Home
http://www.faz.net/-gqe-771t0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

HWWI Ökonom will eigene Steuer für die Eurozone

Die Eurozone soll eine eigene Arbeitslosenversicherung und eine eigene Steuer bekommen, schlagen Ökonomen und eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vor. Deutschland würde insgesamt 40 Milliarden Euro mehr zahlen.

© Röth, Frank Vergrößern

Die Schwierigkeiten des Euroraumes liegen an den strukturellen Unterschieden zwischen den 17 Mitgliedsländern. Das Hamburgische Weltwirtschaftsarchiv HWWI und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC schlagen daher vor, die Eurozone über eine länderübergreifende Arbeitslosenversicherung und über eine am Volkseinkommen bemessene Europasteuer zu stabilisieren. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung soll bei 2 Prozent liegen. Aus diesem Topf würde jeder Arbeitslose der Eurozone ein Jahr 30 Prozent seines letzten Nettoeinkommens bekommen. Danach würden die nationalen Hilfsmaßnahmen einsetzen.

Georg Giersberg Folgen:

Zum zweiten schlagen die Autoren eine Europasteuer von 10 Prozent des Volkseinkommens vor. Aus diesem Topf sollen Maßnahmen finanziert werden, die der strukturellen Angleichung der Länder dienen. Die Verwaltung des Topfes obläge einem europäischen Finanzminister.

Empfängerländer sollen Geld frei einsetzen

Die vorgeschlagenen Maßnahmen haben nach Ansicht der Autoren den Charme, dass sie kaum in nationalstaatliche Souveränitätsrechte eingreifen. Wie die Europasteuer aufgebracht wird, bleibt dem einzelnen Land überlassen. Die Empfängerländer dürfen auch selbst entscheiden, wozu sie das bekommene Geld einsetzen. Eine Modellrechnung hat ergeben, dass Deutschland im Fiskaljahr 2011 genau 200 Milliarden Euro Europasteuer an Brüssel hätte überweisen müssen, aber im Gegenzug auch 170 Milliarden Euro für Strukturmaßnahmen erhalten hätte. Der zusätzliche Nettobeitrag Deutschlands hätte 30 Milliarden Euro betragen.

Mehr zum Thema

Bei der Arbeitslosenversicherung wären auf die deutschen Versicherten 55 Milliarden Euro an zusätzlicher Versicherungsprämie zugekommen, denen 45 Milliarden Euro an Arbeitslosengeldzahlungen aus der europäischen Versicherung gegenübergestanden hätten.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Geldschwemme Unternehmen bunkern Billionen

Die Unternehmen in Amerika bunkern mehr Geld als je zuvor: 1,7 Billionen Dollar. Apple steht an der Spitze. Warum geben die Konzerne das Geld nicht aus? Mehr Von Patrick Bernau

12.05.2015, 14:07 Uhr | Wirtschaft
Bayerischer Finanzminister Söder kritisiert griechische Reparationsforderungen

Der bayerische Finanzminister Markus Söder hat die Forderungen Griechenlands nach Reparationszahlungen aus Deutschland kritisiert. Griechenland möchte von Deutschland 278,7 Milliarden Euro Entschädigungen. Mehr

02.05.2015, 12:08 Uhr | Politik
Wolfgang Schäuble Ein bisschen Fortschritt in Sachen Finanzsteuer

Elf EU-Länder wollen einen Finanztransaktionssteuer einführen. Während sie nun erst später kommt als gedacht, nähern sich die Positionen inhaltlich an, sagt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Mehr

12.05.2015, 17:58 Uhr | Wirtschaft
Quiz Kennen Sie Volkswagen?

Volkswagen ist eine Klasse für sich: 600 000 Mitarbeiter, 200 Milliarden Euro Umsatz, 13 Milliarden Gewinn – und Spitzengagen für den Chef. Was wissen Sie über Deutschlands wichtigsten Konzern? Ein Quiz, nicht nur für Leute mit Benzin im Blut. Mehr Von Georg Meck

28.03.2015, 11:52 Uhr | Wirtschaft
Liberale Rundfunkordnung Wie privatisiert man ARD und ZDF?

Drei Gutachter legen einen Plan zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vor: Kosten runter, Politiker raus und dann ab in den Wettbewerb – fertig ist die liberale Rundfunkordnung. Mehr Von Michael Hanfeld

22.05.2015, 11:58 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.02.2013, 17:05 Uhr

Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Gegen den Faustkampf

Von Joachim Jahn, Berlin

Im aktuellen Streik-Wirwarr wird eines immer wieder vergessen: Eine Arbeitsniederlegung darf nur das äußerste Mittel sein, weil sie schließlich ein massenhafter – wenngleich legaler – Bruch des Arbeitsvertrags ist. Mehr 11 8


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden