | Wirtschaft
Gefangener Soldat gegen Taliban getauscht

Bowe Bergdahl war Gefangener der Taliban. Nun wurder der 28 Jahre alte Soldat gegen fünf von inhaftierte Aufständische ausgetauscht. Seine Eltern traten am Samstag mit Präsident Obama vor die Kameras. Mehr

02.06.2014, 06:19 Uhr | Politik
Steuerstreit Apple bestreitet Deal mit Irland

Apple droht Ärger im Steuerstreit mit Brüssel. Hat der Konzern Sonnderrabatte auf Steuerzahlungen ausgehandelt? Das Unternehmen bestreitet das. Mehr Von Marcus Theurer und Werner Mussler

29.09.2014, 19:13 Uhr | Wirtschaft
Taliban veröffentlichen Video von Gefangenenübergabe

Auf einer den Taliban zugeordneten Internetseite sind Aufnahmen veröffentlicht worden, die die Übergabe des US-Soldaten Bowe Bergdahl in der vergangenen Woche zeigen sollen. Mehr

04.06.2014, 12:51 Uhr | Politik
Vorläufiges Ergebnis EU: Irlands Steuerregeln für Apple wohl nicht rechtens

Für die EU steht nach einer vorläufigen Prüfung fest: Irlands Steuerregeln für Apple sind eine staatliche Beihilfe. Nun ist Irland am Zug. Mehr

30.09.2014, 11:50 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 26.06.2013, 18:25 Uhr